Schwierige Texte und ihre Geheimnisse
Vortrag bei den Heimatforschern über das Entschlüsseln und die Auswertung von Epitaphien

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 11:00 Uhr |

Chronogramme in lateinischer Sprache stellen eine Besonderheit dar: Darin hervorgehobene Buchstaben (hier: rot) entsprechen zugleich einem römischen Zahlensymbol, deren Summe wiederum eine Jahreszahl ergibt. In diesem Fall handelt es sich um das Jahr 1904, das in einem lateinischen Taufspruch verschlüsselt eingebettet wurde. Foto: Manfred Wegele

Um das Entschlüsseln schwieriger Texte und die Auswertung von Epitaphien geht es beim nächsten Stammtisch der Familien- und Heimatforscher Schrobenhausener Land am kommenden Freitag, 14. Juni. Manfred Wegele, Familienforscher und Landesvorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde (BLF), wird darüber berichten.

Familien- und Heimatforscher stoßen im Laufe ihrer Recherchen nahezu zwangsläufig immer wieder auf schwierig zu entziffernde Texte, die in alten Dokumenten oder auf Epitaphien (steinerne Gedächtnismale) zu finden sind.

Doch wie lassen sich schwierige Textstellen definieren? Neben grundsätzlichen Schwierigkeiten beim Lesen der Schrift oder Verständnisproblemen wegen altertümlichen Formulierungen wird man auch durch heute nicht mehr gebräuchliche Abkürzungen oder Maßeinheiten auf die Probe gestellt. Dialektgefärbte Sprache, regional unterschiedliche Begriffe oder erhebliche Abweichungen von heutigen Rechtschreibregeln tun ihr Übriges dazu. Überdies stellen die lateinische Sprache und Abkürzungen, missverständliche Systematik oder verschlüsselte Botschaften in Bilddokumenten Forscher stets vor neue Herausforderungen. Eben diese Probleme beim Lesen alter Texte sind auch Wegele während seiner eigenen Forschungen zuhauf begegnet, welche er im Rahmen seines Referats anhand von anschaulichen Beispielen aufzeigen will.

Künstlerisch aufwendig gestaltet



Auch auf Epitaphien, typischerweise in oder an einer Kirche angebrachte steinerne Gedächtnismale, sind häufig kryptische Texte oder Symboliken anzutreffen. Diese können künstlerisch aufwendig gestaltet sein und befinden sich im Unterschied zum Grabmal meist nicht an der Bestattungsstelle. Oft kaum beachtet, geben diese meist verwitterten und von Symbolik getragenen Zeugnisse der Verstorbenen oft einzigartige Hinweise über die jeweilige Geschichte der Familie oder des Heimatortes preis. Wegele geht auch hierauf anhand Beispielen ein und bekundet damit, wie wertvoll diese Grabdenkmäler auch für die eigene Familienforschung sein können und wie wichtig der Erhalt dieser Denkmäler ist.

Alle Interessenten sind zu dem Vortrag, der um 19.30 Uhr im Gasthaus Felbermaier in Lampertshofen beginnt, eingeladen. Das Forschertreffen selbst beginnt bereits um 18 Uhr, wie bislang besteht die Möglichkeit, mitgebrachte Sterbebilder einscannen zu lassen.

Der nächste Stammtisch mit einem Vortrag von Georg Johann Felber mit dem Titel „Vom Silberpfennig zur Goldmark – die Entwicklung des Geldwesens“ folgt am Freitag, 12. Juli. Weitere Informationen und hilfreiche Links sind im Internet unter www.ahnenforscher-schrobenhausener-land.de und www.blf-online.de zu finden.

npi