Neuburg
Verwirrung um angebliches Stadtwerkeprojekt

Stadtrat: Anfrage von Grünen-Chef Schoder wirft Fragen auf – Diskussion zu Bombenverdacht in Zell

18.05.2022 | Stand 23.09.2023, 1:13 Uhr

Im Bereich Brandl soll eine Radbrücke entstehen. Foto: S. Hofmann, DK-Archiv

Von Sebastian Hofmann

Neuburg – Wahlkampf mitten in der Amtszeit, potenzielle Bombenfunde in Zell und ein Stadtwerke-Projekt, von dem außer einem Gremiumsmitglied noch niemand gehört hat – die jüngste Sitzung des Neuburger Stadtrats am Dienstag war abwechslungsreich bis spannend.

Roland Habermeier (CSU) ist, wie bereits berichtet, nicht nur neuer Stadtrat, sondern auch Jugendreferent und damit Nachfolger der ausgeschiedenen Julia Abspacher (CSU). Dieser Posten bleibt also bei der Union, die darum allerdings kämpfen musste, denn WIND-Sprecher Frank Thonig nominierte seine Fraktionskollegin Franziska Hildebrandt ebenfalls für diesen Posten. Beide, Hildebrandt und Habermeier, hatten ihre Fürsprecher. Doris Stöckl (CSU), selbst langjährige Jugendreferentin, sah in Roland Habermeier den idealen Kandidaten, habe er doch das Jugendparlament seit seiner Gründung begleitet und sei auch in der Jugendarbeit in Vereinen aktiv gewesen. „Vom Alter her ist er auch noch nicht so weit weg von den Jugendlichen“, so Stöckl.

Thonig warb für Hildebrandt, da diese zwei Söhne im Alter von 16 und 20 Jahren und somit Erfahrung mit Jugendlichen hat. Der WIND-Sprecher beantragte eine namentliche Abstimmung. Bei dieser votierten Matthias Enghuber, Manfred Enzersberger, Bernhard Gmehling, Roland Habermeier, Alfred Hornung, Gabriele Kaps, Wolfgang Schlegl, Peter Segeth, Doris Stöckl, Peter Ziegler (alle CSU), Klaus Babel, Johann Habermeyer, Roland Harsch, Florian Herold, Bernhard Pfahler, Sissy Schafferhans (alle FW), Bettina Häring (FDP) und Sabine Schneider (SPD) für Habermeier, Ralph Bartoschek (SPD), Norbert Mages, Gerhard Schoder, Karola Schwarz, Nina Vogel, Theo Walter (alle Grüne), Bernd Schneider (SPD, fraktionslos), Franziska Hildebrandt, Frank Thonig (WIND), Michael Wittmair (Linke) und Christina Wilhelm (AfD) gegen Habermeier und somit für Hildebrandt.

Unterhalb der Straße Am Zeller Kanal könnten Bomben liegen, es könnte sich aber auch um Wasserrohre handeln. Weil eine Radar-Analyse keine genauen Rückschlüsse zulässt und eine Fachfirma Sicherheit des Status quo signalisiert hatte, da alle Funde unter einer Asphaltschicht liegen, gibt es vorerst keine weiteren Untersuchungen.

Für Verwirrung im Gremium sorgte zum Schluss Grünen-Chef Gerhard Schoder. Er berichtete, von einem dringenden Projekt der Stadtwerke gehört zu haben. So wolle das Tochterunternehmen schnellstmöglich eine Querung über die Donau für eine Mittelspannungsleitung schaffen. Schoder fragte an, ob man dieses Vorhaben nicht mit dem Wunsch nach einer Radbrücke kombinieren könnte. Von diesem Projekt hatte weder Werkreferent Harsch noch Oberbürgermeister Gmehling etwas gehört.

Aufklärung gab Ernst Reng, technischer Leiter bei den Stadtwerken, im Gespräch mit unserer Zeitung: „Da hat der Herr Schoder nicht ganz gut aufgepasst. Es gibt im Bereich des Brandls eine Freileitung, die über die Donau geht. Diese Leitung würden wir abbauen und an die Brücke hängen, wenn die Stadt eine baut.“ Die Stadtwerke seien bemüht, Freileitungen im 20-KV-Bereich abzuschaffen, da diese wartungsintensiv seien. „Wir werden dafür aber keine Brücke bauen oder einen Düker unter der Donau durchdrücken“, so Reng.

DK