Ammerfeld
Nächste Runde geschafft

Rennertshofener Marktgemeinderat bringt Solaranlage in Ammerfeld endgültig auf den Weg

21.07.2022 | Stand 22.09.2023, 20:59 Uhr

Am Waldrand soll der neue Solarpark Ammerfeld enstehen. Foto: S. Hofmann, DK-Archiv

Von Sebastian Hofmann

Rennertshofen – Der Solarpark im Rennertshofener Gemeindeteil Ammerfeld ist einen großen Schritt vorwärts gekommen: In seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Marktgemeinderat sowohl die Flächennutzungsplanänderung als auch den Bebauungsplan für diesen Bereich auf den Weg gebracht. Dabei mussten die Volksvertreterinnen und Volksvertreter abermals einige Stellungnahmen abwägen und darüber befinden. Und das sorgte bei mehreren Gremiumsmitgliedern hinsichtlich der aktuellen politischen Großwetterlage für Unmut.

„Waiting for connection“, zu Deutsch „Warte auf eine Verbindung“, ließ nicht nur der Projektor im Rennertshofener Rathaus am Dienstagabend mehrmals wissen – es schien auch eine Art Sinnbild für die Langwierigkeit zu sein, mit der bei besonderen Projekten aufgrund überbordender Bürokratie gerechnet werden muss.

Seinem Frust über die mitunter große Dauer solcher Verfahren machte Anton Auernhammer (OPR) nach der Abstimmung Luft: In Berlin werde aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Energiewende forciert. „Es soll schnell gehen aber wir scheißen jedes Mal rum“, ärgerte er sich – wohl kaum allerdings über die eigene Arbeitsgeschwindigkeit oder die der Rennertshofener Verwaltung. Nein: „Das geht beim Landratsamt los und zieht sich nach oben“, fügte Auernhammer hinzu und bezog sich dabei auf die zuvor abgearbeiteten Stellungnahmen zum Solarpark Ammerfeld der Träger öffentlicher Belange.

Davon waren nach der erneuten öffentlichen Auslegung ab Mitte März wieder einige eingegangen – die Bevölkerung hatte sich, wie schon in der ersten Runde, nicht zum Vorhaben geäußert oder Bedenken angemeldet. Die Einwände wurden allesamt jeweils einstimmig abgewogen. Besonders ob der Ausführungen der Unteren Naturschutzbehörde schien so manches Gremiumsmitglied enerviert aufstöhnen zu wollen.

In der anschließenden Debatte versuchte Ingenieur Walter Ryll, der die Schriftstücke aufbereitet und Vorschläge zur Abwägung vorformuliert hatte, etwas zu moderieren. Aber auch Bürgermeister Georg Hirschbeck (CSU) schlug in eine ähnliche Kerbe wie zuvor Auernhammer: „Also wenn wir schon über die RAL-Farbe für das Trafo-Gebäude auf so einer Anlage diskutieren müssen ...“, sagte der Rathauschef und behielt den Rest seiner Gedanken für sich.

DK