Neuburg

Der große Abschied

Die Paul-Winter-Realschule verlassen heuer 99 Schülerinnen und Schüler – Auch Schulleiterin Sonja Kalisch geht

24.07.2022 | Stand 24.07.2022, 15:38 Uhr
Rainer Hamp

Die Jahrgangsbesten mit Schulleiterin und Elternbeirat: Helmut Günter (Beirat, v.l.), Lukas Hecht, Manuel Blasaditsch, Veit Baumgärtner, Franziska Klein, Schulleiterin Sonja Kalisch und Marieke Hoffmann (Beirat). Foto: Hamp

Von Rainer Hamp

Neuburg – Die Aula der neuen Schule am Sehensander Weg ist am Freitag brechend voll gewesen, als Absolventen und Absolventinnen mit der „Schnapszahl“ 99, wie Konrektor Martin Distl in seiner Begrüßungsrede feststellte, ihre Zeugnisse bekamen. 17 von ihnen, also fast 17 Prozent bekamen dabei Durchschnittsnoten mit einer Eins vor dem Komma.

Eigentlich werden jedes Jahr nur die drei Besten ausgezeichnet, weil aber heuer zwei nun Ehemalige den gleichen Schnitt erreichten, gab es diesmal vier Auszeichnungen und zwar für Lukas Hecht (1,0), Manuel Blasaditsch (1,3) sowie Franziska Klein und Veit Baumgärtner (je 1,5). „Ich ziehe den Hut vor euch“, sagte Distl. Er bedankte sich bei den Eltern für deren Unterstützung ihrer Sprösslinge und ihre Mitarbeit an der Schule, stellvertretend für sie konnte er die scheidenden Vorsitzenden des Elternbeirats Marieke Hoffmann und Helmut Günter begrüßen. Außerdem auch den Landrat Peter von der Grün (FW), sowie Vertreter von Gemeinden aus dem Landkreis; die Bürgermeister Günter Gamisch (FW) Ehekirchen und Michael Lederer (FW) Karlshuld, die Vize-Bürgermeisterin Mini Forster-Hüttlinger (SPD) aus Oberhausen und aus Neuburg die Stadträtin Sissy Schafferhans (FW).

Der Landrat lobte in seiner Rede den Fleiß der Schüler, die trotz der Hitze diese Ergebnisse erzielten und verband damit auch den Dank an die Lehrkräfte und die Schulleitung. „Gutes Fachwissen ist notwendig für eine erfolgreiche Zukunft, aber auch die soziale Kompetenz, den Bezug zu euren Mitmenschen dürft ihr nicht vernachlässigen“, mahnte er. Der Mensch brauche den Menschen. Von der Grün wies auch darauf hin, dass der Landkreis erheblich zur Finanzierung der neuen Schule beigetragen habe. „Aber für eine gute Bildung gibt der Kreistag gerne Geld aus“, stellte er fest. Das solle aber auch der Wirtschaft im Landkreis zugute kommen und so rief er die Absolventinnen und Absolventen dazu auf, schon mal im Ausland Luft zu schnuppern, aber wieder hierher, wo dringend Fachkräfte gesucht würden, zurückzukehren. Sissy Schafferhans sprach von einer außergewöhnlichen Leistung der Schülerinnen und Schüler, die eine gute Basis für ein eigenverantwortliches Leben sei.

Die Elternbeiräte Hoffmann und Günter, im Wechselgespräch, lobten die Schule und das neue Haus, bedauerten aber auch, dass es coronabedingt keine Abschlussfahrten gegeben habe. „Ihr seid jetzt die Helden“, riefen sie den Ehemaligen zu und brachten für jeden und für jede als Geschenk ein schwarz/weißes Armband mit der Aufschrift „AK 2022 PWS“ mit.

Die Jahrgangsstufensprecher Patricia Mergel und Edon Gashi dankten den Lehrkräften sowie den Schülern der fünften Klassen, von denen die Zehntklässler bemalte Steine geschenkt bekommen hatten. Man habe nun ein bedeutendes Stück Papier in der Hand, womit die Türen in die Zukunft und für einen eigenen Weg offen seien.
Die Schülermitverwaltung (SMV) prägt jedes Jahr ein neues Motto. Heuer hieß es: „Getestet und für gut befunden“ in Umkehrung der Bedeutung des Bibelspruchs „Gewogen und für zu leicht befunden“.

Schulleiterin Sonja Kalisch nahm diesen Spruch auf. Das Wort „Test“ habe in Corona-Zeiten eigentlich einen unguten Beigeschmack, da man möglichst negativ getestet werden möchte. Aber ein Leistungstest sollte möglichst positiv sein; und das sei er heuer sehr deutlich gewesen. Damit seien die ehemaligen Schülerinnen und Schüler reif für die eigene Zukunft, für Eigenverantwortung und gesellschaftliches Engagement. Ihr Dank galt den Eltern und Lehrkräften, die einen großen Anteil an der Reifwerdung der jungen Menschen gehabt hätten. Umrahmt wurde die fast dreistündige Abschlussfeier von der Schulband und der Bläserklasse 10.

Nicht nur Schülerinnen und Schüler wurden verabschiedet, auch für Sonja Kalisch selber ist heuer Schluss an der Schule. Sie wurde vom Kultusminister Michael Piazolo (FW) als Ministerialbeauftragte für Realschulen nach München geholt. „Die Schule verliert eine Kennerin und Macherin“, bedauerte Stadträtin Schafferhans den Schritt. Am Donnerstag, 28. Juli, wird Kalisch mit einer besonderen Feier verabschiedet.

DK