Durchwachsene Spargelsaison
Zum Johannitag: Trotz Wetterkapriolen und Hochwasser positive Spargel-Bilanz

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 11:31 Uhr |

Die Wetterkapriolen im April und das Hochwasser machten den heimischen Spargelerzeugerbetrieben zu schaffen. Dennoch verlief die Saison insgesamt zufriedenstellend. Foto: M. Schalk

Erst zwei Wochen Zickzack-Wetter, dann auch noch Hochwasser: Die heimischen Spargelerzeuger mussten in der Saison, die offiziell am 24. Juni endet, einige Rückschläge verkräften. Dennoch zieht der Spargelerzeugerverband Südbayern, in dem rund 70 Betriebe im Schrobenhausener Land Mitglied sind, eine eher positive Bilanz.



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Offiziell endet die Spargelsaison erst am 24. Juni, dem sogenannten Johannitag. Aber: „Die meisten Betriebe haben nach dem Hochwasser aufgehört“, weiß Peter Strobl, der Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbands. Denn sie hätten zwei Tage lang nicht stechen können. „Außerdem ist die Nachfrage fast vollständig eingebrochen“, so Strobl. Die großen Betriebe hätten ihre Leute deshalb Anfang Juni heim geschickt. Und auch die kleineren Betriebe hätten inzwischen aufgehört zu stechen.

Auswirkungen des Hochwassers

Gefragt nach der Bilanz der vergangenen Saison, betont der Geschäftsführer, dass die Effekte des Hochwassers nicht so drastisch waren wie man meinen könnte. „Manche Flächen sind aber dauerhaft beschädigt, weil sie mehrere Tage lang unter Wasser standen, worunter der Wurzelstock leidet“, stellt Peter Strobl aber klar.

Vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde auch das Büro des Verbands, das sich im Gebäude des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten befindet. Dort gibt es immer noch keinen Strom, Peter Strobl arbeitet seitdem im Home Office.

Solide Erträge, stabile Preise

Die diesjährige Saison hat – dank Folien – extrem früh begonnen. Bereits vor Ostern, Mitte März, war es soweit. Am 10. April haben dann Ministerpräsident Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (beide CSU) die Spargelsaison offiziell auf dem Münchner Viktualienmarkt eröffnet. Danach folgten allerdings zwei Wochen mit katastrophaler Witterung, wie Strobl sagt. „Eine ganz schlechte Periode mit teilweise sogar Frost“, erinnert sich der Fachmann. „Wer da ohne Folie gearbeitet hat, musste einen Verlust im Vergleich zum Vorjahr von etwa zehn bis 15 Prozent einfahren.“

Insgesamt zieht der Geschäftsführer des Erzeugerverbands eine befriedigende Bilanz der Saison 2024. Mit soliden Erträgen, stabilen Preisen – auch auf dem Großmarkt − und erfolgreichen Veranstaltungen. „Unser Marketing hat bereits Anfang März mit einem Auftritt bei der Gartenmesse in München begonnen“, erzählt Strobl.

Saisoneröffnung mit Söder



Es folgten nach der Saisoneröffnung mit Söder das Spargelfest mit Stargast Felix Magath und die Krönung der Spargelkönigin auf dem Schrobenhausener Volksfest. Wobei Peter Strobl betont, dass es immer schwieriger werde, hoheitlichen Nachwuchs zu finden.

Für den Spargelerzeugerverband Südbayern im Speziellen sieht Peter Strobl einige Probleme kommen. Nicht nur wegen der stetig weniger werdenden Mitgliedsbetrieben (aktuell 70), sondern auch der hohen Büromiete, die der Landkreis verlangt, sei der Verband zunehmend finanziell eingeschränkt. „Wir müssen das Marketing einschränken“, erläutert der Geschäftsführer. Sparen sei angesagt, zum Beispiel bei der Radiowerbung.

SZ