Dietfurt
Dietfurter Frauen schreiben Feuerwehrgeschichte

14.06.2024 | Stand 14.06.2024, 17:06 Uhr |

Mit Waltraud Wagner (Mitte, 2.v.l), Brigitte Huml (vorne, 2.v.l.) und Agnes Schmid, geborene Schels (vorne, 1.v.r.), machten drei Damen auch in einer gemischten Löschgruppe weiter. Wagner und Huml erreichten sogar die Endstufe Gold/Rot. Foto: Patzelt /Repro

Vor 50 Jahren, am Freitag, 25. Mai 1974, hat die Feuerwehr Eutenhofen etwas ganz Besonderes geschafft – einen neuen Emanzipationszweig, wie in unserer Zeitung zu lesen war. Eine weibliche Löschtruppe legte erstmals im weiten Umkreis eine Leistungsprüfung ab. Die Damen meisterten diese mit Bravour, was so einige Skeptiker verstummen ließ und viel Bewunderung fand.

„Schon lange vorher pflegte die Damenwelt aus Eutenhofen und Umgebung die Geselligkeit nach Männerart. Das Ergebnis dieser Emanzipationsbewegung auf dem Lande war beispielsweise ein eigener Stammtisch in einem Eutenhofener Wirtshaus. Wohl nicht zuletzt aus dem Wunsch heraus, es den Männern auch auf anderen, den Damen bisher unerschlossenen Gebieten gleichzutun, wurde bei einer dieser Stammtischsitzungen die Idee geboren, eine eigene Feuerwehrgruppe zu gründen. Es wird dabei nicht allen Wehrmännern so richtig ins Konzept passen, dass eine Frauenlöschgruppe aufgestellt wird“. Diese Sätze konnte man Ende Mai 1974 im Lokalteil des DONAUKURIER lesen.

Aber auch die Männer wurden eines Besseren belehrt. Voll des Lobes zeigten sich die Kreisbrandmeister Johann Kornprobst und Karl Gaag sowie Kommandant Georg Amler von den Leistungen der Löschdamen, als sie der Truppe bei einer Übung über die Schulter blickten.

„Hier besteht nicht nur großes Interesse, sondern die Frauen sind auch derart technisch versiert, dass sie auf der Stelle ihre Prüfung ablegen könnten“, äußerte sich auch der Vereinsvorsitzende der Eutenhofener Wehr Michael Hammerl. Nach zahlreichen, mit großem Ehrgeiz geführten Übungen kam schließlich Ende Mai große Prüfungstag. Schnell ertönte das Signal „Wasser marsch“ und die vor Feuereifer strotzenden neun Damen hatten ihre Leistungsprüfung mit Bravour bestanden. Viele Schaulustige ließen sich das Spektakel nicht entgehen. „Selbst die alten Hasen staunten“, hieß es anschließend in unserer Zeitung. Erfolgreich legten ihre Leistungsprüfung ab: Rosi Freihart (Löschmeisterin), Brigitte Huml (Maschinistin), Anna Bögerl (Melderin), Margarete Mayer (Löschtrupp I), Waltraud Wagner (Löschtrupp II), Annemarie Freihart (Wassertrupp I), Agnes Schels (Wassertrupp II), Betty Lindl (Schlauchtrupp I) und Elisabeth Grosch (Schlauchtrupp II). Als erster Gratulant schüttelte nach der bestandenen Prüfung Dietfurts Bürgermeister Rupert Faltermeier (FW) den neun Frauen die Hand.

Im August 1986, also zwölf Jahre nach dieser erstaunlichen Leistungsprüfung, schafften Waltraud Wagner und Brigitte Huml aus Gundelshofen in einer gemischten Löschgruppe als erste Damen im Landkreis Neumarkt die Endstufe Gold/Rot. Die beiden Frauen hatten bis zum Schluss durchgehalten. Die Abzeichen überreichte Kreisbrandrat Richard Meier.

pa