Riedenburg

Diskussion über Solarpark

Bei einer Bürgerversammlung im Bus informieren sich Senioren über die Riedenburger Großprojekte

22.09.2022 | Stand 22.09.2022, 4:36 Uhr

Eine der Stationen der rollenden Bürgerversammlung für Senioren war der neue Solarpark in Harlanden. Foto: Ehrlich

Von Miro Lippoldt

Riedenburg – Mit einem Blumenstrauß in der Hand wartete Bürgermeister Thomas Zehetbauer vor dem Bus an der Haltestelle an der Uferpromenade in Riedenburg auf die letzten Teilnehmer. Dann begann die Seniorenfahrt durch das Gebiet der Großgemeinde. Im Rahmen der Seniorenbetreuung übernahm der Bürgermeister den Posten des Reiseführers.

Die Senioren schauten gespannt aus den Fenstern, als der Bus sich dem ersten Stopp näherte. Die Fahrt diene als Bürgerversammlung, „weil der eine oder andere keine Möglichkeit hat, auf die Bürgerversammlungen zu gehen“, begründete Zehetbauer die Aktion. So wolle er zeigen, welche Projekte im vergangenen Jahr in der Gemeinde verwirklicht worden sind. Zehetbauer begrüßte die Teilnehmer und betonte, dass Fragen erwünscht seien. Bevor die Tour startete, bedankte er sich mit einem bunten Blumenstrauß bei der Seniorenbeauftragten Annemarie Amman für deren Engagement und gratulierte ihr nachträglich zum Geburtstag.

Noch in der Haltebucht, bevor der Bus sich überhaupt in Bewegung gesetzt hatte, war das erste Ziel bereits erreicht. Zehetbauer bedauerte, dass man das Gebäude ohne auszusteigen nicht sehen könne und erzählte deshalb umso lebendiger. Es ging um die Sanierung des Daches auf dem Haus des Gastes am Marktplatz. „Diese war wirklich notwendig, das Dach war einsturzgefährdet, die Balken waren marode und morsch“, erklärte er. Die Bauarbeiten zogen sich von August des vergangenen Jahres bis zum April hin. Mit dem Resultat ist der Bürgermeister mehr als zufrieden. Eigentlich hätte das Gebäude in der früheren Originalfarbe gestrichen werden müssen, informierte Zehetbauer. Die sei aber hässlich gewesen. Nach einer Diskussion mit dem Denkmalschutz wurde die jetzige Farbe erlaubt. „Nun haben wir wieder für die nächsten 150 bis 180 Jahre Ruhe“, bekundete Zehetbauer zufrieden und brachte die Senioren zum Lachen.

Nachdem der Bus die Jurahöhen erklommen hatte, rückte der neue Solarpark in Harlanden ins Blickfeld und sorgte für Diskussionen. „Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, werden wir uns alle anstrengen müssen“, betonte der Bürgermeister. Er fasste die wichtigsten Informationen über die 15 Hektar große Anlage zusammen und brachte die Senioren zum Staunen: „Man kann über Schönheit streiten, aber ist ein laufendes Kernkraftwerk schöner?“

Danach wurde das nächste Ziel angepeilt, das Hirthäusl in Hattenhausen. Dies sei eine seiner ersten Aufgaben als Bürgermeister gewesen. Das Gebäude sei ein Leader-Projekt, werde also von der EU mit 50000 Euro gefördert. Selbst zahlen musste die Stadt also 100000 Euro. Dafür mussten einige Voraussetzungen erfüllt werden, um die Förderung zu bekommen: Die Geschichte des Gebäudes sei beschrieben worden und es habe „einen gewissen Bezug zur Örtlichkeit“, so Zehetbauer. Außerdem müsse es so errichtet werden, „wie es ursprünglich gewesen sein könnte“. Der Bürgermeister ist zufrieden: „Einen großen Eigenanteil hat die Dorfgemeinschaft getragen. Sie haben wahnsinnig mitgearbeitet.“

Nach einigen weiteren Stopps, unter anderem am künftigen Baiersdorfer Solarpark und dem neu erbauten Feuerwehrhaus in dem Dorf sowie einigen Baugebieten (siehe eigenen Bericht), kehrte die Gruppe gemeinsam mit dem Busfahrer und dem Bürgermeister in einem Gasthaus in Prunn ein.

Die Organisatorin des Seniorennachmittags, Elisabeth Schadt, übernahm ab hier das Kommando und sagte, dass das nächste Treffen am Dienstag, 2. Oktober, stattfinde. Mehrere Senioren bedankten sich bei Zehetbauer und freuten sich, so viel über Riedenburg erfahren zu haben.

DK