Schrobenhausener Fotoclub
Bunter Bilderbogen unter den Bögen der Stadtmauer

28.05.2024 | Stand 28.05.2024, 11:00 Uhr

Fotografierte Fotografen: Bei der Ausstellung des Fotoclubs Schrobenhausen trafen sich (v.l.) Josef Schwarz, Kunstpreisträger der Stadt, Michael Behrendt und Herbert Haas, die Vorsitzenden des Fotoclubs. Foto: mbs

Längst ist es Tradition – an einem Sonntag im Frühsommer präsentiert sich der Fotoclub Schrobenhausen mit einer Ausstellung in den Bögen der Stadtmauer am Pflegschloss. „Und mit dem Wetter hatten wir fast immer großes Glück“, konnte Vorsitzender Herbert Haas auch diesmal wieder zufrieden feststellen.

Um die 35 Mitglieder hat der 1977 gegründete Fotoclub Schrobenhausen heute, an die 15 dürfe man als Aktive rechnen, so Haas. Elf von ihnen haben wieder ihre Arbeiten präsentiert, denen auch Bürgermeister Harald Reisner (FW) mit einem Kurzbesuch seine Referenz erwies. In der Geschichte des Clubs stehen bemerkenswerte Preise. In Wettbewerben, so Michael Behrendt, stellvertretender Vorsitzender, erreichte der Club elf bayerische und zwei deutsche Meister-Auszeichnungen. Und nicht zu übersehen: Mit Josef Schwarz erhielt ein anerkanntes Mitglied des Fotoclubs 1993 den Kunstpreis der Stadt Schrobenhausen.

Die Ausstellung zeigte wieder einen großen Bogen von Motiven, die einzelnen Fotografen stellten ihre charakteristischen Schwerpunkte vor. Das reichte von Naturstimmungen und Landschaften über eindrucksvolle Wolkenerscheinungen bis zu feinen Blumenbildern. Porträts lagen vor und Beispiele von dynamisch eingefangenem Motorsport, es ging um Gebäude und auch um „Heimatland“, hier mit ausgesuchten Luftaufnahmen. So manchen Bildern geben grafische Elemente den Charakter. Zu sehen waren „Lost Places“, ein Motiv, das seit Jahren in der ganzen Welt verfolgt wird, Industrieruinen, verlassene Fabriken und Lagerhallen, die in fotografischer Darstellung eigenen Charme aufweisen.

Eine kleine Reihe fotografischer Werke hat wieder der Fotoklub Perg beigesteuert. Dank Städtepartnerschaft unterhalten die Fotofreunde aus Schrobenhausen und Perg schon mehr als 25 Jahre eine enge Beziehung miteinander. Laut Herbert Haas gibt es gemeinsame Aktionen, die Clubs besuchen sich gegenseitig und gehen dabei gemeinsam auf Fototour.

Am Rande der Ausstellung wird über das Fotografieren philosophiert. Da kommt auch Theorie ins Spiel, nicht zuletzt über ein Thema, das vor gut 20 Jahren Fahrt aufnahm – die digitale Bildbearbeitung. Einer der ersten im Fotoclub war Josef Schwarz, der seine Kollegen damals mit Argumenten überzeugen musste, die auf der Hand lagen, aber in der Debatte nicht gleich anerkannt wurden. Er musste darauf hinweisen, dass auch in der analogen Fotografie schon viele Eingriffe – um nicht zu sagen Manipulationen – an den Bildern vorgenommen wurden. Das beginne beim Filter vor dem Objektiv, wie Michael Behrendt ergänzte, und wer einmal selber in der Dunkelkammer arbeitete, weiß, wie man Teilbereiche stärker oder weniger stark belichtet, wie man die Finger zu einem Ring formt, um ein Gesicht hervorzuheben und ein prägnantes Porträt zu schaffen. Heute gehört die digitale Bildbearbeitung zum Standard. „Ein störendes Element in einem ansonsten schönen Bild wird halt eliminiert“, meint Herbert Haas aus Überzeugung: „Neuerdings spielt sowohl in der dokumentarischen wie in der künstlerischen Fotografie auch noch die KI herein. Man wird sehen“.

SZ