200.000 Euro Schaden für die Stadtwerke
Die Aufräumarbeiten im Neuburger Brandlbad laufen

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 15:00 Uhr |
Josef Heumann

Derzeit laufen im Brandlbad die Aufräum- und Putzarbeiten, für die sich auch viele freiwillige Helfer eingefunden haben. Foto: Müller

Die zurückliegende Hochwasserwoche hat die Helferinnen und Helfer auch in Neuburg und Umgebung massiv gefordert. Am städtischen Werkausschuss war es nun, Anerkennung und Dank letztlich gegenseitig für die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligter beim Hochwasser-Einsatz auszusprechen. Alles habe „hervorragend funktioniert“, attestierte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU).

Dank des Schutzringes, der in Folge des 1999er-Hochwassers realisiert wurde, kam die Stadt praktisch schadlos davon, verglichen etwa mit dem südlichen Landkreis. Aber: Allein am ab einer Scheitelhöhe von 6,10 Meter nicht mehr zu haltenden Brandlbad beziffern die Stadtwerke den entstandenen Verlust auf rund 200.000 Euro, wie es dazu heißt.

Karpfen aus der Seenlandschaft geborgen

Aus der ungewollten Seenlandschaft zwischen Brandl und dem arg in Mitleidenschaft gezogenen VfR-Gelände war das städtische Tiefbauamt gerade dabei, teils recht stattliche Karpfen zu bergen und in die Donau zurückzusetzen. Zeitweise stand hier das Wasser so hoch, dass selbst für schwere Lastwagen kein Durchkommen mehr war. Zwischenzeitlich sind die Aufräumarbeiten im Brandl in vollem Gange, was speziell die Becken anbelangt sogar schon abgeschlossen.

Auch ehrenamtliche Helfer waren einem Aufruf der Stadtwerke gefolgt. Denn beim Putzen muss es schnell gehen. Hat sich der nach dem Abpumpen zurückbleibende Schmutz erst mal festgesetzt, werden dieser und erst recht dessen Entfernung richtig hart. Dank konzertierter Aktion am Wochenende ist das Ärgste geschafft. Zwischenzeitlich hat sogar schon das Wiederbefüllen der ersten Becken begonnen.

Dennoch, und da muss alles optimal laufen, wird es bis Anfang Juli dauern, bis das Neuburger Brandlbad wieder öffnen kann. Das liegt weniger daran, dass ein Teil der technischen Anlagen vor Inbetriebnahme erst einmal komplett zerlegt werden muss. Erst wenn jetzt die Becken richtig voll sind, setzt auch die Umwälz-Funktion wieder ein. Danach dann können die Wasserproben entnommen werden. Deren Auswertung dauert etwa zwölf Tage, erst dann kann entschieden werden, ob sich Bakterien entwickelt haben oder nicht. Ist alles gut, bleibt es beim Monatsanfang mit der Wiedereröffnung, andernfalls geht es dank der zwölf Tage bei den Wasserproben in 14 Tagesschritten weiter, bis Wasserratten und Sonnenhungrige wieder Einlass finden.

Hoher Ausfall im Brandl und auch Kosten im Parkbad

Rund 65.000 Euro entgehen den Stadtwerken durch die fehlenden Eintrittsgelder, den reinen Schaden beziffern die Werke auf 130.000 Euro. Ganz ohne Sorgen ist, wie berichtet, auch das Parkbad nicht davongekommen, wo an einigen Stellen Druckwasser durchgekommen ist und den Estrich im Keller arg in Mitleidenschaft gezogen hat. Geschätzte Kosten: 20.000 bis 30.000 Euro.

Einem vereinzelt kursierenden Gerücht konnte Stadtwerke-Chef Ernst Reng aber mit aller Entschiedenheit entgegentreten: Neuburgs Trinkwasser hat durch das Hochwasser absolut nichts abbekommen. Das lasse sich desto sicherer sagen, als die Kontrollen infolge der zurückliegenden und hoffentlich endgültig überwundenen Probleme mit einem hartnäckigem Keim derzeit noch äußerst engmaschig sind. Am kommenden Samstag ab 8 Uhr beginnt das THW dann mit dem Abbau der mobilen Hochwasserschutzwände entlang der Donau.

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