Überraschende Trennung in der Kreisklasse Donau/Isar II
„Unterschiedliche Ansichten, was die sportliche Ausrichtung betrifft“: Florian Hergeth nicht mehr Trainer des ST Scheyern

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 16:55 Uhr

Wird nach der Sommerpause nicht mehr in Scheyern die Richtung vorgeben: Florian Hergeth. Foto: M. Schalk (Archiv)

Paukenschlag in der Fußball-Kreisklasse Donau/Isar II: Florian Hergeth wird nach der Sommerpause nicht mehr als Cheftrainer des ST Scheyern fungieren. Laut dem 38-jährigen Schrobenhausener der Grund für die plötzliche Trennung, die umso überraschender kommt, da sich beide Seiten noch im Winter auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit bis zum Saisonende 2024/25 geeinigt hatten: „unterschiedliche Ansichten, was die sportliche Ausrichtung betrifft.“

Im Schnitt über 1,96 Punkte pro Partie geholt

Hergeth sagt das aber nicht etwa im Groll. Er wirkt ruhig, sachlich und betont immer wieder, dass er die Scheyrer jetzt keinesfalls im Bösen verlassen werde. „Ganz im Gegenteil“, betont der 38-Jährige: „Ich wünsche dem Verein und der Mannschaft weiterhin alles Gute. Ich blicke auf eine sehr lehrreiche Zeit beim STS zurück, durfte dort ein Jahr lang einen für mich bislang unbekannten Fußballkreis kennenlernen – mit vielen für mich neuen Klubs beziehungsweise Trainerkollegen.“

Tatsächlich war Hergeth zuvor ausschließlich in Neuburger beziehungsweise Aichacher Spielklassen als verantwortlicher Coach tätig gewesen – zunächst für seinen Heimatverein BSV Berg im Gau II in der A-Klasse, dann für den BC Aresing (von 2015 bis 2019) und letztlich für den SV Steingriff (von 2019 bis 2023), ehe es eben vor knapp einem Jahr zum ST Scheyern ging.

„Was mir im Kreis Donau/Isar sofort auffiel, war die Tatsache, dass hier das Spieltempo sowie die Leistungsdichte um einiges höher sind als in den Neuburger beziehungsweise Aichacher Klassen“, berichtet der Schrobenhausener: „Längere Schwächephasen werden hier sofort rigoros bestraft.“

Aber genau solche hatte Hergeth mit den Scheyrern eigentlich gar nicht zu überstehen. Oder, ein bisschen anders ausgedrückt: Er lieferte mit den Schwarz-Gelben richtig gut ab, sammelte in 26 Punktspielen stolze 51 Zähler – also im Schnitt über 1,96 pro Partie. Ebenfalls beeindruckend war die Torausbeute des STS: Gleich 80-mal brachte er es in den insgesamt 2340 Saisonminuten fertig, die Kugel im gegnerischen Netz unterzubringen – der absolute Bestwert in der Kreisklasse Donau/Isar II, selbst der souveräne Meister TSV Lichtenau (79) kam nicht ganz an ihn heran.

Trotzdem verpassten die Scheyrer am Ende die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation, mussten stattdessen dem TSV Hohenwart den Vortritt lassen. Was jetzt mit zur überraschenden Trennung von Klub und Hergeth führte? Der 38-Jährige schüttelt den Kopf: „Nein, das war definitiv kein Grund dafür. Aber mehr möchte ich zu diesem Thema bitte nicht mehr sagen.“

„Ich lasse einfach alles auf mich zukommen“

Und wie geht’s jetzt weiter für den „Fußball-Junkie“ Hergeth? Für den Tüftler? Für den Trainer aus Leidenschaft? „Eine gute Frage, die ich momentan aber leider noch nicht beantworten kann“, erklärt der Schrobenhausener: „Ich lasse einfach alles auf mich zukommen.“ Ein einjähriges Sabbatical sei aus seiner Sicht ebenso wenig ausgeschlossen wie die Möglichkeit, im Winter wieder einen Trainerjob zu übernehmen. Und falls ganz spontan sogar jetzt noch, in der Sommerpause, ein Angebot auf seinen Tisch flattern würde? „Dann würde ich es mir auf jeden Fall gut anschauen“, so Hergeth: „Denn so sehr ich die zusätzliche Zeit, die ich nun für meine Familie übrig habe, auch genieße – in absehbarer Zeit möchte ich natürlich wieder irgendwo als Coach arbeiten. Komplett ohne Fußball werde ich wohl nie sein können.“

SZ