Stepperg
Waldbesitzer informieren sich: Borkenkäferbefall erkennen und bekämpfen

14.06.2024 | Stand 14.06.2024, 10:00 Uhr |

Tabea Pöringer, Forstanwärterin im Forstrevier Rennertshofen, zeigt die Zeichen eines Borkenkäferbefalls. Foto: Martin Spies

Die bayerische Forstverwaltung (AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen) lud zur Veranstaltung „Fichten-Borkenkäfer erkennen und bekämpfen“. Die Waldbesitzer wurden darauf aufmerksam gemacht, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um dem Fichten-Borkenkäfer entgegenzuwirken.

Sie konnten sich frisch befallene Fichten in einem Wald bei Stepperg genauer anschauen. Denn es besteht die Pflicht, die eigenen Wälder regelmäßig auf Käferbefall zu kontrollieren und Schadholz waldschutzwirksam aufzuarbeiten. Der Borkenkäfer ist dabei eines der wichtigsten Themen für die Wälder. Auch heuer sind bereits die ersten befallenen Fichten zu finden. Aus diesem Anlass stellten Tabea Pöringer und Martin Spies vom AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen (Forstrevier Rennertshofen) zusammen mit Ludwig Schön von der örtlichen Waldbesitzervereinigung (WBV) vor, wie man Borkenkäferbefall sicher erkennen kann und was man unternehmen muss.

Besonders das hohe und schnelle Vermehrungspotenzial beeindruckte die Anwesenden. In vier bis acht Wochen entwickelt sich der Käfer aus dem Ei. Pro Jahr sind bis zu vier Generationen möglich. Deshalb wurde verdeutlicht, dass eine frühe Käferbaumkontrolle und ein schnelles Eingreifen die einzige Möglichkeit darstellt die Massenvermehrung abzuschwächen.

Dunkles Bohrmehl ist typisch



Beispielhaft zeigte Pöringer an ausgewählten Fichten, an welchen Merkmalen man den Borkenkäferbefall erkennt. Typisch für den Befall ist dunkles Bohrmehl, das als Staubschicht auf den umliegenden Pflanzen und am Stammfuß zu finden ist. Ebenso viele kleine Löcher an der Rinde und ein Abfallen von grünen Nadeln. Eine befallene Fichte muss so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft werden. Die klassische Variante ist dabei das Auslagern der Bäume auf einen anerkannten Zwischenlagerplatz. Die WBV unterstützt die Waldbesitzer sowohl bei der Vermittlung von Dienstleistungen als auch bei der Vermarktung des Holzes.

Zuletzt wurde auf die staatliche Förderung eingegangen. Pöringer erklärte, dass es aktuell für das Verbringen auf den anerkannten Zwischenlagerplatz eine Förderung von 12 Euro pro Festmeter gibt und die Waldbesitzenden einen Antrag stellen können, sobald sie Käferbefall in ihrem Bestand entdeckt haben. Die Förderung für Kleinstmengen bis 50 Festmeter kann über Sammelanträge der WBV abgewickelt werden. Für größere Mengen könnten sich Waldbesitzende an ihren zuständigen Revierleiter der bayerischen Forstverwaltung wenden.

DK