Neuburg/Darwin
Neuburger Soldaten: Nur positive Stimmen zur Übung „Pitch Black“

02.09.2022 | Stand 22.09.2023, 6:06 Uhr |
Ralf Schmitt

Kommodore Oberst Gordon Schnitger im Gespräch mit dem japanischen Drei-Sterne-General Takehiro Morita. Foto: Luftwaffe

Von Ralf Schmitt

Stimmung, Unterbringung und Verpflegung sind sehr gut, sagen die Neuburger Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74, die zurzeit in Australien an der internationalen Übung Pitch Black teilnehmen, einstimmig.



„Noch besser ist unser Verhältnis zur Bevölkerung“, ergänzt Presseoffizier Oberstleutnant Max-Joseph Kronenbitter. „Selbst Nachtstarts von manchmal mehr als 70 Kampfflugzeugen stören hier niemanden“, erklärt der Neuburger Stabsoffizier und verweist auf die hohe Akzeptanz, die solche Übungen unter der australischen Bevölkerung genießen. „Das hat sich schon während des Flypast und dem Tag der offen Türe in der letzten Woche gezeigt“, sagt Kronenbitter (wir berichteten).

Die zweite Woche dieser größten australischen Luftwaffen-Übung ging am Freitagabend mit einer großen „International Night“ zu Ende. Circa 2500 Soldatinnen und Soldaten aus 17 Nationen stellten dabei vor allem den kulturellen Austausch in den Vordergrund.

Diesen gemeinsamen Wochenabschluss nutzte der Kontingentführer und Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74, Oberst Gordon Schnitger, um seinen Soldatinnen und Soldaten für die anstrengende, aber auch erfolgreiche Woche zu danken.  Für die Neuburger Geschwaderangehörigen waren für die Abendveranstaltung Lederhosen und Dirndl angesagt. „Wer sowas nicht dabei hat, trägt den Dienstanzug“, hatte der Kommodore beim Antreten kurz davor noch unmissverständlich befohlen.

An den Nachtflugübungen der abgelaufenen Woche waren auch Neuburger Eurofighter beteiligt. „Gerade Luftbetankungen in stockfinsterer Nacht über dem australischen Outback erfordern von den Piloten noch eine Spur mehr Konzentration als tagsüber“, informiert Kronenbitter. Den technischen Klarstand der Eurofighter bezeichnet der Offizier als „sehr gut“. „Wir sind mit sechs Maschinen vor Ort. Unsere Missionen werden immer mit vier Flugzeugen geflogen. Bis jetzt musste noch keine einzige ausfallen“, sagt Kronenbitter.

Gleichzeitig boten sich in der vergangenen Woche einige Gelegenheiten, um auf Techniker- und Pilotenebene Informationen auszutauschen. Wechselseitige Besuche an den Kampfflugzeugen der verschiedenen Nationen ergaben Einblicke, die so nur bei größeren Übungen möglich sind. Besonders dann, wenn es sich um Flugzeuge handelt, die man auf keiner Nato-Übung zu sehen bekommt. Absoluter Höhepunkt war die Präsentation einer indischen Suchoi-30MKI. Dieses russische  Mehrzweckkampfflugzeug ist ein zentraler Eckpfeiler der indischen Luftwaffe. Durch spezielle Vorflügel, so genannte Canards, und einer Schubvektorsteuerung verfügt das Flugzeug über eine sehr hohe Wendigkeit. Von dieser Fähigkeit und der Größe der Maschine zeigten sich die Neuburger Wartungsspezialisten sehr beeindruckt. Die einmalige Gelegenheit zu einem Mitflug erhielt einer der Neuburger Piloten. „Gerade der langsame Flug ist etwas, womit wir definitiv nicht mithalten können“, sagte Hauptmann Willi S. nach der Landung.

Ein reger Austausch findet aber nicht nur auf militärischer Ebene statt. „Die Australier haben uns eingeladen, mit ihnen drei Grundschulen zu besuchen, um über die Übung und unserer Beteiligung daran zu berichten. Die Fragen der Schüler waren mannigfaltig“, sagt der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Geschwaders, Hauptmann Florian Herrmann.

In der kommenden Woche endet die Übung Pitch Black. Nach vier Tagen Pause schließt sich eine weitere internationale Übung mit dem Namen Kakadu an. Diese wird von der australischen Marine geführt, deshalb werden daran auch größere Schiffsverbände beteiligt sein.

Gegen Ende September wird das deutsche Kontingent abschließend noch Japan besuchen. Zu einer ersten Kontaktaufnahme kam es in Darwin. Oberst Gordon Schnitger konnte bereits Gespräche mit dem japanischen Drei-Sterne-General Takehiro Morita führen.

DK