Im Visier der Polizei
Mitarbeiter der Pfarrei wurden in Bad Gögging für Betrüger gehalten

27.02.2023 | Stand 17.09.2023, 2:01 Uhr |

Ein Besuch von der Pfarrei sorgte für Aufregung in einer Seniorenwohnanlage in Bad Gögging. Foto: Jan Woitas, dpa

Von Jochen Dannenberg

Bad Gögging. Schockanrufe und falsche Polizisten: Immer wieder versuchen Ganoven, Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Eine neue Masche wurde jetzt anscheinend im Kurort ausprobiert. Das glaubte zunächst die Polizei.



Danach hatten es die vermeintlichen Trickbetrüger auf die Bewohner einer Senioreneinrichtung in Bad Gögging abgesehen. Dort gaben sich der Mann und die Frau, die an den Türen der Senioren-Appartements klingelten, als Mitarbeiter der Kirche aus. Der Mann behauptete angeblich sogar, er sei Pfarrer. Er bot den Senioren Gespräche an und wollte sich somit Einlass in die jeweiligen Wohnungen erschleichen, teilt die Polizeiinspektion Kelheim mit. Doch die alten Leute waren clever. Keiner von ihnen ließ das unbekannte Pärchen in die Wohnung. Zu Schaden kam niemand von den alten Leuten.

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Möglicherweise lag das auch daran, dass die Senioren erst kürzlich durch speziell geschulte Polizeibeamte der Polizeiinspektion Kelheim über Trickbetrüger informiert wurden und die Beamten vor deren Maschen gewarnt hatten. Ein anderer Grund dafür, dass die vermeintlichen Betrüger leer ausgegangen waren, dürfte der Umstand sein, dass die meisten alten Leute „ihren“ Pfarrer, von denen es in Bad Gögging gleich drei gibt, kennen und ein unbekannter Geistlicher sofort Misstrauen weckt.

Einige Senioren riefen aufgrund ihres Misstrauens die örtlichen Pfarrer an und fragten nach, ob jetzt Geistliche für Gespräche vorbeigeschickt würden. Doch die Antworten der Seelsorger waren eindeutig und gleichlautend: Es finden keine unangekündigten Hausbesuche statt.

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Schließlich lösten sich das Rätsel und die ganze Aufregung um den „falschen Pfarrer“ auf. Sie beruhten auf einem Irrtum: Wie der Polizeiinspektion Kelheim mitgeteilt wurde, handelte es sich bei den vermeintlichen Betrügern um ehrenamtliche Helfer einer ortsansässigen Pfarrei, welche es sich zum Ziel gemacht haben, in Zeiten von Corona und Vereinsamung im fortschreitenden Alter für die älteren Menschen eine Stütze zu sein. Aufgrund eines Missverständnisses wurde der Besuch im Seniorenwohnheim nicht erneut angekündigt.

Die Polizei betont, dass sich die Senioren richtig verhalten haben und es wird weiterhin geraten, bei Zweifeln stets misstrauisch zu sein und auf keinerlei Forderungen einzugehen. Im Notfall solle man die Notrufnummer 110 wählen, rät die Polizei.