Illdorf

„Paargold“ glänzt in Illdorf

Gitarre, Gesang und A-cappella-Gruppe „Ois is Voice“ sorgen für Stimmung im „Krautgarten“

29.11.2022 | Stand 29.11.2022, 11:00 Uhr

„Paargold“ mit Peter Maklar, Laura Klotzsch und Christine Biolek.

Von Heidrun Budke

Illdorf – Seit zehn Jahren ein Geheimtipp, kann sich die Illdorfer Kleinkunstbühne „Zum Krautgarten“ inzwischen nicht mehr vor der Öffentlichkeit verstecken. Schließlich traten dort schon namhafte Größen wie Roland Hefter oder Stefan Zinner auf. Doch auch aufstrebenden Talenten wird hier ein Forum geboten. So waren am Samstag als flott-fröhliche Vorgruppe „Ois is Voice“ zu hören, bevor das Trio „Paargold“ die Zuhörer verzauberte.

In einer Nebenstraße liegt das Vereinsheim des FC Illdorf. Im Obergeschoss befindet sich ein großzügig ausgebauter Raum, die Decke ist mit roten Stoffbahnen abgehängt. Aus einer privaten Initiative entstand hier die Kleinkunstbühne „Zum Krautgarten“. Um die 300 Einwohner hat Illdorf und so ist es schon beachtlich, dass es den Organisatoren seit zehn Jahren gelingt, namhafte Kabarettisten und Kleinkünstler auf die Bühne zu bringen. Durch Mundpropaganda verbreiten sich die Termine, sogar aus München reisen Gäste an, so heißt es.

A-cappella-Gruppe machte den Anfang

Jedenfalls war der Raum am Samstagabend mit 100 Gästen so gut wie ausverkauft. Zunächst wärmte die A-cappella-Gruppe mit dem pfiffigen Namen „Ois is Voice“ die Zuhörer auf. Das Repertoire reichte von stimmungsvollen bis zu frech-flotten Songs. Darunter waren Lieder wie „Ebony and Ivory“, „Thank you for the Music“, das sie quasi als Dank an ihr treues Ehrenmitglied des Fanclubs, „die Angie“, sangen oder „Happy“. Dass die sechs Frauen und drei Männer glücklich waren, auftreten zu dürfen, das hörte man ihnen an und so kam das A-Cappella-Ensemble aus dem Raum Neuburg-Eichstätt bestens in Illdorf an.

Nach einer kurzen Pause kamen dann „Paargold“ auf die Bühne. Im Raum Schrobenhausen-Aichach hat sich das Trio mittlerweile einen Namen gemacht. Beeindruckend, wie schnell Peter Maklar, Laura Klotzsch und Christine Biolek eine wunderschöne Stimmung zauberten. Schon der erste Song „Jolene“ kam beim Publikum an – die Gitarrenkunst des international bekannten Musikers Maklar berührte ebenso wie die facettenreichen Stimmen der jungen Sängerinnen.

Manchem Songs verlieh das Trio eine Country-Note, andere Lieder interpretierten die jungen Frauen mit weichem, samtigem Klang, so dass ein Gänsehautmoment dem anderen folgte und es im „Krautgarten“ ganz still wurde. Das Repertoire reichte von „Stand by me“ von Ben E. King, „Son of a Preacher Man“ von Dusty Springfield bis zu „While my Guitar Gently Weeps“ von den Beatles. Faszinierend ausdrucksstark sang Klotzsch „Back to Black“ von Amy Winehouse und in gleichem Maße locker-frech gelang Biolek „Guten Morgen Freiheit“ von Yvonne Catterfeld. Unterstützt und perfekt ergänzt wurden die beiden Sängerinnen durch Peter Maklar, einem Virtuosen an der Gitarre. Am Samstagabend überraschte er mit einem Solo auf der Ukulele – wer bis dahin das Instrument nicht ganz ernst genommen hatte, bekam nun eine akustische Vorführung, was ein Könner mit diesem Saiteninstrument alles anstellen kann.

Harmonie auf musikalischer und menschlicher Ebene

2018 gründete Maklar das Trio „Paargold“ mit der Pöttmeserin Christine Biolek und der Schrobenhausenerin Laura Klotzsch. Der Name greift das Flüsschen „Paar“ auf, das sich durch die Heimat der Mitglieder des Trios schlängelt. Den beiden Sängerinnen wurde erst heuer im September von den Rotary Clubs Schrobenhausen-Aichach und Dielsdorf-Zürich der „Internationale Jugendförderpreis“ verliehen.

In Illdorf sorgte das klanglich außergewöhnliche Trio für Begeisterung im Publikum, nach jedem Song gab es Applaus. Die Harmonie auf musikalischer und menschlicher Ebene innerhalb des Trios war bei jedem Stück zu sehen und vor allem zu hören. In der ersten Hälfte des Konzertes hatte Christine Biolek ins Publikum gefragt: „Gibt es jemand, der Paargold schon kennt?“ und antwortete dann selbst mit „Nein, niemand?“, als es nur Kopfschütteln gab. Das ist ab jetzt anders – wer in Illdorf dabei war, dem wird „Paargold“ mit Sicherheit in Erinnerung bleiben.

DK