Riedenburg

Rapunzel in der Zaubershow

Geheime Überraschung beim Riedenburger Kinderfest erfreut sich beim Nachwuchs großer Beliebtheit

05.09.2022 | Stand 05.09.2022, 16:56 Uhr

Gebannt lauschten die Kinder bei der Vorführung. Rapunzel machte bei Freds Zaubershow mit. Fotos: Lippoldt

Von Miro Lippoldt

Riedenburg – In ihr langes Haar hat sie Blumen eingeflochten und ihr Kleid verzaubert die Kleinen: Mit zwei Kindern an der Hand und vier weiteren im Schlepptau begibt Rapunzel sich zur Zaubershow, die bald beginnt. Das ist die große Überraschung, die vor dem Fest verschwiegen worden war. Am Sonntag herrscht Trubel im Krieger-Biergarten in Riedenburg: Als Krönung des Ferienprogramms der Stadt findet das Kinderfest statt.

Während der Ferien konnten Kinder und Jugendliche bei zahlreichen Aktionen mitmachen und alles beim Abschlussfest ausklingen lassen. Es ist viel geboten: Rapunzel, eine Zaubershow und ein Aktionskünstler, der Luftballons modelliert. Musikalisch begleitet die Jugendkapelle der Stadtkapelle das Fest. Nebenan können die Kleinen auf dem Spielplatz toben, während die Eltern es sich im Biergarten bequem machen. Die Schlangen vor „Angie‘s Face Painting“, dem Gesichtsschminken, das auch Erwachsene nicht ausschließt, will nicht kürzer werden: Ist das Gesicht eines Kindes bunt, haben sich bereits zwei neue angestellt.

Bürgermeister Thomas Zehetbauer (CWG) ist zufrieden: „Darauf werden wir aufbauen, vor allem mit größerem Engagement der Stadt.“ Er sei froh, dass der Jugendbeauftragte, der CWG-Stadtrat Andreas Peter, „so ein umfangreiches und großes Ferienprogramm organisiert hat – so groß hatten wir es noch nie“.

Der Jugendbeauftragte Peter und die Integrationsbeauftragte, die SPD-Stadträtin Felicitas Wollschläger, bereiten alles für die Zaubershow um 16 Uhr vor. Gemeinsam stellen sie Bänke auf, während der Zauberkünstler Fred in seinem Zauberkoffer wühlt. Auch Rapunzel trägt mit Hilfe eines Jugendlichen und einiger Kinder eine Bank zum Schauplatz, macht es sich jedoch schlussendlich auf dem Boden bequem, je zwei Kinder links und rechts vor ihr. Die Bänke sind voll und die Kleinen klatschen und jubeln begeistert. Einige Eltern verfolgen die Vorführung interessiert.

Der Jugendbeauftragte ist glücklich. Der Tag sei perfekt und es gebe keine Probleme beim Kinderfest: „Das Wetter ist super und ich glaube, es gefällt jedem.“ Auch das Ferienprogramm sei „sehr gut angenommen“ worden. „Manche Kurse sind wiederholt worden, weil sie so überlaufen waren“, berichtet er. Seit 2021 ist Peter Jugendbeauftragter. Seine Begründung für den Amtsantritt ist logisch: „Wenn ein junger Mann im Stadtrat sitzt, dann sollte er die Jugendarbeit für die Stadt machen“ und er ergänzt: „Es ist eine der wichtigsten Aufgaben.“

Während das Programm seit Jahren besteht, findet das Abschlussfest erstmalig statt. Die Idee des Jugendbeauftragten: Ein Fest veranstalten, damit „die Leute sich wieder begegnen können und die Kinder Freunde finden und zusammen spielen können“. Das konnten sie wegen der Corona-Pandemie lange nicht mehr oder nur bedingt. „Wir wollen, dass die Kinder mal wieder rauskommen und Spaß haben.“ Außerdem will der Jugendbeauftragte ins Gespräch mit den jungen Familien kommen.

Aber das ist nicht der einzige Grund. „Der Ukraine-Krieg hat auch eine Rolle gespielt“, weiß Felicitas Wollschläger. Andreas Peter fügt hinzu: „Und um den Zusammenhalt zu stärken.“ Peter habe das Programmheft in ukrainisch verfasst und gemeinsam haben sie es an ukrainische Familien verteilt, sagt Wollschläger, die den Organisator tatkräftig unterstützt hat. Und sie ist nicht die einzige: Auch die Riedenburger Vereine und Geschäfte hätten massive Unterstützung geleistet, weiß sie.

Eltern und Kinder sind dankbar für das Angebot. Das zeigt sich in der großen Besucherzahl.

Auf dem Spielplatz toben ukrainische Kinder mit den deutschen, als hätte es nie Probleme gegeben. „Am Anfang gab es die Sprachbarriere“, erklärt Wollschläger. „Aber Kinder haben da oft weniger Probleme als die Erwachsenen.“ Deshalb seien die ukrainischen Kinder anfangs untereinander geblieben, denn „sie haben nicht die Möglichkeit, sich mit den anderen zu verständigen“. Aber auf dem Kinderfest „herrscht gute Stimmung“, so Wollschläger. Die Sprachbarriere scheine überwunden, denn ausgeschlossen werde keiner.

Alle Beteiligten äußern sich zufrieden mit dem Verlauf des Ferienprogramms und des Kinderfests und auch die wichtigsten Kritiker, die Kinder selbst, sind begeistert. Nächstes Jahr können sie sich, wenn alles planmäßig ausgebaut wird, gemeinsam mit ihren Eltern auf ein weiteres, bis dahin hoffentlich noch umfangreicheres, Ferienprogramm freuen, in welches nach den Worten von Bürgermeister Zehetbauer „noch mehr Engagement“ gesteckt wird.

DK