Weitere Neuzugänge in Planung
Lockerer Aufgalopp mit viel Qualität: FC Pipinsried ist bereits in die Vorbereitung auf die neue Saison eingestiegen

16.06.2024 | Stand 16.06.2024, 15:28 Uhr |

Lockerer Aufgalopp am Samstagvormittag: Für die Bayernligakicker des FC Pipinsried ist die Sommerpause bereits vorbei. Foto: S. Olfen

Wirklich lange war die Sommerpause beim FC Pipinsried nicht gewesen. Nur exakt 34 Tage waren seit seinem letzten Spiel in der Bayernliga Süd 2023/24 vergangen, als er jetzt, am Samstagvormittag, mit der Vorbereitung auf die neue Saison begann. Bereits für 10.30 Uhr bat Chefcoach Josef Steinberger seine Mannen zur ersten Einheit 2024/25, und nahezu alle kamen – pünktlich, bestens gelaunt, hin und wieder auch mit einem kessen Spruch in Richtung der Teamkollegen auf den Lippen.

In dieser Hinsicht natürlich führend: Daniel Witetschek. Nein, kein simples „Servus“ von ihm etwa in Richtung Angelo Mayer, sondern ein lautstarkes „Hey, Angie – um Gottes Willen, wie siehst Du denn aus?“ So kennt man ihn eben, den „Witte“ – nicht zuletzt deshalb gehört er bei den Gelb-Blauen zu den absoluten Publikumslieblingen. Und seit dem Samstag gehört er auch wieder zum arbeitenden Volk beim FCP. Ja: Der Keeper aus Schrobenhausen ist wieder zurück, zusammen mit Torwartcoach Norbert Aulinger absolvierte er nun in aller gebotenen Vorsicht seine allererste Trainingseinheit seit dem Herbst 2023 – seit seiner Horror-Schulterverletzung, erlitten damals in der Auswärtspartie beim TSV Nördlingen.

Wann man Witetschek wieder im Pipinsrieder Bayernligakasten bestaunen darf, steht trotzdem noch in den Sternen. Da der 23-Jährige in Kürze seine Ausbildung zum Schreinermeister beginnen wird und die dafür notwendigen Unterrichtsstunden stets an Samstagen abgehalten werden, dürfte „Witte“ dem FCP höchstwahrscheinlich bis zur Winterpause nicht für Punktspiele zur Verfügung stehen.

Dass die Gelb-Blauen den Vertrag mit dem Schrobenhausener dennoch für die kommende Saison verlängerten, spricht für den hohen Stellenwert, den er beim Dorfklub im Dachauer Hinterland genießt. Nichtsdestotrotz haben die Pipinsrieder jetzt ein Torwartwartproblem – denn nur mit einem gestandenen Keeper, nämlich Maximilian Retzer, in die Saison zu gehen, dieses Risiko ist schlichtweg zu groß. Wohl ebenso wie jenes, auf Quirin Hechtl als zweiten Schlussmann zu setzen – bei aller Qualität, die das talentierte Eigengewächs zweifellos hat.

Also muss noch ein zusätzlicher Keeper her – wie auch Johannes Müller am Samstagvormittag bestätigte. „Aber das ist nicht unsere einzige Baustelle“, erzählte der Sportliche Leiter des FCP weiter: „Ein zusätzlicher Innenverteidiger täte uns ebenfalls noch gut, ebenso ein körperlich robuster Mann fürs zentrale Mittelfeld.“

Ansonsten jedoch sei er mit dem bislang zusammengestellten Kader „sehr zufrieden“. Acht Sommerneuzugänge wurden von den Gelb-Blauen schon bis jetzt an Land gezogen – und bis auf den noch verletzten Florian Gebert waren sie zum Trainingsauftakt 2024/25 auch vollständig anwesend. „Königstransfer“ Nico Karger aus privaten Gründen zwar nur ganz schnell fürs obligatorische Foto mit allen Verstärkungen – aber immerhin.

Die fünf anderen Neuzugänge – Michael Bachhuber, Daniel Zanker, Paul Iffarth, Benjamin Krist, Antonio Mlakic sowie Co-Spielertrainer Mario Götzendörfer – absolvierten währenddessen sehr wohl ihre erste Einheit 2024/25. Vom Anfang bis zum Ende, genauestes beo-bachtet von Steinberger. Dass der vom FC Deisenhofen gekommene Bachhuber dann auch gleich mit einem Tor per Fallrückzieher glänzte – der FCP-Chefcoach hat’s wohl gerne zur Kenntnis genommen.

Von 10.30 Uhr bis exakt um 12.13 Uhr dauerte das Pipinsrieder Premierentraining 2024/ 25. „Es war zwar nur ein lockerer Aufgalopp – aber bereits da war zu sehen, dass die Qualität in unserem neuen Kader sehr gut ist“, so Steinberger: „Andererseits werden wir diese gute Qualität auch dringend benötigen, denn die Bayernliga Süd wird in der neuen Saison nicht nur interessant und spannend, sondern wohl noch schwieriger als die vergangene.“

Und gibt’s in der neuen Saison vielleicht einen etwas anderen Steinberger an der Seitenlinie? Einen etwas weniger lautstarken? „So ruhig draußen sitzen, wie es einst ein Otmar Hitzfeld tat – das werde ich wohl nie können“, antwortete der gebürtige Niederbayer prompt. Und mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ja, die Stimmung in Pipinsried war am Samstagvormittag richtig gut. Und sie soll bitte schön – so zumindest die Hoffnung aller, die es mit dem FCP halten – auch noch möglichst lange so bleiben.

SZ