Schenkungsvertrag unterzeichnet

Sammlung des kulturhistorischen Vereins in Karlshuld geht an Stiftung Donaumoos

29.11.2022 | Stand 29.11.2022, 6:00 Uhr

Unterschrift mit Bedeutung: Dieter Distl, Vorsitzender des kulturhistorischen Vereins Donaumoos, am Montag während der Sitzung der Stiftung Donaumoos. Die Schenkung ist damit besiegelt.

Von Christian Tamm

Kleinhohenried/Karlshuld – Die Tinte ist trocken. Die Sammelqualifizierung unzähliger historischer Stücke, die derzeit noch im Moorversuchsgut in Karlshuld lagern, nimmt Fahrt auf. Denn in der jüngsten Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Donaumoos am Montag wurde nun offiziell der Schenkungsvertrag unterzeichnet.

Das bedeutet konkret: Die umfangreiche Sammlung des Kulturhistorischen Vereins Donaumoos, die über viele Jahrzehnte hinweg zusammengetragen wurde, geht in den Besitz der Stiftung über. Die entsprechenden Unterschriften setzten Dieter Distl, der Vorsitzender des kulturhistorischen Vereins, sowie Michael Lederer (FW). Der Bürgermeister von Karlshuld ist nämlich zugleich Vorsitzender der Stiftung.

Lederer dankte dem kulturhistorischen Verein ausdrücklich für seine lange Arbeit. Tatsächlich ist die Sammlung beeindruckend, wie unsere Zeitung während eines Termins im Karlshulder Moorversuchsgut Anfang November erfahren dürfte (wir berichteten). Und genau das wurde dann auch bei den feierlichen Unterschriften deutlich. Denn zum Vertragswerk wurde auch eine Art Inventur gereicht − bestehend aus fünf dicken Ordnern. Sie enthalten Listen zu Bereichen wie Fotos, Textilien oder aber zu Leihgaben.

Apropos Leihgaben. Sie wurden deshalb extra katalogisiert, da geliehene Dinge natürlich nicht einfach so vom Verein an die Stiftung Donaumoos weitergegeben werden können, so Fritz Koch vom Haus im Moos in Kleinhohenried, wo der Stiftungsrat auch zusammengekommen war. Da wartet noch etwas Arbeit. Bei einigen Leihgaben könne es noch zu weiteren Schenkungen kommen. In den anderen Fällen müsse „abgewickelt“ werden. Die guten Stücke wandern also über kurz oder lang zurück zu ihren eigentlichen Eigentümern.

Nun geht die Sammelqualifizierung, also die genauere Sichtung aller Objekte, richtig los. Dafür hat man bekanntlich drei neue Mitarbeitende gesucht – und das mit Erfolg. Die Stelle der Projektleitung ist fix vergeben, wie Steffi Klatt vom Haus im Moos sagt. Auch für den Bereich Sammlungsmanagement konnte man jemanden verpflichten, eine gelernte Restauratorin. Nun fehlt nur noch ein Sammlungstechniker. Auch da scheinen die Aussichten gut zu sein, wie zu hören war.

Das Projekt Sammelqualifizierung läuft, wie berichtet, zunächst drei Jahre. Laut Stiftungsvorsitzendem Lederer wird das Moorversuchsgut im Herzen Karlshulds am Ende des Ganzen leer sein. Ein Zwischenlager für die Stücke ist bereits auf dem Gebiet der Gemeinde Königsmoos gefunden. Deren Bürgermeister Heinrich Seißler (FW) ist einer der Stellvertreter Lederers.

Was Ende des Projekts steht, kann man noch nicht sagen. Ob es ein neues Depot gibt? Das ist der Plan. Ob es mit einem öffentlichen Raum ausgestattet wird − also wie ein Museum? Das hängt laut Lederer von den Mitteln ab. Nach den Worten von Fritz Koch könnte aber die Förderung durch den Kulturfonds möglich sein. Und Bezirkstagsmitglied Martina Keßler sieht die Geschichte des Donaumoos ohnehin im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg, wie sie sagte.

Kurz notiert

Veranstaltungen: Das Haus im Moos in Kleinhohenried wird auch im Jahr 2023 jede Menge Programmpunkte bieten. Die Vorhaben fürs kommende Jahr wurden vom Stiftungsrat Donaumoos einstimmig abgenickt. Unter anderem wird es wieder ein Ferienprogramm geben – und zwar zu Pfingsten und im Sommer. Zudem feiert man 25 Jahre Haus im Moos. Die Stadt Schrobenhausen wird in Kleinhohenried ihren Klimatag begehen. Hinzu kommen Vorträge, Exkursionen und weitere Ausstellungen – darunter eine Bonsaiausstellung. Letztes warf Fragen auf. Die Erklärung: Auch Birken und Eichen können zu einem Bonsai entwickelt werden. In naher Zukunft wird es am Haus im Moos zudem eine Schau über Fledermäuse geben. Diese soll den Winter über zu sehen sein. Den Abschluss der Großveranstaltungen bildet auch 2023 wieder die Biberfachtagung, die dieses Jahr an diesem Dienstag stattfindet.

Finanzen: Die Zuwendungen der finanziellen Träger belaufe sich laut Wirtschaftsplan für 2023 auf 894000 Euro. Darin enthalten sind festgelegte Zuwendungen sowie weitere Sonderzuweisungen im Zusammenhang mit dem Depotprojekt (siehe Hauptartikel). Die finanziellen Träger sind die Gemeinden Karlshuld, Karlskron, Königsmoos sowie der Landkreis und der Bezirk Oberbayern.

ct