Tier aus Waidhofen in Marokko gesichtet
Landkreis an Projekt zur Nachverfolgung von bayerischen Brachvögeln beteiligt

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 17:40 Uhr |

In der Lagune Merja Zerga wurde ein großer Brachvogel aus Waidhofen gesichtet. Foto: Patrick Mösinger

Was verbindet Waidhofen und Marokko? Seit April 2024 könne das aus Sicht des Artenschutzes ziemlich genau beantwortet werden, wie das Landratsamt mitteilt.

Am 24. April um 12.15 Uhr Ortszeit, wird in der marokkanischen Lagune „Merja Zerga“ ein Vogel gesichtet. Bei der Lagune handle es sich um das wichtigste Feuchtgebiet Marokkos. Hier brüten verschiedene Arten wie die Kapohreule, verschiedene Seeschwalben, Kiebitze und Rotflügel-Brachschwalben. Es sei zudem ein sehr wichtiges Gebiet für verschiedene durchziehende Vögel und Individuen, welche die Lagune zur Überwinterung nutzen.

Im Jahr 2023 in Waidhofen geschlüpftes Küken



Auf der Bootsfahrt mit dem Guide Hassan Dali konnten Nadine Tod und Patrick Mösinger einen Brachvogel beobachten, der links einen roten Farbring trug und am rechten Bein einen weißen Ring mit Schrift erkennen ließ. Das Landratsamt erklärt, dass die Kombination aus beiden Farbringen und der aufgedruckten Nummer verrate, dass es sich um ein im Jahr 2023 in Waidhofen geschlüpftes Küken handelt – ein echter Bayer also.

Junge Brachvögel aus Bayern verbringen demnach für gewöhnlich ihr erstes Lebensjahr in Frankreich, Spanien, Portugal oder eben Marokko und kehren erst im darauffolgenden Jahr wieder in ihre Brutgebiete zurück. Das wisse das Landratsamt deshalb so gut, da der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden seit 2017 ein Projekt zur Nachverfolgung bayerischer Brachvögel umsetze. Das bayerische Donaumoos und der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seien Teil dieses Projektes.

Wer mehr über die Vögel und das Projekt erfahren möchte, kann sich bei der Unteren Naturschutzbehörde bei Jan Tenner unter der E-Mail-Adresse jan.tenner@neuburg-schrobenhausen.de oder beim LBV bei Marie Heuberger unter der E-Mail-Adresse wiesenbrueter-donaumoos@lbv.de darüber informieren.

SZ