Weichering

Viel Diskussionsbedarf

Bürgerversammlung in Weichering – Einwendungen zum Paktzentrum in nächster Gemeinderatssitzung

30.09.2022 | Stand 30.09.2022, 5:00 Uhr
Ramona Schittenhelm

Nur zwei der Projekte: Für den Wertstoffhof muss ein neues Areal gefunden werden, der Kindergarten in Lichtenau hat eine Frischzellenkur nötig. Fotos: DK-Archiv

Von Ramona Schittenhelm

Weichering – Weichering hat erwartungsgemäß aufgrund der Investitionen der vergangenen Jahre Schulden. Durch die bisherige Krise ist die Gemeinde jedoch bislang gut gekommen. Das ging aus den Zahlen der Bürgerversammlung am Mittwochabend hervor.

Steigende Einwohnerzahlen in beiden Ortsteilen, zwei Baugebiete, die umgesetzt werden konnten sowie eine konstante Einkommens- und Gewerbesteuer sind hierfür die Grundlage, wie Bürgermeister Thomas Mack (CSU) erläuterte.

Zum geplanten Paketzentrum der Deutschen Post hatten die Bürger Rückfragen beziehungsweise konnten nicht verstehen, warum hier zum Beispiel nicht im Genehmigungsverfahren Verpflichtungen gemacht werden, dass etwa vorhandene Dachflächen zwingend für die Gewinnung erneuerbarer Energie zu nutzen sind. Im Übrigen verwies Mack in seinem Vortrag darauf, dass in der kommenden Gemeinderatssitzung über die Einwendungen, die eingegangen sind, entschieden wird.

Die Gemeindeverwaltung hat sich verändert, neue Kräfte sind dazu gekommen, die Raumsituation im Rathaus wurde entsprechend umgebaut. Darüber hinaus wurde investiert, damit die Webseite im Zusammenhang mit einer App den Bedürfnissen einer Behörde, die Dienstleistungen online anbieten will, gerecht wird, und der Datenschutz dennoch gewährleistet bleibt, führte Mack aus. Der Bürgermeister erklärte darüber hinaus, dass die Allgemeinarzt-Praxis eine Nachfolgeregelung hat, die ab Oktober greife (wir berichteten). Auch werde man endlich die Planungen für den Anbau am Feuerwehrhaus in Weichering in die Tat umsetzen, weitere Stellplätze schaffen und so die Millionen-Maßnahme, für die es rund 120 000 Euro an Zuschüssen gibt, umsetzen. Angedacht ist ein vermieteter Stellplatz für das Rote Kreuz, das die Absicherung für die B16 sowie Einsätze bei Unfällen übernimmt.

Als Gemeinde habe man in den kommenden Jahren Sanierungsmaßnahmen am Kindergarten Lichtenau, die Friedhofsmauer in Weichering sowie die weitere Digitalisierung der Gemeindearbeit (Web, App und digitales Bürgerbüro sowie mobiltaugliche Arbeitsplätze) als unmittelbare Aufgaben vor der Brust. Im Zusammenhang mit Satzungen wies Bürgermeister Mack darauf hin, dass man die alte Verordnung zur Reinhaltung der Straßen respektive der Verpflichtung zum Winterdienst erneuert habe und damit die Bürger weiterhin verpflichtet seien, regelmäßig die Flächen zu reinigen und im Winter die Gehbahnen zu sichern.

Im Zuge der Erweiterung der Firma Scherm Holding muss für den Wertstoffhof ein Ersatzstandort gefunden werden. Mack wies ferner darauf hin, dass man aktuell mit Rettungskräften, Klärwart und Wasserverband Szenarien überlege, wie man auf mögliche Energieausfälle in diesem Winter reagieren und die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten könne.

Die innerorts gefahrenen Geschwindigkeiten stehen im Gemeinderat immer wieder zur Diskussion. Die 30er-Beschränkung in der Windener Straße musste zeitweilig zurückgenommen werden. Seither habe man dort eine regelmäßige Geschwindigkeitsmessung installiert. Die Messdaten dazu werden auf der gemeindlichen Webseite regelmäßig veröffentlicht.

Was den Bürgern ein Dorn im Auge ist, sind an Straßen parkende Autos, die zum Beispiel großen Fahrzeugen wie landwirtschaftlichen Maschinen, Müllfahrzeugen oder anliefernden Lastwagen das Durchkommen extrem erschweren würden. Auch sei so die Verkehrssicherheit für Schulkinder oder auch spazierende Senioren gefährdet. Daher wurde die Gemeinde von mehreren Bürgern gebeten, zum Beispiel über Parkverbote oder Tempo-30-Zonen nachzudenken. Die Verwaltung werde dies aufnehmen, allerdings hoffe er auch ein wenig auf die Einsicht und das Verständnis der Bürger selbst, nicht den öffentlichen Straßenraum als Dauerparkplatz zu nutzen, meinte Bürgermeister Thomas Mack dazu.

DK