Burgheim

„Einfach nur schön“

Großer Andrang beim 30. Burgheimer Marktfest – Schusseltaler hadern mit dem „Amtsschimmel“

01.08.2022 | Stand 01.08.2022, 15:21 Uhr
Ralf Schmitt

Die Bilder des Wochenendes: Vor dem Rathaus war zu späterer Stunde fast kein Durchkommen mehr. Fotos: Schmitt

Von Ralf Schmitt

Burgheim – Nach drei Jahren Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hat am vergangenen Wochenende das Burgheimer Marktfest wieder stattfinden können – zur großen Freude vieler Bürgerinnen und Bürger.

Knapp eine Stunde vor dem offiziellen Bieranstich durch Bürgermeister Michael Böhm (CSU/JBB) mussten die Einsatzkräfte der Burgheimer Wehr allerdings noch einmal bangen, laut liefen die Sirenen zur Alarmierung an. Nachdem sich das aber als Fehlfunktion einer Brandmeldeanlage herausgestellt hatte, war nur noch das an den Ständen auf dem Marktfest eingesetzte Personal im Alarmzustand.

Viele Mitmachangebote

Schnell bildeten sich lange Schlangen an den Essensausgabestellen der Ortsvereine. Wer sich mit den angebotenen kulinarischen Köstlichkeiten stärken wollte, musste schon etwas Geduld mitbringen. Die Wartezeit vertrieb die Burgheimer Band „Malibu“ unter der Leitung von Max Blei gekonnt mit schmissigen Melodien.

Am Stand der Interessengemeinschaf „Burgheim fit – mach mit“ galt die ganze Aufmerksamkeit den jüngsten Festbesuchern. Edith Schirmann animierte dort unermüdlich zu flotten Tanzeinlagen. Verena Flath dagegen hatte eine Schnitzeljagd organisiert: An fünf Stationen konnten sich die kleinsten Burgheimerinnen und Burgheimer als Detektive beweisen. Ziel war es, eine gestohlene wertvolle Palme zu finden. Torwand und Hüpfburg sowie einige weitere Geschicklichkeitsspiele waren immer stark frequentiert.

Wie auch bei den vergangenen Marktfesten war die historische Kegelbahn ein absoluter Besuchermagnet. „So einen Ansturm habe ich allerdings noch nie erlebt. Sonst haben wir Sonntagnachmittag keinen Betrieb und geschlossen, aber heute ist die Schlange gar nicht abgerissen“, berichtete Herbert Etsberger vom SKC Burgheim. Auch Landrat Peter von der Grün (FW) versuchte sich, um einmal „alle Neune“ abzuräumen. Am Ende musste er sich aber lachend seinen Kindern Viktoria und Konstantin geschlagen geben.

Eine nicht ganz so gute Stimmung herrschte an der Losbude der „Schusseltaler“. Der Verein hatte erst wenige Tage vor Festbeginn eine Genehmigung zum Losverkauf von offizieller Seite erhalten. Der „Amtsschimmel“ hatte auf Grund neuer Gesetze hier kräftig ausgeschlagen. „Mit diesen immensen Auflagen können und wollen wir nicht mehr leben. Das war unsere letzte Tombola“, war die einheitliche Meinung der verärgerten Vereinsmitglieder. Sehr schade werden dies viele Marktfest-Besucher finden, da der Erlös seit vielen Jahren an den Förderverein „Elterninitiative Intern 3“ des Haunerschen Kinderspitals in München geht (wir berichteten). Der große Dank der „Schusseltaler“ geht an die vielen Sponsoren der Preise, aber auch an die Loskäufer. Bereits am frühen Sonntagnachmittag waren alle 5500 Lose verkauft.

Musikalisch gehörte der Sonntag der Castle-Home-Jazz-Band und der Marktmusikkapelle Burgheim. Beide Klangkörper verstanden es gekonnt, ihr Publikum zu unterhalten.

Flexibilität ist Trumpf

Bei idealem Wetter hatten viele Besucher, auch aus umliegenden Gemeinden, den Weg nach Burgheim gefunden. Der Ansturm war an beiden Tagen so groß, dass, wo es möglich war, nachbestuhlt werden musste. Das machte sich auch bei den bevorrateten Lebensmitteln bemerkbar. Obwohl der Ortsbäcker Hans Bauer am Sonntag mit Zusatzpersonal arbeitete und früher als gewohnt die Öfen anheizte, musste teilweise schnell und flexibel gehandelt werden. So wurde beispielsweise aus angebotenen Steaksemmeln kurzfristig Hutzelfleisch mit Pommes und es musste kein Gast hungrig nach Hause gehen.

Die Freude über die wieder gewonnene Möglichkeit, miteinander feiern zu können, war in jeder Minute fast greifbar. Margit Kugler (CSU/JBB), Dritte Burgheimer Bürgermeisterin, brachte es in ihrem Resümee zum nunmehr 30. Marktfest kurz und prägnant auf den Punkt: „Einfach nur schön.“

DK