Hohenwart

Leise Hoffnung für den TSV Hohenwart

Eine Kandidatin für ein Vorstandsamt ist gefunden, doch es fehlen weiterhin noch Menschen, die sich engagieren wollen

26.09.2022 | Stand 26.09.2022, 14:29 Uhr

Sie üben schon mal für das Gruppenfoto am 16. Oktober, wenn bei der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung hoffentlich ein neuer, kompletter Vorstand für den TSV Hohenwart gefunden worden ist: Vereinsmitglieder aus unterschiedlichen Abteilungen wollen sich engagieren. Aber es fehlen noch einige Unterstützer. Und langsam wird die Zeit knapp. Foto: Hofmann

Hohenwart – Es ist ein Silberstreif am Horizont, ein Hoffnungsschimmer: Vielleicht ist der TSV Hohenwart doch nicht dem Untergang geweiht. Vielleicht, wenn sich noch ein paar Mitstreiter finden, lässt sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Oktober ein kompletter Vorstand wählen. Vielleicht – muss der Verein dann nicht aufgelöst werden.

War die Stimmung beim Pressetermin vor einigen Wochen noch recht gedrückt, ist nun ein verhaltener Optimismus bei den TSV-lern zu verspüren, die sich im Sportheim versammelt haben, um über die aktuelle Lage zu beraten. Einige neue Gesichter sind dabei, einige, die sich vorstellen können, hier nicht nur Sport zu treiben, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. Als Übungsleiter, in der Abteilungsführung. Oder auch im Vorstand des Gesamtvereins.

Matthias Dischner zum Beispiel sagt, er würde gerne mitmachen. Gleich muss er zum Fußballtraining, aber das hier ist ihm auch wichtig. Sich engagieren für den Verein. Welches Amt? „Es gibt so viele Baustellen“, meint Maximilian Widl, „irgendwo werden wir uns schon einbringen.“ Und Johannes Pichler stellt klar: „Wir brauchen noch mehr Leute!“ Damit, das ist Andrea Widl wichtig, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können. Beim TSV ist man schon dabei, die Aufgaben aufzulisten. Um sie dann aufteilen zu können, falls es weitergeht. So aufteilen, dass sie keinen erdrücken.

Die Frau, die zu einem guten Teil für den Hoffnungsschimmer verantwortlich ist, heißt Helene Böhme. Sie wohnt seit drei Jahren in Hohenwart, hat drei Kinder, ist seit einem knappen Jahr Mitglied des TSV. Und dann las sie in der Heimatzeitung den Artikel, dass dem TSV Hohenwart die Auflösung droht. Sie hat gerade mit dem Volleyballspielen angefangen „und war ziemlich geschockt, dass ich gleich wieder aufhören soll“. Also entschloss sie sich: Sie will sich für einen Vorstandsposten zur Verfügung stellen. „Ich könnte es mir vorstellen“, sagt sie, „aber nicht alleine.“ Da stellt TSV-Urgestein Franz Xaver Sedlmair gleich klar: „Du hast auch Unterstützung.“

Mit Roland Härtl und Jutta Burkhardt stünden zwei Kassiere zur Verfügung, mit Michael Petz ein Schriftführer. Ein paar Beisitzer dürften sich auch finden lassen. Woran es mangelt, sind Vorsitzende. Drei werden gebraucht – wenn es mehr werden sollten, ist man sicherlich nicht unglücklich. Derzeit gibt es eine einzige Kandidatin – Helene Böhme. Gerade hier, an der wichtigsten Stelle, fehlen noch Leute.

Dabei wäre sicherlich Rückhalt da für die, die hier an exponierter Stelle den TSV Hohenwart repräsentieren würden. Ziel sei, eine große Gruppe zusammenbekommen, „dass jeder ein bisserl was macht“, meint Reinhard Mayer. Und nicht einer alles. Florian Haslauer, der auch bei der Seibersdorfer Feuerwehr aktiv ist, erzählt, dass dort viele Arbeitsgruppen gebildet wurden, um die Aufgaben besser zu verteilen. Ein Modell auch für den TSV, wo das ja früher schon mit Ausschüssen – vor allem dem Festausschuss – immer so gut geklappt hat.

Gerade auch die Eltern der Jugendsportler werden jetzt in der Pflicht gesehen. Aus dieser Gruppe habe sie bisher wenig Rückmeldung erhalten, bedauert Andrea Widl. Dabei, so Michael Petz, seien gerade die Eltern die, die vom TSV stark profitieren. Ihre Kinder seien hier in guten Händen – und das „zu einem supergünstigen Jahresbeitrag“.

Ein Verein kann nur dann funktionieren, wenn er gemeinsam mit Leben erfüllt wird. Wenn jeder, der nimmt, auch gibt. So wie Tobias Attenhauser, der immer, wenn er gebraucht wird, mit seinem Bagger, seinem Lader oder anderen Gerätschaften bereitsteht – und sich nun sogar darüber hinaus engagieren würde.

Für die zehn, die hier zusammensitzen, ist der TSV Hohenwart eine Herzenssache. Deswegen gefällt es Sedlmair auch nicht, wenn das Gefühl entsteht, man lasse ihn emotionslos zugrunde gehen. „Egal ist uns der Verein nicht“, betont er, er gehöre vielmehr zum Leben dazu, zu Hohenwart. Ein paar mehr unter den mehr als 1000 Mitgliedern, die so denken und sich in den nächsten Tagen noch melden, und es könnte wirklich weitergehen mit dem 101 Jahre alten TSV Hohenwart.

SZ



Wer noch beim TSV Hohenwart mitarbeiten möchte, kann sich bei Andrea Widl, andrea @DieWidls.de, Telefon (0176) 42023189, oder bei Michael Petz, petz.michael@web.de, Telefon (0170) 3410797, melden.