Riedenburg
Nur leichter Gegenwind: Riedenburger Stadtrat segnet Vorrangflächen für Windenergie mehrheitlich ab

06.12.2023 | Stand 06.12.2023, 15:28 Uhr

Nördlich von Otterzhofen und Jachenhausen könnten auf drei Vorrangflächen bis zu sechs Windräder gebaut werden. Foto: DK (Grafik)

Drei Windparks mit insgesamt sechs Windrädern sollen laut den Anträgen auf Vorbescheid im nördlichen Stadtgebiet von Riedenburg entstehen. In der vergangenen Sitzung des Stadtrats wurde über das gemeindliche Einvernehmen zu diesen Windparks abgestimmt.

Unter welchen Vorzeichen diese errichtet werden, hat jedoch zu einigen Fragen und zum Teil auch zu Unmut geführt. Letztendlich wurden allen drei Windparks genehmigt, jedoch mit jeweils drei Gegenstimmen.

Die Windräder sind mit einer Nabenhöhe von 164 Metern geplant. Die Nabenhöhe gibt den Abstand der Rotormitte zur Geländeoberfläche an. Der Durchmesser des Rotors wird mit 163 Metern angegeben. Damit ergibt sich eine Gesamthöhe von 245,5 Metern. Drei Windkraftanlagen sollen im Windpark „Winterholz 1“ entstehen, zwei in „Winterholz 2“ und ein Windrad soll im Windpark „Winterholz 3“ errichtet werden. Wie die Namensgebung erahnen lässt, sollen die Windparks im Wald nördlich der Riedenburger Ortsteile Otterzhofen und Jachenhausen entstehen (siehe Grafik).

Florian Schindler vom Regensburger Planungsbüro Primus erklärte vor dem Gremium einige Details. „Wir halten die 1000 Meter zu den Wohnhäusern ein“, versicherte er. Eine Bürgerbeteiligung biete Primus selbstverständlich an. Auf Nachfrage der Stadträte führte Schindler aus, dass sowohl eine aktive als auch eine passive Bürgerbeteiligung möglich sei. Manfred Meyer (BGR) stellte am Ende dieser Ausführungen fest: „Bevor der erste Baum gefällt wird, sollte die Bürgerbeteiligung klar sein.“ Schindler versicherte, dass das der Fall sein werde. Es werde eine Bürgerbeteiligung für den kompletten Windpark geben, mit einem fixen Zinssatz, der ausgeschüttet wird. Konrad Halbig (CWG) merkte dazu an, dass die Bürger aus den Ortsteilen Jachenhausen und Otterzhofen bei der Bürgerbeteiligung „bevorzugt behandelt“ werden sollten, da sie am nächsten an den Windkraftanlagen dran sind. Neben der Bürgerbeteiligung ging es einigen Ratsmitgliedern um mehr Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger. Maximilian Sedlmeier (CSU) befürchtete, dass auch in Hemau Windkraftanlagen noch ein Thema werden könnten. Diese Anlagen wären dann ebenfalls in Sichtweite. „Wir wissen, dass wir am kürzeren Hebel sitzen. Bürgerbeteiligung macht die Sache erträglicher, aber das sind sehr komplexe Themen. Machen Sie eine große Veranstaltung, erklären Sie den Bürgern alles detailliert und schaffen Sie feste Ansprechpartner für Bürger“, empfahl er.

Schindler versicherte, Primus werde Informationsveranstaltungen anbieten, erst müsse aber der genaue Standort der Anlagen feststehen.

Bürgermeister Thomas Zehetbauer (CWG) versicherte, dass bisher ein offener Austausch stattgefunden habe und stattfinde und er auch mit dem Bürgermeister von Hemau im Gespräch sei. Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Wirth (FW) stellte klar: „Ich stelle mir Transparenz anders vor. Die Bürger fühlen sich nicht mitgenommen. Die direkt Betroffenen sollten vorab, also schon vor dem Vorbescheid informiert werden.“

Wie lange wird es dauern bis tatsächlich Strom produziert wird? Sandra Schmid (CSU) fragte nach dem „Zeithorizont“ des Projekts. Schindler gab die Prognose, dass wenn der Antrag Anfang 2024 gestellt werde, etwa Ende des vierten Quartals mit einer Genehmigung gerechnet werden könne. Der Baustart könne dann frühestens 2025 erfolgen. Als „recht sportlich“ bezeichneter Annette Eichenseer (CWG) das Datum des Baustarts. „Wie ist es mit dem Netzanschluss? Ist das da oben nicht ein Problem?“ Schindler räumte ein, dass diese Problematik zu Verzögerungen führen könnte.

Zum geplanten Umspannwerk sei es „eine weite Strecke, die aber machbar ist“.

aso