Adelschlag

Verkehrssituation am Kindergarten Ochsenfeld ist erneut Thema im Gemeinderat

08.05.2022 | Stand 08.05.2022, 7:11 Uhr

Die Verkehrssituation rund um den Kindergarten Ochsenfeld an der Kreisstraße EI 7 sorgt immer wieder für Unmut. Eltern und Kinder sehen sich vom Pkw- und Schwerlastverkehr aus Richtung Biesenhard gefährdet, und auch die Querungshilfe sorgt laut der Kritiker nicht unbedingt für mehr Sicherheit. Foto: Alberter

Von Dominik Alberter

Adelschlag/Ochsenfeld – Mit der Verkehrssituation am Kindergarten in Ochsenfeld rückt ein altbekanntes Thema wieder in den Fokus des Gemeinderates von Adelschlag. Der versuchte bereits im Jahr 2020 die Situation zu entschärfen, Straßenbaulastträger und somit zuständig für die Straße ist aber der Landkreis.

Als „heißes Eisen“ bezeichnete Bürgermeister Andreas Birzer (CSU) in seinem Sachvortrag die Problematik rund um den Ortseingang aus Richtung Biesenhard, der aufgrund einer Kuppe samt Verkehrsinsel als unübersichtlich gilt. Danach geht es wieder bergab in Richtung Ort, wo die Kreisstraße EI 7 eine scharfe Rechtskurve macht und die EI 13 in Richtung Wasserzell kreuzt. Dieser Verlauf gilt bei den Eltern des Sankt Nikolaus-Kindergartens sowie einigen besorgten Bürgerinnen und Bürgern als besonders gefährlicher Abschnitt, der sowohl von Autos als auch vom Schwerlastverkehr oftmals mit unangepasster Geschwindigkeit befahren wird. Hinzu kommt ein von Eltern und Kindern nur eingeschränkt begehbarer Gehsteig, der aufgrund einer ausladenden Hecke nur wenig Platz bietet.

Die Gemeinde hätte vor zwei Jahren laut Beschluss gerne im gesamten Bereich eine Tempo-30-Zone eingerichtet, die aber von Seiten des Landratsamtes und der Polizei abgelehnt wurde. „Hierzu fehlen die gesetzlichen Voraussetzungen“, war der Tenor der Behörden, deren Bewertung in einem Schreiben vom Bayerischen Innenministerium nochmals bestätigt wurde. Ausgelöst wurde die Anfrage vom Ochsenfelder Stephan Kundinger, der sich zusammen mit dem Elternbeirat des Kindergartens mit einem Fünf-Punkte-Plan an den Bayerischen Verkehrsminister wandte.

Mit zahlreichen Maßnahmen versuchte die Gemeinde in den vergangenen Jahren, die Gefahrenstellen zu entschärfen, etwa durch das Anbringen einer Geschwindigkeitsanzeige sowie „Achtung Kinder“-Plakaten. Diese Maßnahmen sollen nun wieder verstärkt angegangen werden, und auch ein erneuter Anlauf beim Landratsamt zur Einrichtung einer 30er-Zone genommen werden. Weiterhin sind nun Verkehrskontrollen möglich, nachdem im Januar 2022 der betroffene Bereich als Messstelle für die kommunale Verkehrsüberwachung aufgenommen wurde.

Auch wenn die Möglichkeiten begrenzt sind, will das Gemeindegremium weiterhin alles in seiner Macht Stehende tun, um die Situation zu verbessern. „Sinnvoll wäre ein Ortstermin aller Beteiligten, sobald die bereits in Auftrag gegebene Außengestaltung mit Änderung der Zufahrt zum Kindergarten fertig ist“, so Bürgermeister Birzer.

Der Neubau von Gemeinschaftshaus, Rathaus und Feuerwehrgerätehaus in Adelschlag läuft bereits seit Anfang März, und schon jetzt wirft die Gestaltung der Außenanlagen ihre Schatten voraus. Ursprünglich sollten diese über die Dorferneuerung geplant und gefördert werden, was der Gemeinde Fördergelder von rund der Hälfte der Bruttokosten einbrächte. Alternativ kommt auch das Eler-Programm für Infrastrukturmaßnahmen in Frage, dessen Fördertopf derzeit üppig gefüllt ist. „Hier bekämen wir bis zu 80 Prozent der förderfähigen Nettokosten, was ein spürbarer Kostenvorteil wäre“, berichtete Birzer. Auch die Umsetzung würde stark beschleunigt, da die Gestaltung bis zum Oktober 2023 abgerechnet sein müsste. Neu aufstellen muss der Bauherr dann aber auch seinen Zeitplan, was den Abbruch des alten Rathauses betrifft. Ein Abbruch muss dann bereits in diesem Jahr erfolgen, ursprünglich war dieser erst gegen Ende der Bauphase des Gemeindezentrums, in 2023, geplant. Das Vorhaben fand einhellige Zustimmung, womit ein Abbruch in diesem Jahr besiegelt ist. Für die momentan noch im alten Rathaus laufenden Aktivitäten wie die Bürgermeistersprechstunden, Vereinssitzungen und den Musikunterricht soll nun schnellstmöglich eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten gefunden werden.

In einem Informationspunkt bekam das Ratsgremium eine Vorführung des neuen, digitalen Baumkatasters, welches nun über das Geoinformationssystem (GIS) der Firma RIWA einsehbar ist. Dazu wurde im September vergangenen Jahres der Auftrag zur Erstkontrolle, Nummerierung, Kartierung und Aufnahme aller Bäume in das GIS-System vergeben. Nun kann jeder einzelne Baum mit seinen Daten wie Sorte, Höhe, Stammdurchmesser und Zustand samt Bild digital aufgerufen werden.

EK