Bergheim
Vorsprung bei erneuerbarer Energie

22.11.2022 | Stand 19.09.2023, 3:46 Uhr |

Erneuerbare Energien werden in Zukunft wichtig sein. Die Gemeinde Bergheim arbeitet bereits daran. Symbolbild: DK-Archiv

Von Maja WagenerBergheim – Das „Wind-an-Land-Gesetz“ des Bundes beschäftigte auch den Gemeinderat in Bergheim in seiner jüngsten Sitzung. Um die von der Regierung geforderten Flächen für Windkraft und Photovoltaik (PV) auszuweisen, erarbeitet die Kommune nach Ratsbeschluss zusammen mit sechs umliegenden Gemeinden ein gemeinsames Konzept. An dem Thema seien sie schon seit fast drei Jahren dran, sagt Bürgermeister Tobias Gensberger (Dorfgemeinschaft Bergheim): „Da sind wir ausnahmsweise einmal etwas voraus.“

Mit den Dörfern Burgheim, Ehekirchen, Oberhausen, Rennertshofen, Rohrenfels und Wellheim hat Bergheim sich zur iKommZ Mittlere Donau zusammengeschlossen. Ziel sei es, ein Konzept zu entwickeln, das Tag und Nacht klimaneutralen Strom bringe, erläutert Stefan Gößl, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg an der Donau, zu der neben Bergheim auch Rohrenfels gehört.

Im Verbund sollen nun Konzentrationsflächen ausgewiesen werden. Der Rat beauftragte die iKommZ mit der Planung für die Überarbeitung des Flächennutzungsplans.

Denn wenn es, wie vom Bund gefordert, um das Ausweisen von Flächen für Windräder und Photovoltaikanlagen geht, ist Bergheim durch die teilweise Lage im Naturpark Altmühltal einerseits und durch die Mindestabstandsregelungen andererseits eingeschränkt. Hier gebe es neben der umstrittenen 10H-Regel auch Abstandsregeln aufgrund von Emissionen, wie zum Beispiel Lärm durch die Rotorblätter der Windräder, berichtet Gößl. Die wenigen möglichen Flächen für Windkraft der Gemeinde liegen nordöstlich von Attenfeld, nördlich von Unterstall und in der Nähe von Hennenweidach – und damit im Einzugsbereich des Nato-Flughafens in Zell.

Dafür bereitet Bergheim eine Anfrage vor, ob Windräder im Zusammenhang mit dem Flugbetrieb des Taktischen Luftwaffengeschwaders überhaupt möglich sind. Das müsse jede Gemeinde selbst machen, erklärte Stefan Gößl dazu. Deshalb hatte auch Manuela Heckl, Bürgermeisterin von Rohrenfels, in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Anfrage an die Bundeswehr angekündigt (wir berichteten).

Dazu kommt, dass einige Bodenflächen guter Ackerboden sind und am liebsten größere, zentral liegende und zusammenhängende Freiflächen für PV-Anlagen ausgewiesen werden sollen, wie Gößl erklärt. So soll eine Zersiedelung der Landschaft vermieden werden. „Hier müssen wir noch bei den Betreibern nachfragen, was eine wirtschaftliche Größe ist“, so Gößl. Insgesamt spricht der Geschäftsstellenleiter von einer Art Goldgräberstimmung, die sich gerade im Bereich PV-Freiflächen breitmache: „Es gibt viele private Firmen, die sich bei Landwirten den Boden sichern wollen“, sagt Gößl. Auch in Bergheim habe es schon verschiedentlich Anfragen gegeben; deshalb der aktuelle Gemeinderatsbeschluss. „Wir wollen es von Anfang an sauber koordiniert haben“, erklärt der Geschäftsstellenleiter. So sollen in den beteiligten sieben Kommunen viele Einzelfallentscheidungen vermieden werden.

Daneben beschäftigen sich Verwaltung und Gemeinden längst mit alternativen Energiekonzepten. Dabei seien unter anderem Biogasanlagen Thema, weiß Gößl. Auch Blockheizkraftwerke werden diskutiert. So soll das Problem, auch in der Nacht Strom zu liefern, gelöst werden. Sogar eine eigene Energiegesellschaft Mittlere Donau haben – ohne Rennertshofen – sechs der sieben iKommZ-Dörfer heuer im März gegründet, „um solche Projekte gemeinsam zu stemmen“, erklärt Tobias Gensberger und fügt hinzu: „So haben wir alle gemeinsam etwas davon.“

DK