Jugendtraum wird wahr

Die Floßabenteurer aus Kelheim kommen in Budapest an

13.06.2022 | Stand 13.06.2022, 21:29 Uhr
Etienne Nückel

Blick auf die ungarische Hauptstadt Budapest vom Floß von Josef Reindl und Hans-Peter Binder Foto: Josef Reindl

Josef Reindl (65) und Hans-Peter Binder (67) haben am Montag die ungarische Hauptstadt Budapest erreicht.



Die beiden Rentner sind am 1. Juni mit einem Motor-Floß vom Yachthafen Kapfelberg zu ihrer 2417 Kilometer langen Reise auf der Donau zum Schwarzen Meer aufgebrochen. 740 Kilometer – knapp ein Drittel des Weges – haben Reindl und Binder nun schon geschafft. Bisher läuft an Bord „alles easy“, sagt Reindl am Telefon. „Wir sind ein bisschen schneller als wir gedacht haben.“

Auch das Zusammenleben der Beiden laufe gut. „Bisher hat noch keiner über Bord gehen müssen“, scherzt Reindl. Die Weggefährten hatten sich rund zwei Wochen vor der Abfahrt kennengelernt. Auch das selbstgebaute Floß hält den Strapazen der Fahrt bisher gut stand. Nur hin und wieder gebe es eine „kleine Überschwemmung“, denn „die Sportboote machen Mordswellen.“ Nur eine „heikle“ Situation hat es bisher gegeben, erzählt Reindl. Vor ein paar Tagen habe die Fahrt durch einen etwa 30 Kilometer langen Schleusenkanal in der Slowakei länger gedauert, als erwartet. Daher mussten die Floßfahrer ihre erste Nachtfahrt mit Licht einlegen, bis sie einen Ankerplatz fanden. Beim Übernachten bleiben die Abenteurer ihrem Vorsatz treu, so einfach wie möglich zu reisen: „Bisher haben wir immer auf dem Floß übernachtet“, sagt Reindl. In dem Häuschen auf dem Floß gibt es ein Stockbett.

Offenbar haben die Rentner es schon zu einiger Bekanntheit gebracht: „Immer wieder bekommen wir Nachrichten von Leuten, die uns einladen wollen“, sagt Reindl. Meist kommen die von deutschsprachigen Menschen, die in Ungarn leben. Schon jetzt gebe es so viele Angebote, dass die Rentner Weihnachten noch nicht am Schwarzen Meer wären, scherzt Reindl. So wollen die Rentner damit umgehen: „Wir bedanken uns und nehmen es, wie es kommt.“

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