Riedenburg
„Weihwasser von oben“

Trotz des schlechten Wetters marschieren 111 Riedenburger Fußwallfahrer nach Mindelstetten

20.09.2022 | Stand 22.09.2023, 5:30 Uhr |

Genau 111 Fußwallfahrer beteiligten am Pilgergang von Riedenburg ans Grab der heiligen Anna in Mindelstetten. Fotos: Meyer

Riedenburg/Mindelstetten – Angesichts der unbeständigen Wettervorhersagen ist Pilgerführer Jakob Schmailzl mit der Teilnehmerzahl an der Wallfahrt nach Mindelstetten zufrieden gewesen. Genau 111 Personen beteiligten sich bei leichtem Nieselregen. „Das Weihwasser kommt heuer von oben“, meinte Schmailzl zur Wetterlage.

Um 9 Uhr spendete Stadtpfarrer Edmund Bock den Pilgersegen am Marktplatz in Riedenburg. Er hatte richtiges Weihwasser dabei, mit dem er die Pilger besprengte. Nach dem Pilgersegen zog man mit Kreuz und Standarte voraus von Riedenburg über Hexenagger nach Altmannstein. Mal hörte der Regen auf, dann begann es erneut zu tröpfeln. Der Schambachtalbahn-Radweg kennzeichnete bis Altmannstein die Marschroute. In den Ortschaften wurden die Wallfahrer vom Glockengeläut der Kirchen begrüßt.

Nach einer Stärkung ging es hoch zur Altmannsteiner Burg. Von hier aus gelangten die Gläubigen über den Jakobsweg und Teile des Limesweges nach Grashausen. An dem Kirchlein hielt man wieder eine Marienandacht vor einer Abbildung der schwarzen Madonna von Altötting. „Danke, dass wir hier wieder einen Blick nach Altötting werfen konnten“, freute sich der Pilgerführer. Pfarrer Joseph Uwitonze segnete die Pilger schließlich mit der Marienfigur.

Wegen des schlechten Zustandes der Waldwege pilgerte man weiter auf dem Jakobsweg in Richtung Tettenagger und dann entlang des Radweges nach Mindelstetten. Pilgerführer Jakob Schmailzl bedankte sich kurz vor dem Wallfahrtsziel bei allen Personen, die ihn bei der Organisation unterstützt haben.

In Mindelstetten empfing Pfarrer Josef Schemmerer die Wallfahrer vor der Kirche. „Ich freue mich, dass ihr dem Wetter getrotzt habt und in einer so stattlichen Anzahl nach Mindelstetten gekommen seid. Die Heiligen sind die Anziehungspunkte in der Kirche. Wie sie, können auch wir im Glauben leuchtende Menschen werden und zu einem Licht in unserer Welt. Bei Anna Schäffer seid ihr mit euren Anliegen genau an der richtigen Stelle. ,Geh nur an mein Grab, ich verstehe dich schon‘, hat Anna Schäffer bereits zu ihren Lebzeiten gesagt“.

Gemeinsam mit Josef Uwitonze feierte Pfarrer Schemmerer den Pilgergottesdienst. Vom Nichtaufgeben handelte die Predigt von Uwitonze. Er erinnerte dabei an seine erste Wallfahrt nach Altötting. „Die Wallfahrt war für mich einzigartig“. Nach so vielen Kilometern habe er große Schmerzen gehabt. Der Einzug rund um die Gnadenkappelle habe nach seiner letzten Kraft verlangt. Er wollte aber nicht aufgeben, so wie auch Anna Schäffer nicht aufgegeben habe. „Wenn du auch leiden musst, gib nicht auf. Jesus ist an deiner Seite“, sagte Uwitonze ermunternd zu den Wallfahrern.

Zum Schluss des Gottesdienstes bedankte sich Schmailzl bei den Priestern. Pfarrer Schemmerer dankte er für die schöne Begrüßung und er freue sich schon, im nächsten Jahr wieder nach Mindelstetten kommen zu dürfen.

Für Josef Uwitonze wurde die Aufenthaltserlaubnis verlängert und so wird er die Wallfahrt nach Altötting wieder begleiten. Die 188. Fußwallfahrt nach Altötting startet im kommenden Jahr am Donnerstag, 25. Mai.

Ein Großteil der Wallfahrer wurde nach dem Gottesdienst in Mindelstetten abgeholt. Für die Rückfahrt nach Riedenburg wurde wieder ein Bus eingesetzt.

DK