Komplexe Themen auf wenigen Tafeln
Sonderausstellung zum Donaumoos im Foyer des Landratsamts eröffnet

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09.07.2024 | Stand 09.07.2024, 9:00 Uhr |

Blick auf die neue Ausstellung im Foyer des Landratsamts Neuburg: Donaumoos-Zweckverbands-Geschäftsführer Michael Hafner (v.l.), Koordinator Gerhard Grande, Klimamanager Christoph Unterburger und Landrat Peter von der Grün. Foto: Tamm

Im Donaumoos wird versucht, traditionelle Landwirtschaft, Moor- und Klimaschutz zu vereinen. Eine neue Wanderausstellung im Landratsamt Neuburg, organisiert vom Donaumoos-Zweckverband, gibt bis 27. Juli auf mehreren Tafeln einen umfassenden Einblick in diese Themen.

Neue Wertschöpfungsideen, eine traditionelle Landwirtschaft, dazu Moor- und Klimaschutz – all das steckt im Donaumoos und will unter einen Hut gebracht werden. Eine komplexe Aufgabe: „Wir wollten das Thema übersichtlich und verständlich rüberbringen“, sagt Landrat Peter von der Grün (parteilos) am Montagmittag im Foyer des Landratsamts Neuburg. Dort findet sich nun eine neue Ausstellung, die auf mehreren Tafeln verschiedene Aspekte und Thematiken zum größten Niedermoor in Süddeutschland erläutert.

Wanderausstellung kommt auch nach Ingolstadt und Aichach



Die kleine Schau von Donaumoos-Zweckverband und Donaumoos-Team ist als eine Wanderausstellung konzipiert und soll nach der Zeit im Landratsamt – die am 27. Juli enden wird – unter anderem in Schulen, Banken oder bei Vereinen einen vorübergehenden Platz finden. Auch Anfragen aus dem Raum Aichach und aus Ingolstadt gebe es bereits. Alles sei so konzipiert, dass die Ausstellung möglichst lange aktuell bleibt, trotz der sich immer wieder wandelnden Umstände und Rahmenbedingungen im Moos. „Hier kann man in nur einer halben Stunde einen tiefen Einblick in das Donaumoos bekommen“, so der Landrat.

Tatsächlich decken die Tafeln viele Bereiche ab, die seit langem rund um das Donaumoos, seine Nutzung und den Moorschutz debattiert werden. Beispiel Landwirtschaft: Es wird auf einer Grafik gezeigt, welche Kulturen wo im Moos angebaut werden. Aber auch eine neue, klimaschonende Bewirtschaftung der Flächen − Stichwort Materialien aus Pflanzenfasern aus dem Donaumoos − wird beleuchtet. Die bisherigen Ergebnisse dieses Prozesses, also Baustoffe und ähnliches aus oder mit Paludi, kann in einem kleinen Schaukasten gesehen werden. „Das ist natürlich nur ein Bruchteil“, sagt Zweckverbandsgeschäftsführer Michael Hafner. Und Koordinator Gerhard Grande betont, in diesem Bereich sei das Donaumoos führend und vor den großen Mooren im Norden der Republik.

Einzigartigen Lebensraum kennenlernen



Unter der Rubrik „Alleskönner Moor“ wird zudem anschaulich erklärt, welch vielfältige Aufgaben ein gesundes Moor übernehmen kann. Klimaschutz, Wasserfiltrierung, Wasserspeicher, Hochwasserschutz, Naherholung und vieles mehr. Zudem, so betont Grande, finde man im Moos besondere Habitate. Er nennt Wiesenbrüter, Amphibien, Bachmuscheln, Schmetterlinge und eine spezielle Flora. Der Zweckverband sichere Bereiche, die als Lebensraum „einzigartig“ seien.

Laut Grande sei es eine besondere Herausforderung, in einem bewohnten Gebiet Maßnahmen zur Moorsicherung und weiteres durchzuführen. Hafner deutet in diesem Zusammenhang auf die Tafel, welche zeigt, was man bereits habe umsetzen können. Am Baierner Flecken gebe es inzwischen 20 Stauwehre zur Vernässung, dazu das große Wiedervernässungsprojekt in Obermaxfeld. Auch die Versuchsfläche für den Paludi-Anbau bei Langenmosen bleibt nicht unerwähnt. „Hier gewinnen wir viele wichtige Erkenntnisse“, sagt Hafner. Nicht zu vergessen die Dialogarbeit mit den Menschen vor Ort im Donaumoos.

Tafeln bis 27. Juli im Foyer des Landratsamtes



Wer sich die Ausstellung anschauen mag, hat dazu bis 27. Juli im Foyer des Landratsamts zu den Öffnungszeiten der Behörde die Möglichkeit. Die Schau flankiert den ebenfalls noch bis zum 27. Juli laufenden „Klimathon“ des Landkreises. Wer teilnehmen möchte und Aufgaben rund um den Klimaschutz lösen möchte mit dem Ziel, im Projektzeitraum möglichst viel CO2 im eigenen Alltag einzusparen, kann dafür die „2zero“-App aufs Smartphone laden und unter Community „Landkreis Neuburg-Schrobenhausen“ auswählen. Schon kann es losgehen.

DK