Schrobenhausen/Oman

Mit Video: Staatssekretär Weigert besucht Vorzeigeprojekt der Bauer AG

Der Staatssekretär aus Kleinhohenried besuchte ein Vorzeigeprojekt der Bauer AG

15.11.2022 | Stand 15.11.2022, 19:00 Uhr

Das zu reinigende Wasser fließt über einen Höhenunterschied von nur drei Metern durch abgestufte Klärbecken. Foto: StMWi/T. Assenbrunner

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert hat bei seiner Delegationsreise in den Oman die weltgrößte kommerzielle Schilfkläranlage besichtigt, gebaut von der Bauer Resources GmbH aus Schrobenhausen.



Die Anlage ging 2011 in Betrieb und reinigt seither belastetes Wasser aus der Erdölgewinnung des Nimr-Ölfelds im Süden des Landes. „Die Pflanzenkläranlage am Nimr-Ölfeld ist eine beeindruckende Pionierleistung und ein Paradebeispiel für die technologische Kompetenz von Bauer Resources“, sagte Weigert bei der Besichtigung. „Das zukunftsweisende Projekt zeigt, wie Know-how und zur Marktreife entwickelte Spitzentechnologie aus Bayern ein großes Problem bei der Erdölgewinnung lösen können. Durch das biologische Verfahren werden ohne Einsatz von Energie oder Chemikalien rund 95 Prozent des Rohöls aus dem Wasser entfernt.“ Im Durchschnitt seien das 880 Barrel Rohöl, die jeden Tag zurückgewonnen werden, in Spitzenzeiten sogar bis zu 4000. Seit Inbetriebnahme wurden so schon knapp 400 Millionen Kubikmeter Wasser gereinigt. Weigert: „Die Anlage schont die Umwelt und wertvolle Ressourcen.“

Die biologische Reinigungsanlage, 700 Kilometer südwestlich von Maskat gelegen, ist ein mehrfach ausgezeichnetes Leuchtturmprojekt und wird von der Bauer Nimr LLC, einer lokalen Tochterfirma der Schrobenhausener Bauer Resources GmbH, betrieben. Das Areal inmitten der Wüste erstreckt sich auf einer Fläche von 13,5 Quadratkilometern, das entspricht 1600 Fußballfeldern. In der Spitze durchlaufen die Anlage täglich bis zu 175.000 Kubikmeter mit Rohöl belastetes Wasser. Durch die hohe Reinigungsleistung können rund 95 Prozent des Öls vom Wasser abgeschieden und ein Kohlenwasserstoffgehalt von weniger als 0,5 Milligramm pro Liter erreicht werden.

Etwa 4,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen

Das Bauwerk punktet auch in Sachen Nachhaltigkeit und Effizienz. Durch die Behandlung des verunreinigten Wassers mittels natürlicher Fließprozesse in Form von abgestuften Klärbecken und der Wiederverwendung der gereinigten Abwässer an der Oberfläche sind weder energieintensive Pumpen für den Durchlauf noch zur Einleitung der Restmengen in den Untergrund notwendig. Auf die gesamte Laufzeit der Anlage bis ins Jahr 2044 gerechnet können so schätzungsweise 4,5 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden. Zudem haben die rund 1,5 Milliarden Schilfpflanzen die ehemals trockene Wüstenlandschaft in einen ökologisch wertvollen Lebensraum für über 140 Wildtierarten verwandelt, darunter zahlreiche Vögel, Fische und Reptilien.

Weigert, Neuburg-Schrobenhausener Landtagsabgeordneter, zeigte sich beeindruckt von der Wettbewerbsfähigkeit des Schrobenhausener Unternehmens auf den internationalen Märkten: „Die Bauer-Gruppe ist Weltmarktführer und ein Leuchtturm inmitten des exportstarken bayerischen Mittelstands“, sagte er. Bauer setze mit neuen Ideen und innovativen Technologien in seinen Geschäftsfeldern Spezialtiefbau, Maschinenbau und Resources immer wieder aufs neue Maßstäbe. Mit der Gründung der Umwelttechnik-Sparte habe Bauer früher als viele Mitbewerber die großen Marktchancen in diesem Bereich erkannt und sei heute ein führender Anbieter.

Weigert: Viele außergewöhnliche Projekte

„Das Schrobenhausener Unternehmen steht für viele außergewöhnliche und erfolgreiche Projekte rund um den Globus“, sagte Weigert, „egal, ob es um die Gründung der höchsten Wolkenkratzer oder wie hier um den Bau der größten Schilfkläranlage der Welt geht.“

Staatssekretär Weigert war vor wenigen Tagen im Rahmen einer energie- und wirtschaftspolitischen Delegationsreise gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Benjamin Adjei (Grüne) und Johann Häusler (FW) im Oman unterwegs. Neben dem Schwerpunkt Wasserstoff geht es auch um den Bereich Umwelttechnik. Bayerische Cleantech-Unternehmen sind mit ihren innovativen Produkten und Dienstleistungen für viele Projekte im Oman der ideale Partner.

SZ