Schrobenhausen

Wieder ein Prosit auf die Gemütlichkeit

Nach zwei Jahren Corona-Pause gibt es in Schrobenhausen ein Volksfest – diesmal in den Sommerferien

13.06.2022 | Stand 13.06.2022, 11:00 Uhr

Ausgelassene Stimmung soll es heuer im August beim Schrobenhausener Volksfest wieder geben. Das letzte Volksfest vor der Corona-Pause fand im Mai 2019 statt. Foto: M. Schalk (Archiv)

Von Jürgen Spindler

Schrobenhausen – „Wir sind guter Dinge“, sagt Martha Stief, wenn sie auf das erste Augustwochenende schaut. Vom 4. bis 8. August soll auf ihrem Gelände in der Schrobenhausener Vorstadt das Volksfest über die Bühne gehen. Das Programm steht in groben Zügen. Doch einige Klassiker, wie die Krönung der Spargelkönigin, fehlen.

Es sei die erste Schrobenhausener Wies‘n nach zwei Jahren Corona-Pause, sagt Volksfestveranstalterin Martha Stief. Überall in der Nachbarschaft werde bereits kräftig gefeiert, so Stief weiter, und von überall höre sie, dass die Gäste die Feste sehr gut annähmen. „Ich hoffe, dass es auch bei uns gut laufen wird“, blickt die Schrobenhausener Unternehmerin bereits voraus. Was sie auch hoffen lässt, ist das letzte Volksfest vor Corona, das im Mai 2019 bei den Menschen viel gelobt worden sei.

Wiesn muss heuerohne Krönung auskommen

Nun soll in diesem Jahr das Volksfest wieder mit viel Musik, Karussells und anderen Attraktionen über die Bühne gehen. Aber nicht wie zuletzt im Mai, sondern wieder in den Sommerferien. Der neue Termin sei ein Ausweichdatum, ursprünglich war das Volksfest für den Mai vorgesehen. Doch Martha Stief hatte wegen der seinerzeit noch hohen Corona-Infektionswerte und den noch ungewissen Auflagen vorsorglich die Wiesn abgesagt. Auch der kurz zuvor ausgebrochene Ukraine-Krieg spielte für Stief eine Rolle. Jetzt wird in der Vorstadt wieder gefeiert und die Veranstalter kehren zumindest heuer zum alten Sommerferien-Termin zurück, den sie vor vielen Jahren bereits aufgegeben hatten.

Die Planungen für die Sommerwiesn seien nicht einfach, sagt Stief. Es gebe nicht mehr so viele Festwirte wie noch vor zwei Jahren. Viele hätten die Corona-Pandemie wirtschaftlich nicht überlebt. Ähnlich schaue es auch bei den Schaustellern aus. Dennoch hofft Martha Stief, dass das Schrobenhausener Volksfest ein Erfolg werde.

Dazu solle auch das Programm seinen Beitrag leisten. Die Details, so Josef Plöckl, der die Fäden der Organisation in den Händen hält, stünden noch nicht fest. Doch soviel ist klar: Es soll jede Menge gute Stimmung, Musik und Bier geben. Das grobe Skelett des Programms enthält einige Klassiker: So soll es am Samstag, 6. August, einen Familiennachmittag mit ermäßigten Preisen auf dem Festplatz in der Vorstadt geben. Auch ein Oldtimertreffen ist für Sonntag, 7. August, geplant. Plöckl möchte dazu gerne eine Festmesse mit Bierzelt anbieten. Die Gespräche dazu mit der Schrobenhausener Stadtpfarrei liefen derzeit noch, sagt Plöckl. Auch den Seniorennachmittag (Montag, 8. August) wird es geben. Und zum Abschluss soll ein großes Feuerwerk den Himmel über Schrobenhausen für einige Momente in schillernde Farben eintauchen.

Starten wird das Volksfest am Donnerstag, 4. August, natürlich mit einem Standkonzert auf dem frisch sanierten Lenbachplatz, nebst einem Auszug der Ehrengäste, Vereine und Bevölkerung zum Festplatz. Den Bieranstich durch Bürgermeister Harald Reisner (FW) nicht zu vergessen.

Wer nun aber nach publikumsträchtigen Klassikern wie dem Steinheben oder der Krönung der Schrobenhausener Spargelkönig Ausschau hält, könnte enttäuscht werden. Beides werde es heuer beim Volksfest nicht geben, erklärt Plöckl auf Nachfrage.

Zumindest, was die Krönungszeremonie angeht, sprechen Plöckl und vor allem Stief Klartext. In diesem Jahr gebe es keine Krönung, weil der Spargelerzeugerverband die Amtszeit der aktuellen Spargelkönigin Annalena Fischhaber um ein weiteres Jahr verlängere, zitiert Stief die Verantwortlichen der Spargelerzeuger. Als Begründung, so Stief, sei ihr genannt worden: Die Spargelkönigin habe ja bislang kaum Auftritte gehabt.

Kritik am Verbandder Spargelerzeuger

Da kann Martha Stief nur den Kopf schütteln: „Niemand ist mit ihr irgendwohin gefahren.“ Das müsse jemand vom Verband in die Hand nehmen. „Das hat Josef immer gemacht“, blickt Stief auf den ehemaligen Chef des Verbandes und heutigen Ehrenvorsitzenden der Erzeuger, Josef Plöckl. Und der stellt auch gleich klar: „Die Aufgabe der Spargelkönigin ist es, den Schrobenhausener Spargel, der geschützt ist, überall bekannt zu machen.“ Dazu müsse der Verband mit der Spargelkönigin auch zu allen Märkten in der Umgebung fahren. „Schrobenhausener Spargel hat einen Namen“, sagt Plöckl, „das ist meine Lebensaufgabe gewesen.“ Auch er sieht dabei Versäumnisse des Erzeugerverbandes. Und Plöckl glaubt, dass der Verband mit der Krönungsabsage in diesem Jahr beim Volksfest eine gute Gelegenheit auslasse, den Namen des Schrobenhausener Spargels nach außen zu tragen.

SZ