Der neue Star der volkstümlichen Musik?
Sandro Knoll aus Langenmosen hat einiges vor

05.01.2024 | Stand 05.01.2024, 11:00 Uhr

Tritt mit seiner Steirischen Harmonika bayernweit auf: Solokünstler und Alleinunterhalter Sandro Knoll aus Langenmosen. Foto: T. Floerecke

Er weiß ganz genau, was er will. Er hat klare Ziele und Pläne. Von Auftritt zu Auftritt möchte er besser werden. Und als Solokünstler mit seiner Steirischen Harmonika bayernweit bekannt werden: Sandro Knoll aus Langenmosen. Obendrein ist eine erste Plattenproduktion der große Wunsch des 21-Jährigen. Ein gar nicht mal so einfaches Vorhaben.

Seit er mit sechs Jahren die ersten Versuche am Akkordeon unternommen hatte, träumt Sandro Knoll von einer musikalischen Karriere. Schon damals hatte es ihm die volkstümliche Musik angetan. Mit neun bekam er seine Steirische Harmonika mit holz-metallenem Korpus, blauem Ziehzug und beigen Tasten. Seitdem übt er beinahe täglich. Bisher gab es für ihn auch so manches persönliches Bühnenhighlight. Zum Beispiel 2013 in Langenmosen zusammen mit der Musikgruppe Die jungen Zillertaler und einen gewissen Jürgen Drews vor 2000 Menschen bei der Benefizveranstaltung für die Kinderkrebshilfe. Für den Buben damals „richtig geil, was ich nie vergessen werde“. Noch so ein besonderes Ereignis fand erst vor wenigen Monaten in Amberg statt, als er den Galaabend „30 Jahre FC Sternstunden“ des bayerischen Rundfunks gleich mit 20 Stücken von Anfang bis Ende mitgestalten hat dürfen.

Individualität, Humor, Freiheit im Ausdruck

Sandro Knoll ist immer wieder mal musikalisch unterwegs. Im Schrobenhausener Land und weit darüber hinaus. Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Hoagarten, Kleinkunstbühnen. Dort ist er derzeit gefragt, worüber er sich sehr freut. Die Kontakte seines Opas Michael Koppold helfen da freilich auch ein bisschen mit, er ist sein Förderer und Begleiter. Etwa im zurückliegenden Sommer am Tegernsee beim „Team-Bananenflanke-Legendentag“ als Musiker und Alleinunterhalter rund um das Benefizfußballspiel für soziale Projekte.

Wer seine Videos etwa auf Instagram mit inzwischen 14000 Followern anschaut, dem fällt schnell auf: Sandro Knoll ist mit Leib und Seele Musiker, spielt ausgesprochen zünftig, kann aber auch ruhigere, tiefergehendere Töne anstimmen. Die Freude, auf der Bühne zu stehen, ist bei ihm deutlich zu spüren. Man könnte ihn auch als jung, dynamisch und fresh beschreiben. Im Moment spielt er mit seiner Steirischen Harmonika vor allem Coverversionen bekannter volkstümlicher Stücke. „Auf der Streif“ und „Die Sterne am Himmel“ vom Original Tiroler Echo zum Beispiel. Oder die „Tiroler Buam Polka“ im Stil der Zillertaler Schürzenjäger.

Bei seinen Interpretationen wolle er sich nicht nur auf die gängigen Standards stützen, erzählt er, „sondern die Stücke in gewissen Punkten verändern“. Tonart und Takt bleiben zwar meist gleich, aber manchmal nimmt sich der 21-Jährige ein bisschen zurück oder gestaltet Parts etwas fetziger, nutzt im Verlauf des Songs das Momentum und baut Teile individuell aus, verändert den Rhythmus, bringt eigene Gesangsparts ein. Individualität, Humor und Freiheit im Ausdruck, das sind Dinge, die diese Art der Musik auch zulassen. Oder er nimmt sich gleich Songs wie „Cordula Grün“ (Josh) vor und bringt eine volkstümliche Note rein.

Volkstümlicher Sound mit Pop

Und dann sind da noch seine Eigenkompositionen. Mit dem Motto „Tradition trifft Moderne“ überschreibt sie Sandro Knoll. Er wolle, sagt er, volkstümliche Musik und Pop verbinden. Im Mittelpunkt steht da natürlich seine Ziehharmonika. Basis sind meist Polka-Melodien aus dem bayerischen, österreichischen, böhmischen und slowenischen Raum. Sie entstehen seit gut zwei Jahren bei ihm zu Hause in Langenmosen. Das nötige Equipment wie Mischpult, Funkmikrofone und Software hat er längst. Auch das Midi-Klangmodul, das er via Kabel zwischen IT und Instrument verbindet und dadurch zusätzliche Sounds etwa von Gitarre oder Schlagzeug hinzuspielen kann. Das nutzt Knoll auch live ab und an, „aber dosiert und nur dann, wenn es zum Rahmen und zur Publikumsstruktur passt“. Dass er noch so manches dazulernen kann und muss, das sei ihm bewusst: „Der Weg zum Profi ist natürlich noch weit“, weiß Sandro Knoll selbst.

Ganz oben auf seiner Prioritätenliste steht auch die Gesangsausbildung. Gespräche, erzählt er, habe es zuletzt dahingehend mit professionellen Gesangslehrern gegeben. Damit will er seine Stimme „auf ein neues Level bringen“. Ob der Langenmosener für seine Musik überhaupt einen Markt sieht, beantwortet er zuversichtlich und durchaus selbstbewusst: „Ich muss weiter hart daran arbeiten und die Nische finden.“ Seine eigenen Tracks möchte er lieber heute als morgen professionell produzieren lassen. Ergebnisoffene Gespräche mit verschiedenen Produzenten und Labels laufen in der Hinsicht gerade.

Und wer weiß, vielleicht kann Sandro Knoll ja irgendwann sein Hobby zum Beruf machen. Selbst wenn das nicht klappen sollte – vor Zuschauern zu spielen und sie zu unterhalten, das sei das Größte für ihn. Denn die Bühne, die liebt er einfach. Mit der Musik, sagt der 21-jährige Solokünstler, sei es letztendlich auch möglich, die Verbundenheit mit anderen Menschen zu spüren und seine Freude und Leidenschaft dahingehend mit anderen zu teilen. Genau dieser Kontakt mit dem Publikum, das ist so und so sein Ding.

SZ