Beinahe vergessene Kunst
Musik aus dem Leierkasten

27.05.2024 | Stand 27.05.2024, 11:00 Uhr

Nach den Schnitzen der „Pfeifer“ dürfen Kinder auch das Spiel am Leierkasten probieren. Foto: Engl

Nicht Maler oder Musiker präsentierten am Sonntagvormittag im Kunsthof ihre Kunst, Brigitte Schuster hatte diesmal ein besonderes Herz für Kinder. Zu Gast war Leierkastenspieler Karl aus Harburg, der nicht nur einem über 100 Jahre alten kleinen Leierkasten wunderbare Lieder entlockte, sondern auch für Kinder und Eltern ein oft in Vergessenheit geratenes Können wieder aufleben ließ.

Kein Kind ging ohne Pfeiferl nach Hause

Gemeint ist das Anfertigen sogenannter Holz- oder Hollerpfeiferl, die man relativ einfach selber mit Kindern basteln kann. „Holz aus Holler beziehungsweise Holunder wäre zwar am einfachsten zu bearbeiten, ist aber nur wenig haltbar. Für ideal halte ich Holz aus Ahorn, toll wäre auch Walnuss, aber da braucht man mehr Geduld und es ist schwieriger zu bearbeiten“, gab Karl interessierten Eltern, Großeltern und Kindern mit auf den Weg. Gekonnt zeigte er Schritt für Schritt, wie es funktioniert. Wichtig ist auf alle Fälle: Die Seite, in die man reinbläst, muss die dünnere Seite sein. Sonst kann man nämlich die durch geduldiges Klopfen gelockerte Rinde nicht verschieben und die Arbeit war umsonst. Klar dass kein Kind ohne Pfeiferl – Karl hatte auch welche vorgefertigt – nach Hause gehen musste. Auch Bürgermeister Harald Reisner frischte alte Erinnenrungen wieder auf und schaute der Anleitung höchst interessiert zu.

eec