„Heute gehen wir erst morgen ins Bett“
Meister stehen fest: Burgheim wieder in der Kreisliga – Bertoldsheim spielt nächste Saison in der Kreisklasse

26.05.2024 | Stand 26.05.2024, 20:50 Uhr

Wenn das kein Grund zur Freude ist, was dann? Burgheim ist Meister geworden und kann nächste Saison wieder in der Kreisliga kicken. Foto: M. Schalk

Der Jubel war unbeschreiblich: Nach seinem 4:0-Sieg gegen die DJK Langenmosen steht der TSV Burgheim einen Spieltag vor dem regulären Saisonende als Meister der Kreisklasse Neuburg fest und wird entsprechend in der nächsten Saison wieder in der Kreisliga kicken.

Dasselbe gilt für den SV Bertoldsheim für die A-Klasse Neuburg. In seinem Heimspiel am Sonntag machte die Elf ebenfalls Meistertitel und Aufstieg perfekt.

Burgheim hat eine wechselvolle Geschichte in jüngster Zeit hinter sich: Zunächst musste die Truppe von der Kreisliga in die Kreisklasse absteigen. In der folgenden Saison schrammte sie um Haaresbreite um den erneuten Abstieg vorbei. Und jetzt diese grandiose Leistung. „Ich hatte anfangs nicht mit dem Aufstieg gerechnet“, räumt der spielende Co-Trainer Marco Rechenauer ein. „In der Hinrunde hatte die Mannschaft noch nicht zusammengefunden.“ Eine Einheit mit der Witterung und dem Willen zum Sieg wurde die Elf erst in der Rückrunde – dann aber legte sie los. „Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft“, lobt Rechenauer.

Knoten platzt in der zweiten Halbzeit

Das Spiel gegen Langenmosen liest sich wie ein Spiegelbild der gesamten Saison. „Die erste Halbzeit war zäh“, berichtet Angreifer Lukas Biber. Der Knoten platzte in den zweiten 45 Minuten, als Schiedsrichter Christian Stangenberg zunächst den Langenmosener Abwehrspieler Niklas Groß mit Rot vom Platz schickte (57.) und die Gäste einen Elfmeter zugesprochen bekamen, den Rechenauer souverän versenkte (58.). Danach ging es Schlag auf Schlag: Luca Manhart erzielte in der 64. Minute das 2:0, Lukas Biber erhöhte auf 3:0 (71.) und Markus Schiele netzte zum Endstand von 4:0 in der 83. Minute ein. Danach war feiern angesagt, zunächst auf dem Langenmosener Platz zusammen mit den Fans; ein ganzer Bus war von Burgheim aus ins Moos aufgebrochen und die Fans feuerten ihr Team lautstark und voller Leidenschaft an. Die große Party stieg dann in Burgheim selbst.

Die Mannschaft selbst wird auch in der nächsten Saison zusammenbleiben – mit Ausnahme von Markus Schiele, der den Trainerposten bei der SG Feldheim-Genderkingen übernehmen wird.

Für den zweiten Platz, der die Relegation bedeutet, bewerben sich die SG Münster/Holzheim und der punktgleiche SC Ried.

Absteiger steht bereits fest

Der Absteiger in der Kreisklasse Neuburg steht bereits seit einiger Zeit fest: Der SV Grasheim muss trotz einer verbesserten Rückrunde den Gang in die A-Klasse antreten. Der FC Illdorf, der erst seit vergangener Saison zur Kreisklasse gehört, muss in die Relegation.

Ausgelassene Stimmung herrschte verständlicherweise auch in Bertoldsheim: Der SV holte ein 1:0 gegen die Zweite vom VfR Neuburg. Den Treffer erzielte Philipp Stadler in der 71. Minute. Die Mannschaft hätte sogar verlieren können, denn der BSV Neuburg geriet gegen den SV Straß mit 0:5 unter die Räder. Aber natürlich wollten die Bertoldsheimer ihre weiße Weste behalten. Sie mussten in dieser Saison keine einzige Niederlage hinnehmen. Lediglich sechs Unentschieden stehen 19 Siegen entgegen. Bertoldsheim hätte schon am Pfingstmontag die Meisterschaft feiern können, aber da machte ihnen der BSV als Gastgeber einen Strich durch die Rechnung und holte in letzter Minute noch das Unentschieden, nachdem der SV lange mit 3:2 geführt hatte.

Farbiger Rauch über dem Platz

Aber so war es vielleicht sogar besser: Es triumphiert sich halt am besten auf dem eigenen Sportplatz. Nach dem Schlusspfiff wurde passender farbiger Rauch gezündet, Fahnen geschwenkt und auch ein wenig mit Weißbier gespritzt. „Heute gehen wir erst morgen ins Bett“, rief ein Fan ausgelassen. „Die Nacht wird lang“, bestätigte mit einem Grinsen Spielertrainer Philipp Stadler. Doch zuvor wollten er und sein Kollege Martin Riedl ihrem Team das zustehende Lob zollen: „Glückwunsch an die Mannschaft. Sie hat es sich verdient.“ Alle hätten die gesamte Saison über hart gearbeitet. „Die Mannschaft ist von Training zu Training besser geworden und immer mehr zusammengewachsen.“

Vor allem zeigte Bertoldsheim eine durchweg konstante Leistung. „Klar, die Topspiele gegen den BSV Neuburg, Weichering, Straß oder Wagenhofen waren wichtig. Da haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, erläutert Riedl. „Aber wir haben auch gegen vermeintlich Schwächere gut gespielt, gegen die manche von der Konkurrenz Federn lassen mussten.“ Die beiden Trainer erwiesen ihren Vorgängern Respekt. „Die Arbeit hat Jahre vorher begonnen und jetzt hat sie sich ausgezahlt“, bemerkt Stadler. Nun sind die Bertoldsheimer nach zehn Jahren Abstinenz wieder in der Kreisklasse angekommen – und sie wollen sich dort halten: „Die Jungs können Fußball spielen und sie haben Bock“, äußert Stadler ein weiteres anspornendes Lob. Und ein weiteres möchte die beiden Trainer noch loswerden, bevor die Party mit der Mannschaft beginnt: „Lob an unseren Ultra Thomas Rieder, der uns mit den Fans immer wieder anspornt.“

Offenes Rennen um den Relegationsplatz

Während der Meister also feststeht, ist das Rennen um den Relegationsplatz noch offen. Dort ist aktuell der SV Straß zu finden; der BSV Neuburg liegt aber nur einen Punkt dahinter. Auf den letzten Rang zu finden ist die TSG Untermaxfeld II; Vorletzter ist mit der TSV Ober-/Unterhausen mit drei Punkten Vorsprung, wobei den direkten Vergleich in der Rückrunde die TSG für sich entscheiden konnte.

DK