Von Bundesliga bis Zwangsabstieg
Löwenfanclub Langenmosen hält dem TSV 1860 seit 30 Jahren die Treue

06.06.2024 | Stand 06.06.2024, 5:00 Uhr |

Das Mannschaftsfoto vom Spiel DJK Langenmosen gegen 1860 München im Jahr 1995.

Im Jahr 2024 feiert der aktive Löwenfanclub Langenmosen 1994 sein 30. Jubiläum. Die Feier steigt am Freitag, 28. Juni, in Winkelhausen. Der Löwenfanclub Langenmosen wurde am 6. August 1994 gegründet und Xaver Oswald Vorsitzender. Im gleichen Jahr hatten die Löwen unter Erfolgscoach Werner Lorant den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga geschafft.

Die offizielle Urkunde zur Gründung des Löwenfanclubs Langenmosen als 526. Löwenfanclub unterzeichneten am 15. Februar 1995 unter anderem Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser, Kult-Trainer Werner Lorant und Spielführer Bernhard Trares. Die Urkunde hängt im DJK-Sportheim in Langenmosen.

Benefizspiel in Langenmosen

Am 7. Mai 1995 spielte die Bundesligatruppe der Löwen vor mehreren tausend Besuchern ein Benefizspiel in Langenmosen. „Das hat der Anderl Wintermayr seinerzeit direkt mit dem Präsidenten Wildmoser vereinbart“, so der jetzige Vorsitzende Theo Baierl, der meint: „Sowas ginge heute nicht mehr, da man ja gar nicht mehr weiß, wer bei 1860 überhaupt was zu sagen hat.“ Mehrere tausend Zuschauer bevölkerten den DJK-Fußballplatz und bekamen bekannte Stars wie Manfred Schwabl, Olaf Bodden, Rainer Berg, 1860-Urgestein Thomas Miller, Torjäger Peter Pacult und natürlich Trainer Werner Lorant zu sehen. Die Löwenstars zeigten sich sehr volksnah und erfüllten bereitwillig die vielen Autogrammwünsche. Handys und damit auch Selfies gab es damals ja noch nicht.

Zum fünfjährigen Bestehen des Fanclubs besuchte im Jahr 1999 Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser die Langenmosener Löwenfans. Nach vielen Jahren in der ersten Bundesliga, begann mit dem Umzug in die ungeliebte neue Allianz-Arena Schritt für Schritt der Niedergang des TSV 1860. „Absoluter Tiefpunkt war natürlich 2017 der sportliche Abstieg aus der zweiten Bundesliga gegen Jahn Regensburg und der Zwangsabstieg in die vierte Liga“, so Theo Baierl, der den Fanclub-Vorsitz 1998 übernommen hatte. Inzwischen kicken die Löwen ja zumindest wieder in der dritten Liga. „Nach Wildmoser wurde es mit jedem Präsidenten leider schlechter. Und mit dem Verkauf an den Investor wurde es auch nicht besser. Kaum ein Verein wird chaotischer geführt als die Löwen. Ja, der HSV ist da inzwischen auf einem guten Weg“, so Baierl ironisch. Aber der TSV 1860 München habe einfach tolle Fans, die ihrem Verein gerade auch in schlechten Zeiten die Treue halten. „Bei uns Löwenfans wird eigentlich nicht mehr geschimpft, wir haben uns damit abgefunden“, sagt Baierl.

Regelmäßiger Besuch der Heimspiele

Seit 1994 fährt der Löwenfanclub Langenmosen zu jedem Heimspiel der Löwen. Im Schnitt sind da dann etwa 30 Personen mit dabei. Mittlerweile geht es wieder in das altehrwürdige Grünwalder Stadion. „Das hatte ja zu den besten Zeiten Platz für 50000 Zuschauer“, sagt Baierl. Die Sommerpause dauert Baierl fast immer zu lange, da er die über die vielen Jahre entstandenen Freundschaften zu anderen Löwenfans schneller wieder pflegen will. „1860 München gehört zu meinem Leben wie meine Familie“. Ja, das 1860-Virus hat die gesamte Familie Baierl erfasst. Neben den Fahrten zu den Heimspielen ist der Löwenfanclub Langenmosen auch anderweitig aktiv. Jährlich wird ein Vereinsausflug zum Kloster Andechs unternommen. Zudem organisieren Andrea und Horst Wendler seit einigen Jahren mehrtägige Reisen in den Osten Deutschlands, die auf sehr hohe Resonanz stoßen und immer ganz schnell ausgebucht seien.

SZ