Debatte im Stadtrat
Dietfurter Windpark löst in Riedenburg Bedenken aus

21.06.2024 | Stand 21.06.2024, 19:01 Uhr |

Der Ausbau der Windkraft führt bisweilen zu Konflikten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-Archiv

Der Riedenburger Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend erneut mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien beschäftigt. Konkret ging es um einen künftigen Solarpark im Ortsteil Otterzhofen und drei geplante Windkraftanlagen nahe des Dietfurter Ortsteils Zell, die aber wegen ihrer Nähe vom Riedenburger Gemeindegebiet aus gut sichtbar sein dürften.

Die vier Fraktionsmitglieder der Bürgerliste Großgemeinde Riedenburg (BGR) lehnten den in Zell geplanten Windpark „Hennenbühl“ deshalb ab. Alle anderen Mitglieder des Stadtrats erteilten jedoch das gemeindliche Einvernehmen der Stadt Riedenburg zu der Investition. Damit verneinte das Gremium definitive Hinderungs- und Ausschlussgründe für das Projekt.

Bürgermeister Thomas Zehetbauer (CWG) zitierte aus einem Schreiben des Neumarkter Landratsamtes, wonach die Stadt Riedenburg eine Stellungnahme zum Bau der drei Windräder abgeben solle, obwohl sich diese außerhalb des Gebiets der Dreiburgenstadt befinden werden. Vorgesehen sei eine Nabenhöhe von 175 Metern und ein Rotordurchmesser von 172 Metern, was zu einer Gesamthöhe von 261 Metern führe. Vize-Bürgermeister Martin Schwarzmeier (BGR) merkte an, dass die drei Windkraftanlagen gleichermaßen von Altmühlmünster wie vom nahen Altmühltal aus sichtbar sein dürften. Er und die drei anderen Mitglieder der BGR-Fraktion stimmten deshalb gegen den Windpark „Hennenbühl“.

Einstimmig votierte der Stadtrat dagegen für den geplanten Solarpark „Otterzhofen Ost“. Da der CWG-Stadtrat Konrad Kolbinger der Geschäftsführer der Investorenfirma ist, durfte er weder an der Beratung noch an der Abstimmung teilnehmen. Das Bebauungsgebiet umfasst eine Gesamtfläche von 4,41 Hektar. Das Areal wurde als Sondergebiet für PV-Freiflächenanlagen ausgewiesen. Zulässig sind dort die Aufstellung von Solarmodulen auf starren Modultischen, Trafostationen, Batteriespeicher und weitere Nebenanlagen. Für die Oberfläche des Geländes ist eine extensive Grünlandnutzung vorgeschrieben.

Bürgermeister Zehetbauer bezifferte den Ausgleichsbedarf auf 7345 Quadratmeter, der auf der Teilfläche eines Grundstücks erbracht werde. Dort müsse „extensives Grünland nach dem Biotoptyp GU“ geschaffen werden.

Aus versicherungstechnischen Gründen sei die Umzäunung von PV-Freiflächenanlagen in der Regel erforderlich, hieß es weiter. Die Einfriedung des Geländes sei bis zu einer Höhe von 2,30 Metern zulässig, der Maschendrahtzaun werde eine Höhe von zwei Metern bekommen. Am unteren Endes des Zauns muss ein Abstand von 15 Zentimetern zum Boden eingehalten werden, um die Durchlässigkeit für Kleinsäugetiere zu gewährleisten.

rat