Besorgnis in Riedenburg
Bürger kritisieren geplante Mobilfunksendeanlage

16.05.2024 | Stand 17.05.2024, 9:44 Uhr

In unmittelbarer Nähe der Riedenburger Sommerrodelbahn, hier der Kletterturm, soll die Mobilfunksendeanlage gebaut werden. Foto: Rast

In Riedenburg kursieren Befürchtungen, dass die Kosten für die Abwasserbeseitigung deutlich steigen könnten. Außerdem herrscht Angst wegen einer geplanten Mobilfunksendeanlage.

Diese Besorgnis wurde bei der Bürgerversammlung für die Kernstadt am Mittwochabend formuliert. Zum letzten von zwölf Treffen dieser Art waren etwa 35 Personen gekommen, darunter zahlreiche Stadträte aus allen Fraktionen.

Den Bedenken bezüglich höherer Abwasserkosten liegen die massiven Investitionen der Stadt in die Abwasserentsorgung zugrunde. Wie mehrfach berichtet, soll die Kläranlage mit einer Schneckenpresse und einer Feinstsiebanlage aufgerüstet werden. Die Angst eines Bürgers wurde aber vor allem durch den nun begonnenen Bau einer Abwasser-Druckleitung geschürt. Mit der rund acht Kilometer langen Pipeline sollen vier Ortsteile an das städtische Klärwerk angebunden werden. Die dort lebenden Bürger hatten ihre Abwässer bislang in Klärteiche eingeleitet, die aber stillgelegt werden müssen.

„Sieben Millionen Eurosind verdammt viel Geld“

Wie der Bürger weiter monierte, lägen die Kosten für diese Abwasserleitung inzwischen bei etwa sieben Millionen Euro. Zu Beginn der Planung sei von rund drei Millionen Euro und einer 50-prozentigen Förderung die Rede gewesen. „Wer bezahlt das?“, fragte der Bürger und wunderte sich zudem über die mehrjährigen Verzögerungen, die zu der Kostenexplosion geführt hätten. „Sieben Millionen Euro, das ist verdammt viel Geld“, erklärte der Mann. Er äußerte die Vermutung, dass drei bis vier Millionen Euro „in den Sand gesetzt“ worden sein könnten.

Bürgermeister Thomas Zehetbauer (CWG) antwortete, dass man während des langen Prozesses der Entscheidungsfindung auch die Sanierung der Klärteiche angedacht habe. Doch mit diesem Verfahren der Abwasserreinigung sei im Jahr 2027 nach dem Willen der Wasserwirtschaft definitiv Schluss. Der Bürgermeister versuchte, die Besorgnis der Bürger wegen eines steigenden Abwasserpreises zu zerstreuen. Die jüngsten Investitionen seien bereits in die neue Gebührenkalkulation eingeflossen. „Bis zur nächsten Kalkulation ist der Abwasserpreis stabil“, prognostizierte Zehetbauer.

Bei einem heißen Sommer könnte das Wasser im Riedenburger Stadtweiher umkippen und dann widerliche Gerüche absondern. Das befürchtete eine der Teilnehmerinnen bei der Bürgerversammlung. Kritisiert wurde auch der Wildwuchs entlang der Promenade rund um den Stadtweiher. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Stadtweiher entgegen seines Namens nicht der Stadt gehöre. Eigentümer sei das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, also der Bund. Der Bürgermeister räumte ein, dass es erforderlich sei, den Stadtweiher auszubaggern, um ihn von Schlamm zu befreien. Mehrere Bürger berichteten, zumindest ein Mähboot auf dem Stadtweiher gesehen zu haben.

Wie mehrfach berichtet, soll zwischen der Sommerrodelbahn und dem Badesee St. Agatha ein knapp 40 Meter hoher Sendemast für die Verbesserung des Mobilfunkempfangs errichtet werden. Bürger äußerten ihre Bedenken, ob eine derartige Anlage mitten in ein Naherholungsgebiet passe. Der Bürgermeister bestätigte, dass der Stadtverwaltung inzwischen der Bauantrag vorliege. Nun müsse sich der Bauausschuss mit der Problematik beschäftigen.

Bürgermeister ziehtein positives Fazit

Am Ende der zwölften und für heuer letzten Bürgerversammlung in der Großgemeinde zog Zehetbauer ein kurzes und positives Fazit. Alle Treffen seien sehr gut besucht gewesen, er wolle deshalb die bewährte Zahl an Bürgerversammlungen im kommenden Jahr beibehalten.

rat