Brunnen

Nein zum Landschaftspflegeverband

Gemeinderat stimmt zudem gegen die Teilnahme am Leader-Förderprogramm

02.06.2022 | Stand 02.06.2022, 15:30 Uhr

Keine Beschränkung für Lastwagen soll im Gerstettener Weg in Brunnen eingeführt werden. Nach einer Beschwerde von einer Anliegerin wurde der Antrag abgelehnt. Foto: Preckel

Von Günter Preckel

Brunnen – An der vorgesehenen Gründung eines Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen will sich die Gemeinde Brunnen nicht als Mitglied beteiligen. Das ergab der eindeutige Beschluss des Gemeinderates am Mittwochabend mit 11:0 Stimmen. Bürgermeister Thomas Wagner (CSU) riet seinem Gemeinderat vom Beitritt ab. Dabei sei es gar nicht so um die 0,65 Euro pro Einwohner als Mitgliedsbeitrag für die Gemeinde gegangen, hieß es, sondern, wie Wagner sagte: „Ich bin der Meinung, dass wir das in Brunnen nicht brauchen.“ In einem Landschaftspflegeverband, so das Ziel, sollen unter anderem vorhandene Flächen durch entsprechende Pflegemaßnahmen ökologisch optimiert werden.

„Eigentlich haben wir alles im Griff“, sagte der Bürgermeister und ergänzte, dass geeignete Flächen für eine ökologische Optimierung in seiner Gemeinde gar nicht vorhanden wären. Nachdem Wagner die Meinung vertrat bei Bedarf in ein paar Jahren immer noch einsteigen zu können, regte Gemeinderat Roland Weiß (Brunnen) an: „Und wenn wir erst beitreten und dann wieder austreten?“ Darauf entgegnete Wagner, dass das nicht funktioniere. Gemeinderat Hans Plöckl (Brunnen) fragte nach, welche Gemeinden denn im ländlichen Raum alle mitmachen würden. Thomas Wagner antwortete: „Der Landkreis ist gespalten.“

Auch bei der neuen Leader-Förderperiode für die Jahre 2023 bis 2027 will die Gemeinde Brunnen nicht mitmachen. Das hatte der Gemeinderat schon in seiner Sitzung im Juni 2018 beschlossen, doch nach neuen Förderprogrammen durch die lokale Aktionsgruppe Altbayerisches Donaumoos sollte der Beschluss noch einmal überdacht werden, hieß es. „Da wird schon Geld locker gemacht, doch man muss auch was dafür tun“, sagte der Bürgermeister. In Erinnerung rief er dabei das Projekt der im Jahr 2006 eingeweihten Wurfscheibenarena in Brunnen, deren Errichtung damals von Leader unterstützt wurde. Weitere Projekte danach hätten sich aus Brunnener Sicht jedoch zerschlagen und auch neue Projekte wären in Brunnen nicht vorhanden, meinte der Gemeinderat. „Bei den Projekten gibt es so viele Auflagen, die letztlich nichts bringen“, steuerte Richard Bäuerle (Hohenried) bei. Dem schloss sich der Rat an und lehnte ab. Nur Thomas Wagner war bei dem mit 10:1 Stimmen gefassten Beschluss für eine weitere Beteiligung.

Nachdem eine Gemeindebürgerin auf die Verkehrssituation im Gerstettener Weg, eine Abzweigung von der Berg-im-Gau-Straße in den Ortsteil von Brunnen, mit vielen Lastwagen hingewiesen hatte, schaltete die Gemeinde die Polizeiinspektion Schrobenhausen ein, um entsprechende Lösungen herbeizuführen. Angedacht war ein mögliches Verbot für alle Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen beziehungsweise 7,5 Tonnen. „Ich war ein paarmal draußen, habe es aber nicht als Verkehrsbelastung empfunden“, sagte Bürgermeister Thomas Wagner. Für ihn sei klar, dass zusätzlich zu den landwirtschaftlichen Fahrzeugen zum benachbarten Baugebiet Drahtschneider II auch mal Betonmischer oder ähnliche Fahrzeuge fahren würden. Das lege sich aber wieder, meinte Wagner. Ferner müssten bei einer Beschränkung wegen insgesamt vier zusätzlichen Einmündungen am Gerstettener Weg insgesamt sieben weitere Verkehrsschilder aufgestellt werden, wodurch ein Schilderwald entstehe. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, alles so zu belassen, wie es ist.

Nach den Bauanträgen beschäftigte sich das Gremium noch mit einer Neuüberplanung des Baugebietes Brunnen-Südwest, um so der Nachverdichtung im Innenbereich des Ortes gerecht zu werden. Eine Neuüberplanung mit neuen Baubestimmungen durch das Ingenieurbüro Käser mit Kosten von rund 10000 Euro wurde dann aber in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt. Das Ergebnis daraus soll bei der kommenden Sitzung öffentlich bekannt gemacht werden.

SZ