Große Pläne
Riedenburger Brauhaus will bis 2030 komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen sein

07.12.2023 | Stand 08.12.2023, 10:13 Uhr

Brauereichef Maximilian Krieger hat große Pläne. Im Frühjahr soll der Um- und Neubau beginnen. Foto: Archiv

Maximilian Krieger hat große Pläne: Durch eine stufenweise Abkehr von fossilen Brennstoffen möchte das Riedenburger Brauhaus (Landkreis Kelheim) Vorreiter einer nachhaltigen Produktion unter höchsten Qualitätsstandards werden. Im Frühjahr soll der Um- und Neubau beginnen.



Einstimmig und ohne Diskussion hat der Riedenburger Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung sechs verschiedenen Projekten zugestimmt, von denen das Vorhaben des Riedenburger Brauhauses nicht nur für das Unternehmen selbst eine gewaltige Investition in die Zukunft darstellt.

Wie es in einer Pressemitteilung informiert, baut das Riedenburger Brauhaus wesentliche Teile seiner Bierherstellung nach modernsten Gesichtspunkten und mit einem zukunftsträchtigem Energiekonzept neu.

Stufenweise Abkehr von fossilen Brennstoffen



Durch eine stufenweise Abkehr von fossilen Brennstoffen möchte die Bio-Brauerei Vorreiter einer nachhaltigen Produktion unter höchsten Qualitätsstandards werden. Ein Bierausschank im Neubau sowie der bereits bestehende Biergarten werden in das Konzept integriert. Der Spatenstich erfolgt im Frühjahr 2024, gebaut wird am bisherigen Standort.

„Auch wenn der Bierkonsum in Deutschland allgemein rückläufig ist, haben wir in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum erlebt. Deshalb ist es für uns unabdingbar, unsere Brauerei diesen Entwicklungen anzupassen und Ersatzinvestitionen zu tätigen“, begründet Brauereichef Maximilian Krieger die größte Investition in der jüngeren Brauereigeschichte des Riedenburger Brauhauses.

Neubau von Sudhaus, Gär- und Lagerkeller



Die Bio-Umstellung im Jahr 1994 und der Bau der neuen Füllerei 2014 hätten maßgeblich zum Erfolg der Brauerei beigetragen, nun stehe der Neubau von Sudhaus, Gär- und Lagerkeller sowie Energieversorgung an. Hauptaugenmerk wird dabei auf regenerativen Energieeinsatz und ein besucherfreundliches Gesamtkonzept gelegt. „Bis spätestens 2030 wollen wir komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen sein“, erklärt Krieger. Im ersten Schritt werden bereits 50 Prozent des bisher eingesetzten Erdgases durch Umstellung von Dampf auf Heißwasser, Energierückgewinnungsmaßnahmen und den Einsatz von Energiespeichern eingespart. Im zweiten Schritt wird durch innovative Verfahren mit weiterer Nutzung von Abwärmequellen aus dem Brauereibetrieb der Einsatz von fossilen Brennstoffen hinfällig. Der benötigte Strom stammt zu einem großen Teil aus den eigenen Photovoltaikanlagen, der Rest wird als Ökostrom zugekauft.

„Wir möchten zeigen, dass ein Gleichgewicht von wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz hergestellt werden kann“, begründet der Brauereichef diese anspruchsvolle Dekarbonisierungsstrategie. Wie dieses Nachhaltigkeitskonzept in der Praxis funktioniert, können Gäste, Kunden und Kooperationspartner ab dem Frühjahr 2025 vor Ort erfahren. Da das neue Gebäude offen gestaltet sein wird, haben Besucher während der Öffnungszeiten die Möglichkeit, Einblick in das alltägliche Brauereigeschehen zu erhalten. „Außerdem zapfen wir an einem langen Tresen viele unserer Bio-Bierspezialitäten frisch vom Fass“, betont Katrin Krieger. „So kann der Gast unsere Biere vom Brauprozess bis zum Schluck aus dem Glas erleben.“ Der Biergarten mit seinen alten Kastanien bleibt selbstverständlich bestehen, mit dem Vorteil, dass Besucher ganzjährig, und auch bei schlechtem Wetter, frisch gezapftes Bier und Bio-Speisen aus regionalen Zutaten genießen können.

Brauerei-Biergarten bleibt 2024 geschlossen



Im Herbst dieses Jahres wurden bereits neue Lagerkapazitäten geschaffen, sodass der reguläre Brauereibetrieb während der einjährigen Bauphase sichergestellt ist. Der Brauerei-Biergarten wird, mit Ausnahme des Antikflohmarktes, 2024 jedoch geschlossen bleiben.

„Dieses Neubauprojekt ist das komplexeste Vorhaben in der Geschichte des Riedenburger Brauhauses. Doch wir wollen zukunftsfähig bleiben, Ressourcen schonen und unseren Mitarbeitern einen modernen Arbeitsplatz bieten“, resümiert Maximilian Krieger.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich durch alle Fraktionen beeindruckt von dem Vorhaben und wünschten dazu viel Erfolg. Bürgermeister Thomas Zehetbauer (CWG) sieht darin eine gastronomische Bereicherung für Riedenburg und sein Parteikollege Konrad Halbig erkennt dies auch für den ökonomischen und touristischen Sektor. „Man kann es nur begrüßen, wenn jemand Geld in die Handnimmt und in die Wirtschaft investiert. Das Konzept hat Zukunft“, betonte auch der Dritte Bürgermeister Wolfgang Wirth (FW) unter Zustimmung der CSU- und Bürgerlistenmitglieder.

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