Auf heimischen Bahnen nicht zu schlagen
Stockschützen aus Kühbach und Gachenbach schaffen enorm wichtige Bundesligasiege

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 11:14 Uhr |

In dr Tabelle der 2. Bundesliga Süd, Gruppe B, ganz vorne: (v.l.) Thomas Götz, Stefan Sonnhüter, Michael Schefbauer, Alexander Ivenz und Christian Breitschopf vom SSC Gachenbach I.. Foto: M. Kappelmaier

Perfekte Ausbeute für die Stockschützen des TSV Kühbach beziehungsweise des SSC Gachenbach: In ihren jüngsten Bundesligapartien fuhren sie ausnahmslos Siege ein.

TSV Kühbach - EC Passau-Neustift 7:3: Rund 120 Stocksportfans fanden sich im Kühbacher Sportpark ein, um den heimischen TSV Kühbach gegen den mehrfachen Deutschen Meister aus Passau zu sehen. Und diese Fans sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn sie erlebten ein Stocksportspektakel, das bis zum letzten Schuss für Gänsehaut sorgte.
Kühbachs Coach Anton Filgertshofer zeigte sich nach dem 7:3-Erfolg sichtlich erleichtert. „Endlich wurden wir für eine sehenswerte Vorstellung auch mal mit zwei Punkten belohnt. Es war ein Duell auf Augenhöhe, in dem wir uns auf eindrucksvolle Weise den angestrebten Klassenerhalt gesichert haben.“
Nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Roger Ostermayer begann die Partie so ganz nach dem Geschmack der Heimischen, denn sie zogen schnell auf 5:0 davon. Zwar konnten die Passauer anschließend ihren Nachschuss halten, doch das entfesselnd aufspielende TSV-Quintett – bestehend aus Rudi Baumgartner, Daniel Steber, Anton Filgertshofer, Manfred Schrittenlocher sowie Herbert Schrittenlocher – ließ nicht locker und brachte im ersten Spiel einen klaren 8:1-Sieg sicher nach Hause.
Zu einer heißen Auseinandersetzung entwickelte sich das zweite Spiel: Jetzt nahm der EC das Heft in die Hand, gab den Nachschussvorteil dank seiner Routine nicht mehr her und glich mit einem 5:4 zum 2:2-Gesamtstand aus.
Ging es in dieser zweiten Partie schon leidenschaftlich hin und her, so sollte es nach der Pause noch heißer werden. In einem bedingungslosen Angriffsspiel stellten beide Mannschaften nun ihr hohes Potenzial unter Beweis. Den einzigen Fehlschuss des TSV konnten die Passauer aber nicht ausnutzen, wodurch das Kühbacher Team zu einem glücklichen 4:4-Unentschieden kam.
Diesen schmerzlichen Punktverlust musste die Vertretung aus Niederbayern erst einmal verdauen. Der TSV hingegen sah seine Chance gekommen und zog im fünften Spiel nach vier Topkehren auf 3:1 davon. Mit den begeisterten Fans im Rücken und unter der Regie von Moar Rudi Baumgartner lief die Angriffsformation Steber/ Schrittenlocher nun endgültig zur Höchstform auf und stellte mit einem 5:3 die Weichen zum späteren Gesamtsieg. In erster Linie war es Neuzugang Steber, der mit nur einem Fehlschuss in den fünf Spielen zum überragenden Akteur avancierte.
Obwohl die Hausherren jetzt bereits einen wichtigen Zähler auf der Habenseite hatten, ließen sie in der Abschlusspartie nicht nach. Bei einem 5:3 in der Schlusskehre sah der TSV Kühbach schon wie der sichere Sieger aus, ehe die Passauer nach einer unglücklichen Aktion der Gastgeber zwei Nachschüsse bekamen. Diese wurden vom EC aber vergeben, der TSV gewann dadurch das fünfte Spiel mit 5:4 – und somit war auch der 7:3-Gesamtsieg über die Dreiflüssestädter perfekt. Hierdurch haben die Kühbacher schon jetzt den Klassenerhalt hundertprozentig sicher.

SSC Gachenbach II - ESV Nürnberg Rangierbahnhof 6:4: Die zweite SSC-Vertretung – bestehend aus Moar Andreas Schäffler, Andreas Schilcher, Philipp Hörmann und Marco Zahn – musste diese Partie unbedingt gewinnen, um einen Abstieg in die Bayernliga aus eigener Kraft verhindern zu können. Diesem nervlichen Druck waren dann etliche leichte Fehler geschuldet, so dass man im ersten Spiel eine 6:3-Führung nach der vierten Kehre noch aus der Hand gab und mit 6:7 verlor.
In der zweiten Partie waren es die Nürnberger, die einen 5:1-Vorsprung noch verspielten (5:7). Nach der Pause zeigten sich die Gachenbacher voll konzentriert und gewannen das dritte Spiel mit 7:2. Im vierten folgte dann trotz eines 1:4-Rückstandes ein 5:4 – was hauptsächlich an dem an diesem Tag überragenden Marco Zahn lag. In der letzten Partie hatte der SSC II II zwar unglücklich mit 3:4 das Nachsehen, aber das Gesamtmatch ging ja trotzdem an ihn. Dadurch haben die Gachenbacher die Chance, sich mit einem Auswärtssieg am Samstag beim TSV Ismaning auf den dritten Tabellenplatz der Gruppe D zu retten. Würde ihnen das gelingen, dann dürften sie am 13. Juli ein Entscheidungsspiel um den Verbleib in der 2. Bundesliga Süd austragen.

SSC Gachenbach I - EC Haslangkreit I 9:1: Dieses Nachbarschaftsduell wurde zu einer ziemlich einseitigen Angelegenheit. Das erste SSC-Team – bestehend aus Stefan Sonnhüter, Michael Schefbauer, Christian Breitschopf sowie Alexander Ivenz − gewann dabei gleich die ersten beiden Spiele mit 8:2 und 7:4. Nach der Pause keimte bei den Haslangkreitern kurzzeitig etwas Hoffnung auf, als sie die ersten beiden Kehren gewannen. Voll konzentriert schlugen die Gachenbacher aber zurück, gewannen die restlichen vier Kehren – und somit das dritte Spiel mit 5:3, was auch schon den Gewinn des gesamten Wettkampfes für sie bedeutete. Mit einem 4:4 im vierten Spiel sicherte sich der EC Haslangkreit zumindest einen Ehrenpunkt, bevor Gachenbach I mit einem 9:3 in der fünften Partie den auch in der Höhe verdienten 9:1-Erfolg festmachte.

Zu seinem letzten Gruppenspiel erwartet der SSC am Samstagabend um 18 Uhr den TSV Penzing in Aresing. Da bereits jetzt feststeht, dass Gachenbach I Sieger in der Zweitligagruppe B ist, freut sich Vereinsboss Stefan Sonnhüter auch schon auf den 13. Juli: „Da nämlich könnten wir mit einem Sieg gegen den Zweitplatzierten der Gruppe C sogar den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen.“

SAnton Stadlmair, Martin Kappelmaier