Jugendstunde
Tierische Lebensretter mit Spürnasen: Wasserwachtnachwuchs besucht die Suchhundestaffel Dietfurt

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 5:00 Uhr |

Sehr viel erfahren haben die Kinder und Jugendlichen der Wasserwacht im Rahmen ihrer Jugendstunde bei der Suchhundestaffel Dietfurt. Foto: Adam

Eine spannende Jugendstunde durften rund 25 Kinder und Jugendliche der Wasserwachten Beilngries und Kipfenberg erleben. Sie trafen mit ihren Betreuern auf Florian Wendl, Simon Schmid und Manuela Wolfsteiner, die mit ihren Hunden Lenny, Fenris und Jago bei der Suchhundestaffel Dietfurt aktiv sind.

Schmid stellte den jungen Wasserwachtlern die Hunde vor und erklärte den Unterschied zwischen „Mantrailern“ und „Flächenspürhunden“. Als Mantrailer werden Suchhunde bezeichnet, die gezielt mit Hilfe eines persönlichen Gegenstandes eines Vermissten, mit dem sie den Geruch dieser Person aufnehmen, nach genau diesem Vermissten suchen. Flächenspürhunde dagegen suchen allgemein nach vermissten Personen, beispielsweise in einem Waldstück.

Rund um die Uhr einsatzbereit



„Wir sind 24 Stunden sieben Tage die Woche einsatzbereit, wenn wir alarmiert werden“, erklärte Schmid den Kindern. Diese Alarmierung erfolgt über die Integrierte Leitstelle wie für Feuerwehr und Rettungsdienst, kann aber auch durch Hilfeanrufe von Privatpersonen ausgelöst werden.

Für die Wasserwacht kann die Zusammenarbeit mit der Suchhundestaffel sehr wichtig sein. „Wir übernehmen beispielsweise, wenn ein Suchhund zu einem Gewässer führt, wo für ihn die Spur endet“, erklärte Sabine Semmler von der Kipfenberger Wehr. Wichtig ist schnelles Handeln. „Wir haben erfahren, dass die Hunde die Spur binnen 24 Stunden am besten aufnehmen; vergehen Tage, wird es immer schwieriger“, sagte Semmler, die wie die Kinder erstaunt hörte, dass ein Hund 220 Millionen Riechzellen hat. Im Vergleich dazu: Bei einem Mensch sind es nur rund fünf Millionen. Deshalb habe ein Hund ein ausgezeichnetes Geruchsgedächtnis. Sogar eine „alte“ Spur einer Person kann der ausgebildete Hund von einer „neuen“ Spur unterscheiden und wird immer der frischeren Spur folgen.

Versteckenspielen als Praxisbeispiel



Nach so vielen theoretischen Informationen waren die Kinder natürlich gespannt darauf, Lenny, Fenris und Jago mit den Hundeführern in Aktion zu erleben. Dazu durften sich die Mädchen und Buben gruppenweise verstecken. Und tatsächlich: Auch wenn sie dachten, sie hätten ein perfektes Versteck gefunden − alle wurden von den Suchhunden „erschnüffelt“ und entdeckt. Das Erstaunen und die Begeisterung waren besonders groß darüber, wie beeindruckend schnell und problemlos das klappte. Zielstrebig und ohne sich irgendwie ablenken zu lassen, verfolgten die Hunde die Spur, bis sie den „Vermissten“ gefunden hatten.

„Das Suchen ist auch für die Hundeführer eine Herausforderung, denn sie müssen ganz schön fit sein, um den Hunden, die an einer langen Leine ihre Arbeit machen, folgen zu können“, staunte Semmler.

Zehn Minuten sind „wie eine ganze Schulstunde“



Zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung eines Suchhundes, die Aufgabe erfordert für das Tier dann im Ernstfall höchste Konzentration. „Zehn Minuten Suche bedeuten für den Hund so viel wie für euch eine ganze Schulstunde“, erfuhren die Kinder, die auch ganz allgemeine Informationen über den Umgang mit Hunden erhielten. „Wichtig ist, dass ihr nie einen Hund anfasst, ehe ihr den Betreuer oder Besitzer gefragt habt“, appellierte Schmid.

Am Ende bedankten sich die Wasserwachtler herzlich bei dem Dietfurter Suchhundestaffel-Team und auch bei der Firma Rohmann, auf deren Gelände in Dietfurt die Such- und Infoaktion stattfinden durfte.

arg