Singenbach
Der heilige Magnus – Der „Apostel des Allgäus“

Darstellung in Singenbach – Gedenktag am 6. September<?ZP?>

05.09.2022 | Stand 22.09.2023, 6:01 Uhr
Hans Hammer

Der heilige Magnus als Benediktinerabt mit Abtsstab und dem von ihm besiegten Drachen in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt von Singenbach in Maria Zell. Foto: Hammer

Von Hans Hammer

Singenbach – Magnus hieß eigentlich Maginold. Der Name Magnus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „der Große“. So wurde er erst später wegen seiner vollbrachten Wundertaten genannt.

Magnus soll um 699 in St. Gallen in der Schweiz geboren sein. Dort soll er zusammen mit anderen Einsiedlern am Grab des heiligen Gallus gelebt haben. Über das Leben des heiligen Magnus gibt es kaum historisch gesicherte Tatsachen. Seine Lebensgeschichte bewegt sich meist im Bereich der Legende. Die älteste schriftliche Auskunft über das Leben dieses volkstümlichen Heiligen gibt die „Vita S. Magni“, die um 895 von einem anonymen Autor verfasst worden ist. Sie war weit verbreitet und wurde mehrfach überarbeitet. Die wohl bekannteste Fassung stammt aus dem Jahr 1067 von dem Mönch Otloh aus dem Kloster St. Emmeran in Regensburg. Nach dieser Vita erhielt er um 746 über den Priester Tozzo vom Augsburger Bischof Wikterp den Auftrag, zusammen mit Tozzo und Theodor bei den Heiden im Ostallgäu zu missionieren. Theodor blieb in Kempten und Magnus missionierte am oberen Lech. Hier baute er ein Bethaus. An dieser Stelle steht heute die Kirche in Waltenhofen bei Schwangau. Dann gründete er im heutigen Füssen eine Klosterzelle, aus der sich mit Hilfe von Schenkungen des fränkischen Königs Pippin zunächst eine klösterliche Gemeinschaft und in Folge ein stattliches Benediktinerkloster entwickelten.

Magnus wurden immer wieder verschiedene Wunder zugeschrieben. Er soll mit seinem Stab, den er immer auf seinen Missionsreisen dabei hatte, Bären und Schlangen vertrieben haben. Der Legende nach besiegte er damit sogar einen Drachen, der sich ihm in den Weg stellte. Neben seiner missionarischen Tätigkeit kamen auch die praktischen Dinge des Lebens nicht zu kurz. Der Schutzpatron unterwies die arme Landbevölkerung auf den Gebieten Ackerbau, Viehzucht und Heilkunde. Magnus soll an einem Sonntag, am 6. September 750 oder 772 in Füssen im Allgäu gestorben sein. Er wurde in der Klosterkirche in Füssen begraben.

Wegen der großen Verehrung des Missionars Magnus ließ der Augsburger Bischof Lanto mit der Zustimmung des Mainzer Erzbischofs um das Jahr 845 den Leib des Magnus erheben und in der Krypta einer neu gebauten romanischen Kapelle in Füssen beisetzen. Von dieser Kapelle ist nur noch die Krypta erhalten geblieben. An dieser Stelle steht heute die barocke Kirche St. Mang.

Durch diese Erhebung der Gebeine wurde Magnus ohne förmliches Kanonisierungsverfahren der Rang eines Heiligen zuerkannt. Sein Leichnam ging jedoch um das Jahr 950 bei den Ungarneinfällen verloren. Seine Begräbnisstätte ist unbekannt.

Der Gedenktag des heiligen Magnus ist am 6. September, seinem Todestag. Der heilige Magnus wird meist dargestellt, wie er mit seinem Stab einen Drachen bekämpft. Er ist auch oft von Bären oder anderen wilden Tieren umgeben. Er ist neben den Heiligen Afra und Ulrich auch Bistumspatron von Augsburg. Er ist auch der Patron der Hopfenbauern. In manchen Gegenden wird er zu den 14 Nothelfern gezählt.

Er wird angerufen um Hilfe für das Vieh, gegen Schlangenbisse, Würmer, Ratten, Mäuse und sonstigem Feldungeziefer und bei Augenleiden. Zum Magnustag hat sich auch eine Wetterregel herausgebildet: „Wie’s Wetter am Magnustag, es vier Wochen bleiben mag“.

SZ