Der Hitze trotzen
Sommerlicher Wärmeschutz bei Gebäuden

Energieberatung des Landkreises gibt Tipps zur Vorsorge

11.07.2024 | Stand 11.07.2024, 11:00 Uhr |

Jalousien alleine bieten keinen wirklichen Schutz vor sommerlicher Hitze. Besser sind beispielsweise Außenrollos. Symbolbild: Pixabay

Angesichts klimatischer Veränderungen wird der Schutz vor Überhitzung in Wohnräumen immer wichtiger. Die Energieberatung Neuburg-Schrobenhausen bietet Tipps für Eigenheime und Mietwohnungen.

Kühlen Wohnräumen kommt in Zeiten klimatischer Veränderungen eine immer größere Bedeutung zu. Wetterextreme treten häufiger auf und sommerliche Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke überhitzen Innenräume. Ein vorausschauender Wärmeschutz schafft hier Abhilfe und ist besser als Klimaanlagen, die viel Strom verbrauchen. Die Energieberatung des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, des Verbraucherservice Bayern und des Vereins „Energie effizient einsetzen“ gibt Tipps zur Vorsorge für Eigenheime und Mietwohnungen.

Dachkonstruktion sollte wärmegedämmt sein

Für den sommerlichen Wärmeschutz im Dachgeschoss ist zunächst wesentlich, dass die Dachkonstruktion wärmegedämmt und luftdicht ist. Denn Dachziegel können sich im Sommer auf bis zu 80 Grad aufheizen. Häufig existieren hier jedoch Mängel, sogar bei Dachschrägen, die schon gedämmt sind. Typisch sind nicht abgedichtete Fugen oder undichte Rohr- und Kabeldurchführungen. Beides kann Ursache für zu hohe Temperaturen sein.

Um im Sommer eine Überhitzung von Dachräumen zu verhindern, ist eine starke Dämmwirkung die wichtigste Eigenschaft. Günstig ist außerdem ein flexibles Material, das sich an Unebenheiten gut anpasst. Obendrein führen Dämmmaterialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit zu einer langsameren Erwärmung der Innenräume. Bei Dachfenstern sind Vorrichtungen zum Hitzeschutz sehr wirksam, wenn sie von außen angebracht werden. Dazu gehören Rollläden oder Außenrollos, aber auch Dachfenstermarkisen. Wer Dachfenster austauscht oder neu einbaut, sollte das berücksichtigen.

ŚSonnenschutz von Außen am effektivsten



Mieter und Mieterinnen, die selbst keine baulichen Veränderungen vornehmen können, haben dennoch Möglichkeiten, sich vor hohen Temperaturen zu schützen. Von innen angebrachte Vorrichtungen schützen ebenfalls vor Überhitzung. Der Schutz ist umso besser, je mehr die zum Fenster zeigende Seite das Sonnenlicht reflektiert. Die Wirksamkeit von Rollos, Plissees, Lamellen oder Faltstores ist jedoch geringer als bei außenliegendem Sonnenschutz, da nur ein Teil der in den Raum eingedrungenen Wärme wieder nach draußen reflektiert wird. Zugezogene Gardinen bieten zwar einen Sicht- und Lichtschutz, aber praktisch keinen Schutz vor Hitze.

Sonnenschutz von außen ist am wirksamsten. Wer das in einer Mietwohnung beabsichtigt, muss vorab bei der Vermieterin oder beim Vermieter um Erlaubnis fragen. Ist diese erteilt, können Markisen, Sonnensegel, Raffstores oder Rollläden eingesetzt werden, da sie bereits das Eindringen der Sonnenstrahlen in dahinterliegende Fenster und Räume verringern. Einen vergleichsweise preisgünstigen Schutz bieten reflektierende Sonnenschutzfolien, die auf Fensterscheiben geklebt werden können. Diese verringern die Erwärmung der Wohnräume, verdunkeln diese aber auch. Sonnenschutzfolien können, je nach Produkt, von innen oder außen auf Fenster geklebt werden. Wer sie selbst verkleben will, sollte die Verwendungshinweise der Herstellerfirma beachten und Vermieter oder Vermieterin informieren.

Empfehlung von „Luftkühlern“



Einfacher und energiesparender als Klimageräte sind „Luftkühler“. Sie funktionieren wie ein Ventilator und kühlen die strömende Luft zusätzlich mit Kühlakkus und der Verdunstung von Wasser in einem eingebauten Tank. Zu beachten ist, dass sie die Raumtemperatur nicht dauerhaft senken, da die Kühlzeit durch die Größe von Wassertank und Kühlakkus begrenzt ist.

Die Energieberatung hilft bei allen Fragen zum Hitze- und Wärmeschutz. Bei den Energieberatungen des Landkreises können sich Bürgerinnen und Bürger bei allen Fragen zum Hitze- und Wärmeschutz und anderen Energiethemen beraten lassen. Die kostenlosen Energiesprechstunden finden im Landratsamt in Neuburg, in der Volkshochschule in Schrobenhausen und im Bürgerhaus in Burgheim statt.

Vor-Ort-Beratung und Energiesparkoffer

Neben den Energiesprechstunden wird eine Vor-Ort-Beratung bei privaten Haus- oder Wohnungseigentümern für 30 Euro angeboten. Eine Terminreservierung erfolgt telefonisch über die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Theresa Dehmel, unter (08431) 57-893 oder über den Verbraucherservice unter (0841) 95159990. Die Anfrage kann auch online unter www.neuburg-schrobenhausen.de/klimaschutz oder per E-Mail an klimaschutz@neuburg-schrobenhausen.de erfolgen.

Seit Kurzem kann beim Landkreis ein Energiesparkoffer ausgeliehen werden. Er beinhaltet ein Hygro- und Thermometer, ein Kühl- und Gefrierschrankthermometer, ein Luxmeter, zwei Messgeräte für den Stromverbrauch und eine Wärmebildkamera. Die Kaution des Koffers für zwei Wochen beträgt 20 Euro.

DK