Eröffnung mit „Huberbua“

Wanderausstellung Natura 2000 zu Gast in Eichstätt

Eröffnung mit „Huberbua“ Alexander Huber am Dohlenfelsen

31.05.2022 | Stand 31.05.2022, 7:00 Uhr

Im Bann des Bergsteigers: Alexander Huber erzählt rund 50 Zuhörern am Dohlenfelsen bei Wellheim von seinen Erfahrungen als Extremkletterer. Foto: Renner

Ein paar Blicke genügen Alexander Huber, um sich einen sicheren Weg durch die vertikale Felswand zu suchen. Die Hände des Extremkletterers finden Halt an winzigen Felsvorsprüngen und in kleinsten Löchern, die gerade einmal Platz für die Fingerkuppen bieten.



Noch einen sicheren Stand mit den Zehenspitzen suchen und weiter geht es. In wenigen Minuten ist er den 70 Meter hohen Dohlenfelsen bei Wellheim hinaufgeklettert. Ein Leichtes für den gebürtigen Trostberger.

Gemeinsam mit Bruder Thomas war Alexander Huber auf allen Kontinenten der Erde unterwegs – bezwang die unmöglichsten Felswände. Und erlangte dadurch Berühmtheit. Bei seinem Besuch in Eichstätt nutzte er diese Bekanntheit in seiner Funktion als Natura 2000-Botschafter, um Aufmerksamkeit auf seine „Herzensangelegenheit“ Natur- und Landschaftsschutz zu lenken.

Natura 2000 ist ein Projekt der Europäischen Union, zu dem bayernweit etwa elf Prozent der gesamten Landesfläche zählen. Es stehe für das Zusammenleben von Mensch und Umwelt, erklärt Evelin Köstler, stellvertretende Direktorin der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. „Dieses europaweite Projekt will Lebensräume für Tiere und Pflanzen schützen und die Gebiete zugleich für Menschen als Nutz-, Freizeit- und Sportfläche erhalten“, sagt Köstler.

Sie und ihr Team brachten die Wanderausstellung „Ganz meine Natur – Natura 2000 in Bayern entdecken“ 2019 in den Freistaat, um den Menschen zu zeigen, was sich hinter Natura 2000 verbirgt. 150 Veranstaltungen in ganz Bayern stellt die Akademie, die zum Bayerischen Umweltministerium gehört, dafür auf die Beine. Rund zehn Prozent der gesamten Fläche im Altmühltal ist bei Natura 2000 dabei, was das Projekt dazu prädestinierte in Eichstätt ausgestellt zu werden, sagt Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturparks Altmühltal. In den Räumen des Umweltzentrums in der ehemaligen Klosterkirche Notre Dame gastiert die Wanderausstellung noch bis 29. Juni. Damit sich die Altmühltaler ein Bild von dem Projekt machen können, so Würflein. Denn: „Für viele sind Naturparks, Landschaftsschutzgebiete und ähnliche Begriffe alles das Gleiche. Wir können Akzeptanz nur über Verständnis schaffen.“ Es gehe um das Gemeinsame, die Rücksichtnahme des Menschen auf die Natur. Und nicht um das Aussperren der Bürger aus bestimmten Gebieten ihrer Heimat.

Für Alexander Huber gehören Mensch und Natur untrennbar zusammen. Mit seiner Familie betreibt er selbst einen kleinen Bauernhof und treibt Schafe auf eine Alm. Bei dem europaweiten Projekt war er deshalb sofort dabei, als er gefragt wurde. „Solch ein Projekt europaweit aufzustellen macht einfach Sinn. Weil der Natur und den Tieren unsere Grenzen auf der Landkarte wurscht sind“, sagt Huber.

Mit dem Altmühltal und dem Dohlenfelsen verbindet Huber auch seine persönliche Geschichte. „1981 war ich hier auf einem internationalen Klettertreffen. Der Austausch mit den Gleichgesinnten von überall her hat mich als junger Bursche sehr geprägt“, erzählt der 53-Jährige. Es freue ihn deshalb besonders, auf Einladung des Alpenvereins Eichstätt und des Naturparks Altmühltal an den Dohlenfelsen zurückzukehren. Rund 50 Zuschauer wollten sehen, wie der Profi ihren Hausberg hinaufklettert. Danach war noch Zeit für Autogramme, Fotos und zum Ratschen.

Die Wanderausstellung „Ganz meine Natur – Natura 2000 in Bayern entdecken“ hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags ist sie noch bis 29. Juni von 10 bis 18 Uhr im Informationszentrum des Naturparks Altmühltal in Eichstätt zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

EK