Burgheim
Schwer beschäftigter Schutzengel

Burgheimer Pfarrgemeinderat brilliert mit Theaterstück um bayerischen Protectulus

06.11.2022 | Stand 22.09.2023, 3:41 Uhr |
Ralf Schmitt

Jochen Wittwers (2. v. l.) Auftritt als Schutzengel Protectulus war spektakulär. Foto: Schmitt

Von Ralf Schmitt

Burgheim – Die Premiere des Theaterstücks „Der bayerische Protectulus“ war ein voller Erfolg. Der Burgheimer Pfarrgemeinderat bewies eindrucksvoll sein Können auf der Bühne im voll besetzten Pfarrsaal.

Alle weiteren Vorstellungen am kommenden Wochenende sind bereits ausverkauft. Damit hat das sicherlich verwöhnte Burgheimer Theaterpublikum die Leistungen des Ensembles in den vergangenen Jahren angemessen honoriert. Auch das ausgewählte Stück, „Der bayerische Protectulus“ aus der Feder von Peter Landstorfer konnte viel zu diesem Erfolg beitragen.

Lacher, die von den Akteuren gekonnt herausgearbeitet werden, gibt es in fast jeder Szene. Alle Rollen sind mehr als ideal besetzt. Das erleichtert auch die Arbeit von Nadine Braun und ihrem Team in der Maske. Die Spielleiterinnen Silke Braun und Christa Baumgartner konnten auf Darsteller mit großer Bühnenerfahrung zurückgreifen, was sich an der Qualität der Aufführung deutlich bemerkbar machte.

Die anspruchsvollste Rolle besetzt Fred Braumandl, er hat als Bauer Gustl Moarhofer sportliche 257 Einsätze. Aber was wäre ein Hauptdarsteller ohne die Zuarbeit seiner Mitspieler? Und auf eine sehr gute Zuarbeit kann sich Braumandl jederzeit verlassen. Seine Frau Vroni (Sabine Faller) hält ihn zwar für „zu dumm, um zu lügen“, steht aber letztendlich doch auf seiner Seite.

Sein Freund und Nachbar Bartl (Ralf Beßle) hat als Lügner offensichtlich ein gleich großes Talent wie der Bauer. Stefanie Rottenkolber als Bartls Frau Finni führt ein strenges Regiment. So ist es nicht verwunderlich, dass Gustl und Bartl sich öfter in fingierte „Jahreshauptversammlungen“ beim Wirt Brucki flüchten. Allerdings passen Alkohol und Kartenspiel nicht ganz zusammen, und so verliert Gustl erst einen Ochsen und dann gleich noch einen zweiten. Das soll aber noch längst nicht das Ende seiner Pechsträhne sein.

Von alle dem nichts wissend, hat die Magd Sophie (Bianca Schneider) nur Liebesromane und Männer im Kopf. Sie macht dem diensteifrigen Gemeindediener Blasi (Uli Ottilinger) ständig schöne Augen. Den interessieren aber nur sein Dienstschluss und die fälligen Gemeindeabgaben.

Eine satte 180-Grad-Wendung im Vergleich zum „normalen Leben“ gelingt Manfred Braun auf der Bühne. Er mimt den schmierigen, verschlagenen und hinterlistigen Viehhändler Greimoser. Sein breites „Iie waaar jetzt do“, als erster Satz seiner ersten Szene, brachte ihm bereits Applaus ein. Dem Protectulus (Jochen Wittwer) fällt die schwere Aufgabe zu, alles, was sein Schutzbefohlener Gustl in seiner kurzen Abwesenheit angerichtet hat, wieder ins Lot zu bringen. Er zieht alle Register seines Könnens als Schutzengel und – das darf hier schon verraten werden – es gelingt ihm.

Während der Premiere konnte sich Souffleuse Carmen Ebert nicht über zu viel Arbeit beschweren, alle Akteure zeigten sich textsicher. Techniker Herwig Badstieber war mit Licht und Ton diesmal in seinen Fähigkeiten fast unterfordert. Nur einmal durfte er sein Können aufblitzen lassen: Ein Blumentopf bewegte sich zur Verwunderung des Publikums auf die Sekunde genau und fiel wie von Geisterhand gesteuert vom Kachelofen. Von Badstieber war das so gekonnt inszeniert, dass einige der Zuschauer das sogar für Zufall hielten.

Unter den begeisterten Premierebesuchern waren auch der Hausherr, Pfarrer und Dekan Werner Dippel, sowie Vize-Bürgermeister Andreas Flath (FW) mit Gattin. Wer das Glück hatte, sich Karten für die Vorstellungen am nächsten Wochenende sichern zu können, darf sich jetzt schon auf unbeschwerte Stunden bei guter Unterhaltung freuen.

DK