Für Frauenpower in der Politik
Seminar der Hanns-Seidel-Stiftung will Kommunalpolitikerinnen stärken

14.06.2024 | Stand 14.06.2024, 5:00 Uhr |

Referentin Bernadette Dechant (Zweite von links) tauschte sich mit zahlreichen Politikerinnen aus dem gesamten Landkreis aus. Auch die Riedenburger Stadträtinnen Sandra Schmid und Karin Dachs nahmen am Seminar teil. Foto: Hackner-Lösch

Noch immer sind Frauen in politischen Gremien wie Kommunalparlamenten unterrepräsentiert. Warum erhöht sich die Frauenquote nach über 100 Jahren Frauenwahlrecht nach wie vor schleppend? Wie kann es gelingen, neue Frauen für die kommunalpolitische Arbeit zu gewinnen? Diese und viele Fragen mehr wurden vor Kurzem in einem Seminar der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Thema „Frauen für die politische Arbeit gewinnen“ in Prunn bearbeitet.

Als Referentin konnte Seminarleiter Siegfried Lösch (CSU) die Regensburger Stadträtin und Bezirksrätin Bernadette Dechant (CSU) gewinnen. Zahlreiche Gemeinde-, Markt-, Stadt- und Kreisrätinnen und solche, die es künftig werden möchten, nahmen an dem Seminar teil. Ein Erfahrungsaustausch, ein Blick zurück und die Herausforderungen der heutigen Zeit waren inhaltliche Schwerpunkte des Seminars. Es wurden Strategien und Handlungsansätze erarbeitet, um Frauen für die Politik begeistern zu können.

Politik der Geschlechtergerechtigkeit als große Aufgabe



Die Referentin und die Teilnehmerinnen zogen schließlich ein umfangreiches Fazit aus dem Seminartag. Wenn Politik keine männliche Domäne bleiben solle, dann stelle eine konsequente Politik der Geschlechtergerechtigkeit mit die wichtigste Aufgabe dar. Insbesondere die Parteien seien dazu aufgefordert, Frauen nicht nur in Wahlkampfzeiten als relevante Zielgruppe zu umwerben, sondern ihren Lebenslagen und Interessen in der politischen Praxis permanent Rechnung zu tragen. Darüber hinaus könne Gleichberechtigung nur gelingen, wenn die Politik auch Männer in den Blick nehme und einen Wandel des männlichen Rollenverständnisses anstrebe. Erste Ansätze wie das Elterngeld oder das Netzwerk „Neue Wege für Jungs“ gäbe es inzwischen. Weiterhin kam man zu dem Schluss, dass auch die Medien ihrer Sozialisationsfunktion nachkommen und neue Geschlechterrollenbilder vermitteln sollen.

Herausforderung für das 21. Jahrhundert



Frauen seien weder in der Politik noch in der Wirtschaft Muttis, Püppchen oder Marionetten, so eine weitere Erkenntnis aus dem Seminar. Die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie bleibe eine Herausforderung auch für das 21. Jahrhundert.