Naturschutz

LBV klagt gegen Schifffahrtsbescheid für die Weltenburger Enge

20.09.2022 | Stand 20.09.2022, 14:12 Uhr

Wochenlang herrschte im Sommer 2022 im Donaudurchbruch Niedrigwasser. Das ist ein Aspekte von mehreren, warum der LBV gegen die Schifffahrtsgenehmigung für die Weltenburger Enge juristisch vorgeht. Foto: Manfred Forster

Von Manfred Forster

Hilpoltstein/Kelheim.Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) klagt gegen die wasserrechtliche Genehmigung bis 2031, die das Landratsamt Kelheim laut LBV im August diesen Jahres für die Personenschiffe in der Weltenburger Enge ausgesprochen hat. Darüber informierte der LBV mit Sitz in Hilpoltstein am Dienstag. Der bayerische Naturschutzverband kritisiert demnach die vorliegende Genehmigung für die Schifffahrt, weil dem Naturschutz nicht genügend Vorrang eingeräumt werde.

„Der Naturschutz muss in dem wertvollen Ökosystem der Weltenburger Enge absolute Priorität haben. Die erlaubten Geschwindigkeiten und die Anzahl der Fahrten belasten die Donau und die Uferbereiche in diesem hochsensiblen Gebiet in erheblichem Ausmaß“, ist der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer zitiert. Der LBV habe deshalb nun Anfechtungsklage beim Verwaltungsgericht Regensburg gegen die Genehmigung erhoben.

Verband listet Kritikpunkte auf

Der LBV bezieht sich auf seine Stellungnahme vom Juni 2021, in der er auf zahlreiche naturschutzfachliche und -rechtliche Kritikpunkte verwies. Die Planungen widersprechen laut LBV auch dem Ökologischen Entwicklungskonzept Donau zwischen Neustadt und Kelheim. Anderen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel motorisierte Boote und Zillen zum Transport von Touristen sowie die ebenfalls touristische Nutzung der Uferregionen, werden aus Sicht des LBV nicht ausreichend berücksichtigt. „Die verschiedenen Einflussfaktoren dürfen nicht einzeln bewertet werden, denn sie haben erhebliche Auswirkungen auf die Fischarten und deren Laichgründe. Sie addieren sich und müsse daher in der Summe betrachtet und gewertet werden“, so Norbert Schäffer.

Niedrigwasser ist ein Stressfaktor

Zunehmende Niedrigwassersituationen in Verbindung mit außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen seien Stressfaktoren für Wasserorganismen und überschreiten deren Belastungsgrenzen. „In dem Bescheid sind wichtige Parameter wie Niedrigwasser und erhöhte Wassertemperatur als Einflussfaktoren nicht berücksichtigt worden. Diese Faktoren verstärken die negativen Auswirkungen der Schifffahrt in diesem sensiblen Bereich der Donau und müssen unbedingt beachtet werden“, so der LBV-Vorsitzende.

Der LBV betont in seiner Pressemitteilung, dass er keineswegs generell gegen den Tourismus in dieser attraktiven Region vorgehen will. Das Einhalten der Qualitätsstandards der Schutzgebiete ist aber Voraussetzung für einen nachhaltigen und langfristig erfolgreichen Tourismus.