Zufrieden mit Einschränkungen
Hochkarätiger Testspiel-Auftakt: FC Ehekirchen hat die U21 des TSV 1860 München zu Gast

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 14:36 Uhr |

Vor den rund 350 Fans entfaltete sich ein schnelles, dynamisches Spiel, das die Junglöwen über weite Strecken beherrschten, in dem aber auch die neugebildete Ehekirchener Mannschaft (im weißen Trikot) gute Akzente zu setzen wusste. Foto: Bartenschlager

Einen Knüller erlebten die rund 350 Zuschauer und Fans am Sonntag in der Elektro-Schmaus-Arena in Ehekirchen. Zum ersten Testspiel in Vorbereitung auf die Saison 2024/25 hatte der FCE die in der Bayernliga kickende U21-Mannschaft von 1860 München eingeladen. „Eine tolle Resonanz, viel Publikum“, freute sich der Ehekirchener Abteilungsleiter Markus Bissinger angesichts der dicht besetzten Ränge.

Es entwickelte sich ein hochkarätiges Match, das die jungen Sechziger dominierten. Andererseits spiegelt das auf den ersten Blick eindeutige 0:6-Ergebnis aus Sicht der Ehekirchener nicht unbedingt den tatsächlichen Matchverlauf wider, denn die Hausherren verstanden es durchaus, selbst Akzente zu setzen und sich positiv zu präsentieren. Dabei ist anzumerken, dass das Ehekirchener Team fast völlig neu zusammengestellt wurde und erst drei Trainingseinheiten absolvieren konnte. Von daher gab es von der gebotenen Leistung her wenig zu meckern.

Mehrere gute Chancen

U21-Trainer Felix Hirschnagl sagte denn auch, dass er mögliche Kipppunkte im Spiel gesehen habe. „Ehekirchen hatte zwei, drei gute Chancen“, erklärte Hirschnagl, der die Jung-Löwen erst vor Kurzem als Coach übernommen hat. Auch sein Ehekirchener Kollege Benjamin Flicker zeigte sich nicht unzufrieden, bemerkte aber: „Ein, zwei Tore hätten wir verdient gehabt.“

Von Beginn weg entwickelte sich ein schnelles Spiel, wobei sich die Sechziger als technisch außerordentlich versiert, laufstark wendig und hungrig erwiesen. Rasch drängten sie die Hausherren in deren Hälfte, die ihrerseits versuchten gegenzuhalten und Konter zu setzen, was zunächst nicht so recht gelingen wollte. In der 16. Minute fiel das erste Tor. Einen starken Schuss konnte der Ehekirchener Schlussmann Korbinian Neumaier noch abwehren, doch gegen den Nachschuss von Anian Brönauer war der 22-Jährige machtlos. Der zweite Treffer resultierte aus einem Getümmel vor dem Ehekirchener Kasten; die Situation schien bereits geklärt, da zog Xaver Kiefersauer aus rund 25 Meter voll ab. Der Ball beschrieb einen Bogen über dem Torwart und zappelte im Netz (31.). Nur vier Minuten später erhöhte Mike Gevorgyan auf den Pausenstand von 3:0.

Dynamisches Spiel nach vorn

In der zweiten Halbzeit sahen die Fans zunächst ein verändertes Bild, denn die FCE-Elf zeigte sich aggressiver und ging dynamischer nach vorn. Trotz guter Spielzüge scheiterte sie aber regelmäßig am ausgezeichneten Torwart der Gäste, der es schon mal fertigbrachte, einem Angreifer den Ball direkt vom Schuh zu pflücken.

Gleichwohl: In dieser Phase hatten die Löwen alle Hände voll zu tun, die Ehekirchener abzuwehren. Doch dann waren die Gäste wieder am Zug: In der 74. Minute setzte Arin Garza das 4:0. Nach schönem Zuspiel bei den Sechzgern wurde erneut der Ehekirchener Keeper gefordert. Den ersten Schuss wehrte Neumaier noch ab, konnte den Ball aber nicht festhalten und Garza hatte freies Feld. Beim 5:0 durch Cristian Leone (85.) ahnte der Keeper die richtige Stelle, ließ den Ball dennoch durchrutschen. Nach einem Foul im Strafraum gab es einen Elfmeter für die Gäste, den Garza problemlos verwandelte (88.). Zwischendrin musste auf der Gegenseite der Keeper ebenfalls sein Können aufbieten, um einen präzisen Distanzschuss abzuwehren. Auf die Minute genau wurde das Spiel mit dem Stand von 6:0 für das Bayernliga-Team abgepfiffen.

„Das Ergebnis stimmt mich zufrieden“, erklärte U21-Trainer Hirschnagl. Doch hatte er auch Kritik parat: „Jugendliche Wildheit ist was Schönes. Aber man muss sie in geordnete Bahnen lenken. Das ist ein längerfristiger Prozess.“

„Zusammengewürfelter Haufen“

„Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen, da gibt es noch Abstimmungsprobleme“, stellte FCE-Chefcoach Flicker klar. Das 6:0 mochte er nicht überbewerten: „Das war ein hervorragender Gegner, aber das ist nicht der Maßstab für die Punktrunde.“ Besonders in der zweiten Halbzeit sah Flicker gute Ansätze. Da hätte sein Team seine Vorgaben aufgenommen und umgesetzt. Wobei es natürlich auch für die ersten 45 Minuten eine Strategie gegeben habe, doch die hätte sich nicht realisieren lassen. Den Elfmeter bezeichnete der Trainer als unglücklich – und als Teil der künftigen Entwicklung. „Die Mannschaft muss lernen, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen“, erklärt er.

Noch vier Wochen Zeit hat Flicker, um die Mannschaft voran zu bringen. „Heute haben wir einiges versucht, aber die Experimente werden weniger werden. Wir müssen sehen, welcher Spieler wo gebraucht wird und wo er seine Stärken einbringen kann. Was mir jetzt schon gut gefallen hat, wie wir in der zweiten Halbzeit mutig nach vorne gegangen sind.“ Besonders lobte er Mittelfeldakteur Maximilian Koschig.

Nächstes Testspiel gegen Gersthofen

Das nächste Testspiel ist für Donnerstag anberaumt. Auch das verspricht spannend zu werden, denn es kommt Bezirksligist TSV Gersthofen, der von Michael Panknin gecoacht wird, einem der langjährigen bisherigen Trainer des FC Ehekirchen. „Das ist ein unterklassiger Gegner, da möchte ich eine andere Spielweise sehen“, fordert Benjamin Flicker.

DK