Neuburg

Jetzt wird betoniert

Neubau der Donaubrücke bei Bertoldsheim in nächster Phase – Winterpause ab 1. November

16.10.2022 | Stand 16.10.2022, 10:43 Uhr

Beton trifft Stahl: Damit die Fahrbahn der neuen Brücke die richtige Form bekommt, wurde ein sogenannter Schalwagen um die Konstruktion gebaut. Fotos: Hofmann

Von Sebastian Hofmann

Bertoldsheim – Nicht mehr ganz im Zeitplan, aber trotzdem kommt das Projekt mit großen Schritten voran: Am Ersatz-Neubau der Donaubrücke beim Rennertshofener Gemeindeteil Bertoldsheim haben die Betonierarbeiten über dem Wasser begonnen. Mit einem Schalwagen arbeitet sich der Bautrupp der Firma Mayerhofer abschnittsweise vorwärts – aber nur noch gut zwei Wochen, denn dann ist wieder Winterpause angesagt.

„Wenn wir Glück haben, dann fährt nächstes Jahr an Allerheiligen das erste Auto drüber“, sagt Markus Laumer. Der Hoch- und Tiefbau-Chef des Landratsamts Neuburg-Schrobenhausen scheint zufrieden mit dem Vorankommen der Baustelle – obwohl das Projekt nicht mehr ganz im Zeitrahmen ist, wie er unumwunden und mit stoischer Ruhe zugibt. „Wir hatten Corona, wir hatten ein Ponton, das erst nicht lieferbar war, und am Anfang bei den Bohrungen hat’s ja auch eine Verzögerung gegeben“, zählt er beim Ortstermin auf. Dafür allerdings sei man noch recht gut dabei. Und will es auch bleiben.

Eine neue Technik kommt zum Einsatz

Jonas Oberreiter, Bauleiter der ausführenden Firma Mayerhofer, ist zuversichtlich, dass sein Bautrupp die verbleibende Zeit bis zum 31. Oktober noch gut nutzen kann. „Es ist Sonnenschein vorhergesagt, da dürften wir noch gut weit kommen“, sagt er. Regen würde die Baustelle nicht beinträchtigen, Frost dagegen schon, aber der sei ja zum Glück derzeit nicht angekündigt.

Die Baufirma hat vor wenigen Tagen begonnen, die 160 Meter lange Stahlkonstruktion, die im Juni als spektakulär große Teile von einem Ponton aus auf die Pfeiler aufgesetzt worden war, mit einem Betonmantel zu umhüllen. Dazu nutzt die Firma einen geliehenen sogenannten Schalwagen. Ein ebenso beeindruckendes Konstrukt, das quasi um die Träger herumgebaut wurde und sich in den kommenden Tagen vom Süd- zum Nordufer der Donau vorarbeiten wird. Für die Baufirma ist dieses Spezialgerät neu. „Wir kennen ein ähnliches Gerät aus dem Tunnelbau. Aber so wie hier haben wir das noch nie gemacht“, sagt Bauleiter Oberreiter. Das sei etwas Besonderes für die Mannschaft, was man dieser auch anmerke. „Es hat ein bisschen gedauert, bis wir uns reingefunden haben. Aber jetzt läuft es gut“, so Oberreiter.

Am Mittwoch war der Schalwagen bereits zum ersten Mal eingesetzt – der erste Abschnitt des Betons war da also schon ausgehärtet. Mit Seilwinden wird das Gestell, das Schalungsbretter trägt, die der Brücke letztlich ihre Form geben, vorwärts bewegt. Ist der Wagen an der richtigen Stelle, müssen zuerst die Schalbretter genau ausgerichtet und dann per Hand unzählige Stahlstangen als Bewehrung eingezogen und miteinander verflochten werden. Erst wenn alles passt, wird wieder betoniert. 20 Meter lang ist der Schalwagen, also braucht es für die 160 Meter über die Donau exakt acht Abschnitte. Für jeden davon werden etwa 70 Kubikmeter Beton benötigt, elf Betonmischer fahren für diese Menge die Baustelle an. Mit moderner Technik wird überwacht, ob der Werkstoff richtig trocknet, Bauleiter Oberreiter kann die Daten jederzeit über sein Smartphone abrufen. Pro Abschnitt dauert die Trocknungsphase ungefähr zwei Tage.

Verkehrsteilnehmer müssen auch in den kommenden Tagen bis zum Beginn der Winterpause immer wieder mit tageweisen Sperren rechnen, nämlich immer dann, wenn wieder die Lkw mit Beton anrücken. Die genauen Zeiten, wann auf der alten Donaubrücke kein Durchkommen mehr ist, werden vom Landratsamt rechtzeitig bekanntgeben.

Immer wieder Sperrungen nötig

Ab 1. November bleiben Pendler dann erst mal von Umwegen verschont. Wie schon im vergangenen Jahr muss die Baustelle bis mindestens Mitte März ruhen. Grund dafür ist der Bertoldsheimer Stausee, der ein Vogelbrutgebiet von europäischem Rang ist. Die Bauarbeiten werden unterbrochen, damit die Vögel nicht bei der Brut und Aufzucht ihres Nachwuchses gestört werden.

Wenn das Wetter dann passt, sprich, es keinen Frost oder gar Schnee und Eis gibt, werden die Arbeiten ab dem 15. März 2023 wieder aufgenommen. „Wenn wir mal fertig betoniert haben, dann kann es rasch gehen“, sagt Fachmann Laumer. Er hofft, dass die Baustelle weiterhin so reibungslos läuft und man im Frühjahr bald beginnen kann, die Betonkonstruktion abzudichten, damit asphaltiert werden kann. Ist die neue Brücke fertig und für den Verkehr freigegeben, dann steht auch schon die nächste Baustelle an: Die alte Querung muss abgebrochen und durch eine Betriebs- sowie Fußgänger- und Radfahrerbrücke ersetzt werden.

DK