War das vielleicht schon der Klassenerhalt?
Happy End nach Nervenschlacht: FC Gerolsbach ringt TSV Leitershofen mit 7:5 nach Elfmeterschießen nieder

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 23:09 Uhr |

Jubel pur: Nachdem Elfmeterdrama gegen den TSV Leitershofen brachen bei den Spielern des FC Gerolsbach alle Dämme, da musste die Freude einfach raus. Foto: H. Steurer

Das war Fußball-Wahnsinn der dramatischten Art, den rund 600 Zuschauer am Donnerstagabend auf dem Ecknacher Sportgelände geboten bekamen. Und am Ende jubelten alle, die dem FC Gerolsbach die Daumen gedrückt hatten. Denn ja, die Schwarz-Weißen haben es geschafft: Sie gewannen die Relegationspartie gegen den TSV Leitershofen mit 7:5 nach Elfmeterschießen, der nächste Schritt hin zum Erhalt der Kreisliga Ostschwaben ist damit geschafft.

Und wer weiß, vielleicht war es ja sogar schon der entscheidende – denn wenn die SpVgg Lagerlechfeld am Samstagnachmittag gegen die TSG Thannhausen ihren Aufstieg in die Bezirksliga Schwaben perfekt machen würde, wäre damit der FCG gerettet. Dementsprechend die Reaktion von Gerolsbachs Spielertrainer Roman Redl unmittelbar nach der erfolgreichen Nervenschlacht von Ecknach: „Jetzt sind wir natürlich alle Fans der Lagerlechfelder. Hey, wenn es irgendwo ein Trikot von der SpVgg zu kaufen gibt, dann sagt mir das bitte – denn ich würde das sofort tun.“

Bereits 21.19 Uhr war es zu diesem Zeitpunkt – und allein schon ein kurzer Blick in das Gesicht des 33-Jährigen genügte, um zu erahnen, was er und sein Team in den vorherigen knapp drei Stunden ertragen mussten. Immer wieder hatten die Schwarz-Weißen wie die sicheren Sieger ausgesehen, immer wieder hatte es bittere Nackenschläge zu den schmerzhaftesten Zeitpunkten gesetzt. Und dann zur Krönung auch noch der Nervenkitzel am Elfmeterpunkt... „Irgendwie weiß ich gar nicht was ich noch sagen soll – außer, dass ich immens stolz auf meine Jungs bin. Wir wollten diesen Sieg unbedingt, sind immer wieder aufgestanden – und dafür sind wir zum Schluss tatsächlich auch belohnt worden“, so Redl.

Es spricht für ihn, dass er in diesen Augenblicken des Triumphes nicht nur rein an seinen FCG dachte. „Ganz ehrlich, auch dem TSV Leitershofen muss man allerhöchsten Respekt zollen. Auch er lieferte ein brutales Match ab“, so der Gerolsbacher Spielertrainer.

Jetzt aber der Reihe nach: Zunächst schien es so, als würde sich der FCG wieder einmal mit seiner Abschlussschwäche selbst im Weg stehen. So besaßen die Schwarz-Weißen bis zur Mitte der ersten Halbzeit bereits drei Topchancen – aber Marco Kutscherauer (8.), Florian Plöckl (18.) und Daniel Fischer (22.) scheiterten stets am bravourös rettenden TSV-Keeper David Schmid. In der 29. Minute schließlich doch das 1:0 für die Gerolsbach: Fischer legte die Kugel geschickt von der Grundlinie zurück, Matthias Steurer erledigte aus kurzer Distanz den Rest.

Nach dem Seitenwechsel machte die FCG-Elf jedoch den Fehler, sich zu weit zurückzuziehen. Demzufolge wurde der Leitertshofener Druck immer größer – auch wenn gute Torgelegenheiten des TSV zunächst Mangelware blieben. In der 79. Minute segelte jedoch eine Flanke genau auf den Kopf von Mark Römer, und der bereits 48-jährige Ex-Profi unter anderem der SpVgg Unterhaching beziehungsweise des FC Augsburg netzte unwiderstehlich zum 1:1-Ausgleich ein.

Also Verlängerung? Hätte man meinen können. Aber dann erhielt der FCG in der ersten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß aus spitzem Winkel – und Fischer drosch diesen mit hundertprozentiger Entschlossenheit an Freund und Feind vorbei zum 2:1 ins lange Eck.

Also die Entscheidung für die Gerolsbacher? Wieder ein Fall von „Denkste“. In der letzten Sekunde der Nachspielzeit schlugen die Leitershofener nochmals einen Verzweiflungsball irgendwie nach vorne, Römer verlängerte diesen mit all seiner Erfahrung an den langen Pfosten – und von dort vollendete Max Wieland zum 2:2-Ausgleich.

Also doch Verlängerung. In jener ging der FCG dann das dritte Mal an diesem Abend in Führung – diesmal durch Korbinian Schmid (99.). Aber nein, selbstverständlich bedeutete auch dieser Treffer noch nicht die Entscheidung. In der Nachspielzeit der Verlängerung durfte der TSV Leitershofen einen allerletzten Eckball in die Mitte bringen, Julian Geldhauser erwies sich als dankbarer Abnehmer – 3:3 (120.+1). Dass Kutscherauer vier Minuten zuvor noch mit einem Foulelfmeter an David Schmid gescheitert war, dass er damit das wohl entscheidende 4:2 verpasst hatte – es passte so richtig zu diesem komplett verrückten Fußballabend.

Also Elfmeterschießen. Und siehe da, jetzt brachten die FCG-Akteure alle ihre Versuche vom ominösen Punkt aus im Netz unter. Genauer ausgedrückt taten dies Louis Bartl, Florian Plöckl Luis Gebhardt und Maximilian Stadler – während zwei Leitershofener (Niklas Dewitz und Markus Wieland) lediglich die Querlatte trafen. Also jubelten am Ende nur die Gerolsbacher – um jetzt inständig darauf zu hoffen, dass ihnen die SpVgg Lagerlechfeld am Samstag in Aystetten einen riesengroßen Gefallen tun wird.

SZ