Beilngries

Von Basketball bis Pumptrack

Planungen für Freizeit- und Sportflächen beim neuen Volksfestplatz vorgestellt – Kreative Ideen zur Finanzierung

23.06.2022 | Stand 23.06.2022, 17:47 Uhr

Areal für Freizeit-Sportler: So könnte ein so genannter Pumptrack aussehen. Foto: F. Rieger

Beilngries – Verkehrsübungsplatz. Basketballspielfeld. Skaterplatz. Pumptrack. Und möglicherweise auch noch eine Bahn für Stockschützen. Was nach einer „eierlegenden Wollmilchsau“ klingt, könnte mit der Erschließung des neuen Volksfestplatz-Areals in Beilngries Realität werden. Am Mittwochabend wurden im Stadtrat die Pläne für den bislang eher allgemein als „Multifunktionsfläche Freizeit und Sport“ angekündigten Teilbereich des Gesamtareals vorgestellt.

Drei Teilstücke mitunterschiedlichem Charakter

Konkret geht es um denjenigen Abschnitt der zu überplanenden Fläche, der sich in etwa auf Höhe Kindergarten Sandkiste befindet. Gesetzt ist, dass dort ein neuer Verkehrsübungsplatz errichtet wird, vorrangig für die Grundschüler. Die bislang hierfür genutzte Fläche wird mitsamt des aktuellen Volksfestplatzes einer Wohnbebauung weichen (wir berichteten). Ganz ursprünglich war dann eigentlich nur noch vorgesehen, neben dem neuen Verkehrsübungsplatz eine Fläche für Skater anzulegen, deren Domizil bekanntlich für den Bau der Sandkiste aufgelöst worden war. Der Jugend- und Sportreferent des Stadtrats, Fabian Strobl (CSU), meldete sich dann aber vor Monaten im Gremium zu Wort mit dem Appell, hier eine große Chance nicht einfach verstreichen zu lassen. Das Areal biete Platz, um für Jugend und Sportbegeisterte mehr zu schaffen als „nur“ einen Skaterplatz. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung trieb Strobl dieses Ansinnen dann voran – mit einer durch ein Ingenieurbüro erstellten Entwurfsplanung als Ergebnis, die am Mittwochabend im Gremium anerkennende Worte fand. Konkret ist vorgesehen, dass ein Teilbereich (24 mal 14 Meter) des Verkehrsübungsplatzes (48 mal 24 Meter) als Fläche für Basketball/Streetball genutzt werden kann. Für die Skater soll eine 38 mal 20 Meter große Fläche asphaltiert werden. Dort sollen größtenteils die bereits im Besitz der Stadt befindlichen Geräte aufgestellt werden, für weitere Anschaffungen ist ein Budget von 20000 Euro vorgesehen. Auf dieser Asphaltfläche könne auch ein Bereich für Stockschützen abgegrenzt werden, so Stadtbaumeister Thomas Seitz auf Nachfrage von Strobl.

Für den Pumptrack – ganz vereinfacht ausgedrückt ein Rundkurs mit Höhen und Tiefen, den man mit verschiedenen Gerätschaften, beispielsweise BMX-Rad, befahren kann – ist ein 1500 Quadratmeter großes Areal vorgesehen.

So weit, so attraktiv. Nun stellt sich in einer Stadt, deren Schuldenstand auf Rekordniveau liegt, aber zwangsläufig auch die Frage: Was kostet so etwas? Und daran anknüpfend: Was darf so etwas kosten? Zunächst die blanken Zahlen (jeweils inklusive Baunebenkosten): Verkehrsübungsplatz knapp 165000 Euro, keine Förderung; Basketballspielfeld gut 86000 Euro, Hoffnung auf Leader-Förderung in Höhe von 60 Prozent der Nettokosten; Skaterplatz etwa 176000 Euro, Förderung in Höhe von etwa 90 Prozent dank früherer Antragstellung; Pumptrack rund 220000 Euro, Hoffnung auf Leader-Förderung in Höhe von 60 Prozent der Nettokosten. Insgesamt rechnet man mit Kosten von knapp 650000 Euro und einem städtischen Eigenanteil daran in Höhe von gut 341000 Euro.

Diskussion umfinanzielle Machbarkeit

Genau wie Stefanie Schmidtner (CSU) und Bürgermeister Helmut Schloderer (BL/FW) lobte auch Bernhard Merkl (BL/FW) das Engagement, das Strobl für dieses Projekt eingebracht hat, und er sprach auch von einer Planung, die gut aussehe. Er müsse aber „zur rechten Zeit auf die Euphoriebremse treten“, so Merkl. Man habe bei den Haushaltsberatungen mehrere Projekte „zähneknirschend fast eingegraben“. Da sei es sicher ein falsches Signal, insbesondere an die Bürger in den Ortsteilen, hier nun eine solche Maßnahme – wenn nicht zumindest aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte – durchzuwinken. Schloderer versuchte, die bekannte Stadt-Ortsteil-Debatte direkt wieder einzufangen, indem er darauf verwies, dass der Verkehrsübungsplatz und auch Freizeitstätten den Bürgern, insbesondere der Jugend, aus der ganzen Gemeinde dienen. Und Strobl zeigte auf, dass er bereits mehrere Ideen entwickelt und zum Teil vorbereitet habe, mit denen der städtische Anteil an den Kosten deutlich verringert werden könnte. So stehe die Chance auf eine Namensrechte-Vergabe nicht schlecht, außerdem wolle er auf Stiftungen zugehen und auch ein Crowdfunding-Projekt sei denkbar. Man könne sehr realistisch davon ausgehen, dass von den etwa 180000 Euro für die Freizeitstätten – den Verkehrsübungsplatz müsse die Stadt ja sowieso errichten – für die Kommune nicht allzu viel übrig bleibe. Und vor diesem Hintergrund wäre es dann „eine Watsch’n für die Jugend“, hier jetzt nicht diese Chance zu ergreifen, so Strobl.

Dem folgte das Gremium geschlossen. Der Entwurfsplanung wurde zugestimmt, die entsprechenden Zuschussanträge können auf dieser Basis nun eingereicht werden.

Ein Zuhörer wollte anschließend in der Fragestunde noch wissen, ob es dann künftig zwei Skaterplätze geben wird. Die Fläche am Kanalhafen sei ja als kleineres Provisorium für den Übergang angelegt worden, antwortete Schloderer – mit der Option, sie bei hoher Frequentierung dauerhaft zu erhalten. Für sich alleine ausreichend sei sie angesichts ihrer Dimension aber wohl nicht.

DK