Neuburg-Schrobenhausen
Caritas-Kreisverband ist gefragter denn je – 5600 Stunden geleistet

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 14:30 Uhr |
Rainer Hamp

Das Team der Caritas im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Dominik Weigl (Caritasrat, v.l.), Stephanie Englert-Dougherty (Vorsitzende) und Hans-Peter Wilk (Geschäftsführer). Foto: Hamp

Hochwasser, aber auch Schuldnerberatung und Hilfe in seelischen Ausnahmesituationen: Die Arbeit der Caritas ist vielfältig. Da bildet der Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen keine Ausnahme. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung erneut deutlich.

„Bewohner des Altenheims in Schrobenhausen mussten teilweise mit der Baggerschaufel aus dem Fenster gehoben werden“, erzählte die Vorsitzende des Caritas-Kreisverbands Neuburg-Schrobenhausen, Stephanie Englert-Dougherty, in ihrer Begrüßung bei der Mitgliederversammlung in der Geschäftsstelle Neuburg. Die Hilfsbereitschaft in der Stadt, die vom Hochwasser stark betroffen war, sei groß gewesen; freilich weniger von der Stadtverwaltung, so die Vorsitzende, als vielmehr von der Bevölkerung.

Hauptpunkt der Versammlung war aber der Bericht des Geschäftsführers Hans-Peter Wilk zum Geschäftsjahr 2022, welches noch stark von den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie, aber auch vom beginnenden Krieg in der Ukraine geprägt gewesen sei. Die Caritas sei konkrete Hilfe für Menschen in Not, so lautet ein Leitsatz des Verbands und dies sei heute notwendiger denn je, wie der Geschäftsführer feststellte.

5600 Stunden haben die Helfer geleistet



Mehr als 5600 Stunden seien die Helfer im Landkreis insgesamt im Einsatz gewesen. Im Gebrauchtwarenladen „Carla“ in Neuburg habe man vielen Leuten helfen können, auch wenn man wegen der zunehmenden Flüchtlingszahlen an eine Grenze gelangt sei. 2022 konnte man über die Insolvenz- und Schuldnerberatung zudem 195 Ratsuchende unterstützen, die mit ihrem Geld nicht mehr zurechtkamen.

Einmal pro Woche biete man in Neuburg und Schrobenhausen eine allgemeine Sozialberatung an, wobei 290 Menschen in fast 1500 Gesprächen Rat bei der Caritas gesucht haben. Zudem habe man Leute zu Behördenterminen begleitet und auch in den Neuburger Gefängnissen vorbeugende Beratungsgespräche geführt.

Weil der öffentliche Nahverkehr im Landkreis nicht funktioniere, so war es von der Caritas zu hören, biete man wöchentlich einen kostenlosen Fahrdienst von Schrobenhausen zum Jobcenter nach Neuburg an. In 60 Fällen hatten die Leute zudem Angst, ihre Wohnung zu verlieren. Auch dabei konnte die Caritas helfen. Betroffen waren insgesamt 121 Personen, darunter 27 Familien und 42 Kinder sowie 33 Einzelpersonen. Bei der Betreuung von Jugendlichen arbeite man in Neuburg, Schrobenhausen sowie den Gemeinden Burgheim und Karlskron erfolgreich mit Schulen zusammen. In Schrobenhausen sei man auch mit Streetworkern unterwegs, so Wilk. Auch psychisch Kranke, Suchtkranke oder geistig Behinderte habe man unterstützen können.

Licht und Schatten



Freilich gab es auch Rückschläge. So wurde 2022 das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ beendet. Ein Nachfolgeprojekt habe man finanziell nicht mehr stemmen können, so Geschäftsführer Wilk weiter. Und auch das gärtnerische Projekt „Spatenstich“ in Neustetten wurde Ende 2022 eingestellt. Die notwendig gewordenen Erneuerungen habe man finanziell nicht tragen können. Die im Betrieb beschäftigten Mitarbeiter habe man aber auffangen können.

Anschließend an den Jahresbericht stellten Wilk und Nicole Weigl den Haushaltsbericht für 2022 vor, der mit etwa 6,3 Millionen Euro abgeschlossen habe. Der größte Posten seien auch bei der Caritas die Lohnkosten gewesen, die noch deutlich angestiegen seien. Da die Kassenprüfung keine Einwände erbracht habe, wurden Vorstand und Caritasrat von der Versammlung einstimmig entlastet.

Danach wurde noch der Haushaltsplan für das laufende Jahr 2024 vorgestellt, in dem Einnahmen und Ausgaben von rund 7,8 Millionen Euro vorgesehen sind. Auch dem wurde von der Runde einvernehmlich zugestimmt.

DK